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„FTD“ wird eingestellt G+J streicht 320 Stellen in den Wirtschaftsmedien

 ·  Die „Financial Times Deutschland“ soll nur noch bis zum 7. Dezember erscheinen. Der Rückzug des Verlags Gruner + Jahr aus den Wirtschaftsmedien geht mit einem weitreichenden Personalabbau einher.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)
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Hanns Hartz
Hanns Hartz (HanHar) - 26.11.2012 16:02 Uhr

Schad drum

Wenn man dem Kapital nicht nach dem Munde redet, bekommt man eben keine Anzeigen mehr von ihm - so läuft's. Dabei war es ja gerade die Werbewirtschaft, die beim Verlag für eine Konkurrenzzeitung zum Handelsblatt geworben hatte, weil deren Forderungen für Anzeigen zu hoch waren. Daraus kann man als Leser auch den Schluss ziehen: Eine Zeitung, der das Anzeigengeschäft noch ein Überleben erlaubt, ist nicht ernstzunehmen denn von seinen Anzeigenkunden nicht unabhängig. Ein Grund weniger, noch eine renditeorientierte Zeitung zu kaufen. Warum soll ich noch dafür bezahlen, mich verdummbeuteln zu lassen?

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Maron Wagner
Maron Wagner (Mawa62) - 22.11.2012 08:49 Uhr

Medien im Umbruch

Im und wegen dem Internet ist in den Printmedien nicht mehr viel Geld zu verdienen. Berichterstattung, Meinungen und Anzeigen gibt es dort im Überfluss - scheinbar umsonst.

Wenigstens wissen die Kollegen selbst schon alles über Hartz IV - so viel wie im Printbereich drüber geschrieben wird (Ironie)!

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Volker Kalisch
Volker Kalisch (Ph.Fogg) - 22.11.2012 01:44 Uhr

Das ist erst der Anfang!

Solange Verleger eindimensional nur in den Kategorien "Anzeigen" und "Käufern" denken, werden noch viele Redaktionen aufgelöst werden. Das Abschreiben oder Nachplappern von Agenturmeldungen schafft keine Werte - im Gegensatz zu fundierter Recherche und Analyse. Wer das begreift und intelligent umsetzt, kann auch einen Markt erschliessen, der bereit ist, für Qualität angemessen zu zahlen. Das Modell der Zeitung als Anzeigenträger mit redaktionellem Beiwerk hat schon lange keine Zukunft mehr. Nur haben das die meisten Verleger noch nicht begriffen. Denn sie sind noch nicht in der Informationsgesellschaft angekommen. Klassischer Fall von verpassten Chancen.

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Mathias Goldstein

Konsequent an der Zielgruppe vorbei geschrieben

Im Wahljahr 2009 empfahl die Redaktion ihren Lesern, die GRÜNEN zu wählen. Allerspätestens da war klar, daß sie die Entfremdung zwischen schrumpfender Leserschaft und Redaktion nicht mehr aufzuhalten gewesen ist.

Die "rosa ZEIT" agitierte zunehmend auch außerhalb der Kommentare bei den redaktionellen Artikeln im Sinne gewerkschaftsnaher Wirtschaftsinstitute und auch im heutigen Leitartikel wird das Lob des großen Opposionsführers Steinbrück in der Haushaltsdebatte gesungen.

Das ist gut für das gutmenschelnde Gewissen der Redakteure, aber von (noch) linken BWL-Studenten, die dann auf das Online-Angebot zurück greifen, kann eine Börsenzeitung nicht leben.

In den Jahren nach der Abnabelung vom brittischen Mutterblatt war die Zeitung eine Bereicherung, in den letzten Jahren ist man dem Linkstrend der Öffentlich-Rechtlichen nachgehechelt und wunderte sich dabei, warum immer weniger im Monat knapp 50 Euro für grünen Einheitsbrei berappen wollten.

Das HANDELSBLATT wird's freuen.

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Torsten Klier

"Warum verkauft die Bundesbank,

die schließlich uns allen gehört, nicht mal 100 Tonnen und investiert dafür in die Jugend Südeuropas?“
(FTD 25.10.2012, Operation Fort Knox)

Auf so was sollen wir nun verzichten?
Aber Alternativen gibt es zum Glück. Wenn die Kopie eingestellt wird, müssen wir sie in Zukunft eben im Original lesen, die Rote Fahne.

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Torsten Klier

Schade um die FTD. Welch ein Mut. Praktisch das weltweit einmalige Projekt einer Finanztageszeitung

in der kaum jemand in der Redaktion den Hauch einer Ahnung von Betriebswirtschaft oder Volkswirtschaft oder Sprache oder den Interessen der Zielgruppe hat. (Kaderschmiede: Friedrich Ebert-Stiftung und Journalistenschulen – es gibt nichts sichereres um herrliche, formbare, junge, begeisterte Menschen zu bekommen). Diejenigen die Ahnung hatten, beließen es bei der Ahnung.

Und jetzt?
Völlige inhaltliche und sprachliche Inkompetenz, stramme (Partei-)Hauptstromtreue – all das wird vom Leser und Anzeigenkunden nicht mehr mit Phantastilliarden für die Tycoon-Familien Mohn und Jahr honoriert?
Allein die Prognosen zum Euro in der FTD in den letzten 10 Jahren. Alles komplett falsch, grotesk, dilettantisch. Wenn das als „Mission Statement“ (Fachsprache Unternehmensverfassungslyrikabteilungen) und Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert – was dann?

Ich werde sie jedenfalls vermissen, die rosa ZEIT.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.11.2012 07:08 Uhr
Martin Hofmann-Apitius

Wunderbarer Kommentar ....

Lieber Herr Klier, ein wunderbare Kommentar. Ich habe mich selbst immer gefragt, wer für den Mist, der in der FTD drin stand, eigentlich Geld ausgibt. Wie sich zeigt, waren es immer weniger Leser und wie so häufig müssen sich alle Traumtänzer irgendwann einmal den Realitäten stellen .... zuweilen sollen solche Konfrontationen mit der Realität ja einhergehen mit deftigen Aufschlaggeräuschen. Willkommen also, liebe FTD, in der Realität von Markt und Wirtschaft.

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 21.11.2012 19:37 Uhr

Gewerkschaft weiß alles

Wieder weiß die Gewerkschaft, wie man ein Unternehmen führt. Warum übernehmen die Gewerkschaften nicht alle darniederliegenden Betriebe?
Wenn man liest, es handele sich bei der Entscheidung des Verlages um eine gegen "Qualitätsjournalismus," dann muß die Nachricht von aufgelaufenen Verlusten in Höhe von rund 250 Mio eine Lüge sein und der Verlag so dumm, eine potentiell ertragreiche Zeitung einzustellen.
Also bleibt nur die Gewerkschaft als Retter.

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21.11.2012, 18:06 Uhr

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