Home
http://www.faz.net/-gqe-74iaw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

„FTD“ wird eingestellt G+J streicht 320 Stellen in den Wirtschaftsmedien

Die „Financial Times Deutschland“ soll nur noch bis zum 7. Dezember erscheinen. Der Rückzug des Verlags Gruner + Jahr aus den Wirtschaftsmedien geht mit einem weitreichenden Personalabbau einher.

© dapd Vergrößern Der Verlag sucht jetzt einen Käufer für die Abonnentenkartei der „FTD“.

Nach Informationen der F.A.Z. sollen rund 320 der 350 Mitarbeiter der G+J Wirtschaftsmedien AG & Co. KG ihren Arbeitsplatz verlieren. Ihnen soll bis Ende Januar betriebsbedingt gekündigt werden. Dafür sind intern Sozialplankosten von rund 40 Millionen Euro veranschlagt.

Johannes Ritter Folgen:    

Wie berichtet , hat der Vorstand am Dienstag beschlossen, die Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“ („FTD“) einzustellen und die Zeitschriften „Impulse“ und „Börse Online“ zu verkaufen. Darüber beriet am Mittwoch der Aufsichtsrat des Verlags; eine Zustimmung galt als sicher, sollte am Mittwoch aber noch nicht verkündet werden.

Die „FTD“-Redaktion teilte am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit, die Zeitung stehe „vor der Einstellung“. Weiter hieß es dort: „Jetzt warten wir die Entscheidung unserer Verlagsführung ab. Dann blicken wir nach vorn.“

Die „FTD“ hatte zuletzt noch 42.000 Abonnenten

Dem Vernehmen nach soll die „FTD“ voraussichtlich noch bis zum 7. Dezember erscheinen. Bis dahin versucht der Verlag einen Käufer für die Abonnentenkartei zu finden. Laut IVW hatte das Blatt zuletzt knapp 42.000 Abonnenten. Von der Gesamtauflage von 102.000 gingen 46.000 als Bordauflage in Flugzeuge und an Flughäfen.

Für „Impulse“ und „Börse Online“ gibt es zahlreiche Interessenten, darunter auch Fachverlage. Diese würden freilich nur die Markenrechte und die Abonnentenstämme, nicht aber die für diese Magazine zuständigen Redakteure übernehmen. Diese müssten sich nach erfolgter Kündigung bei dem neuen Eigentümer bewerben. Wenn der Verkauf der Titel nicht bis Ende Januar gelingt, will Gruner + Jahr „Impulse“ und „Börse Online“ ebenfalls einstellen, verlautet aus gut informierten Kreisen.

Mehr zum Thema

Der Betriebsrat der G+J Wirtschaftsmedien zeigte sich „entsetzt“ über die Pläne des Vorstands. „Wir sind enttäuscht und zweifeln an der unternehmerischen Kompetenz des Vorstands“, heißt es in einer Mitteilung der Arbeitnehmer. Es lägen Konzepte vor, um den Wirtschaftsmedien eine hervorragende digitale Perspektive zu geben. Auch der stellvertretende Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, kritisierte das geplante Vorgehen scharf: „Gruner + Jahr ist ein profitabler Verlagskonzern. Die Entscheidung gegen den Großteil der Wirtschaftsmedien ist keine Entscheidung aus der Not heraus, sondern eine Entscheidung gegen qualitativ hochwertige journalistische Produkte“, sagte er. Der geplante Kahlschlag suche in der deutschen Verlagslandschaft seinesgleichen.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Adobe, Spotify & Co. Lieber mieten als kaufen

Adobe bestätigt mit seinem Photoshop den Trend zum Software-Abo: Immer mehr Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr, um Programme zu mieten. Mehr

12.12.2014, 11:48 Uhr | Wirtschaft
Netflix will deutschen Markt aufmischen

Mit der "House of Cards" ist Netflix ein Coup gelungen - die Politserie hat dem US-Onlinevideodienst Preise eingebracht und zahlreiche neue Abonnenten. Mit der Strategie exklusiver Eigenproduktionen will der größte Online-Videodienst der Welt nun auch den deutschen Markt erobern. Mehr

16.09.2014, 10:16 Uhr | Wirtschaft
Weitere Nachrichten Finanzinvestor Permira verkauft weitere Hugo-Boss-Anteile

Der Finanzinvestor Permira verkauft weitere Anteile am Modekonzern Hugo Boss und die Commerzbank steht in Amerika wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze am Pranger. Mehr

12.12.2014, 06:53 Uhr | Wirtschaft
Moderatoren rappen Nachrichten

Rap und Journalismus? Im Senegal passt das bestens zusammen. Seit 2013 präsentieren dort Moderatoren ihre Nachrichten im Sprechgesang. Jeden Freitag gibt es gerappte Informationen auf einem Lokalsender und im Internet zu sehen. Ein voller Erfolg: Der Youtube-Kanal der Rapper-Journalisten zählt 12.400 Abonnenten. Mehr

16.08.2014, 18:54 Uhr | Feuilleton
Sieg gleich Profit Langweilige Bundesliga freut Sponsoren

Bayern München – und sonst nichts. Die Fans verzweifeln angesichts langweiliger Spitzenspiele, doch die Sponsoren jubeln. Und investieren im Land des Weltmeisters. Mehr Von Christian Eichler und Henning Peitsmeier

20.12.2014, 21:45 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 21.11.2012, 18:06 Uhr

Gabriels falsches Signal

Von Heike Göbel

Sigmar Gabriel hat weiteren Sanktionen gegen Russland eine Absage erteilt. Das ist das falsche Signal. Mehr 5


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Lehrer und Schüler sind zufrieden mit der Computerausstattung an Schulen

Lehrer und Schüler sind eigentlich zufrieden mit ihrer Internet- und Computer. Doch welche Gruppe ist kritischer mit der Ausstattung? Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden