Die Institute nehmen sich im Frühjahrsgutachten zahlreicher Themen an. Hier eine kleine Auswahl weiterer Analysen und Forderungen.
Für Konsum fehlt das Geld
Die außergewöhnlich schwache Zunahme des privaten Verbrauchs in den vergangenen Jahren gründet nach Analyse der Institute überwiegend im niedrigen Zuwachs der real verfügbaren Einkommen und im Vermögensverlust als Folge des Einbrechens der Aktienkurse Anfang des Jahrzehnts. Nur eine kleine Rolle habe gespielt, daß die Einkommensverteilung sich zugunsten Bezieher höherer Einkommen verschoben habe, die mehr sparen. Zu einem kleinen Teil trage auch die hohe Staatsverschuldung zur Konsumschwäche bei, weil die Verbraucher Einkommenseinbußen durch künftig höhere Steuern vorhersähen. Höhere Löhne würden die Lohnsumme und den Konsum nicht stützen, weil sie mittelfristig zu Beschäftigungsverlusten führten.
Lohnzurückhaltung verlangt
Die Institute mahnen die Tarifparteien, ihren moderaten Kurs in der Lohnpolitik 2006 und 2007 fortzusetzen. Die gerade für die Metall- und Elektroindustrie vereinbarte Tariflohnsteigerung um 3 Prozent sei "ein falsches Signal". Die Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen solle bevorzugt über einmalige Sonderzahlungen geregelt werden, um der Branche keinen höheren Kostensockel aufzuerlegen, der in der Zukunft bei Bedarf kaum abzubauen sei.
Absage an Mindestlohn
Die Institute raten der Bundesregierung "nachdrücklich davon ab, ein Mindestlohnsystem einzuführen". Positive Beschäftigungseffekte seien allenfalls theoretisch nachweisbar und in der Praxis nicht zu erwarten. Großbritannien sei als positives Beispiel kaum geeignet, weil dort der Arbeitsmarkt weniger reguliert sei und bei Einführung des Mindestlohns praktisch Vollbeschäftigung herrschte.
Ostdeutschland fällt zurück
Die Wirtschaft in den neuen Bundesländern hinkt auch 16 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch weit hinter den alten Ländern zurück. Zwar sei die Wirtschaft im Osten von 2002 bis 2004 stärker gewachsen als im Westen. Für dieses und das kommende Jahr prognostizieren die Ökonomen indes, daß das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Osten nur um 1,3 und 0,8 Prozent wachsen werde - und damit deutlich langsamer als im Westen. Derzeit erreicht das ostdeutsche BIP je Einwohner nur rund zwei Drittel des westdeutschen Niveaus, die Lohnstückkosten hingegen fast 100 Prozent.