http://www.faz.net/-gqe-768t0
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 02.02.2013, 14:23 Uhr

Früherer Forschungsreaktor Atommüll aus Jülich soll nach Amerika

Der Forschungsreaktor Jülich ist vor 25 Jahren abgeschaltet worden, aber noch immer lagern dort 152 Castor-Behälter in einem Zwischenlager. Jetzt wird ein Transport nach Amerika erwogen.

© dpa Castoren im Forschungszentrum Jülich

Im Streit um die hoch radioaktiven Brennelemente aus dem früheren Forschungsreaktor Jülich zeichnet sich eine Rückführung in das Herkunftsland Vereinigte Staaten ab. „Eine Entscheidung über die Möglichkeit der Annahme soll bis Ende dieses Jahres getroffen werden“, sagte ein Sprecher des Bundesforschungsministeriums in Berlin und bestätigte damit einen Bericht der „Wirtschaftswoche“.

Die Genehmigung für das Zwischenlager in Jülich läuft im Juni aus, es wurde aber der Antrag auf eine dreijährige Verlängerung gestellt. In dem Lager stehen 152 Castor-Behälter mit Brennelementekugeln. Gegen den ursprünglich geplanten Abtransport ins Zwischenlager Ahaus mit vielen Fahrten durch NRW hatte es heftigen Widerstand gegeben.

Der Forschungsreaktor - Betreiber sind Bund und das Land NRW - war 1988 abgeschaltet worden. Nach Aufgabe der Option Ahaus wird nun vor allem die Amerika-Variante verfolgt. Die amerikanische Energiebehörde habe ihre Bereitschaft signalisiert, „dass die USA bestrebt sind, Kernbrennstoff aus anderen Ländern, der für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt wurde, in die USA zurückzuführen, um jegliche Gefahr der weiteren Verbreitung dauerhaft zu vermeiden“, erklärt das Forschungszentrum Jülich auf seiner Internetseite.

Das Bundesumweltministerium verwies auf die Zuständigkeit des Forschungsministeriums in diesem Fall. Minister Peter Altmaier (CDU) hatte zuletzt wiederholt erklärt, dass es in seiner Amtszeit keinen Export von in Deutschland angefallenem Atommüll zur Endlagerung im Ausland geben solle. Das Forschungsministerium betonte, dass die Elemente aus den Vereinigten Staaten stammen, es habe schon in der Vergangenheit in solchen Fällen Rückführungen in das Herkunftsland gegeben.

Quelle: LNW

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
ENBW Atommüll auf dem Neckar

Hochradioaktive Abfälle sollen erstmals in Deutschland auf einem Fluss transportiert werden. Der Versorger ENBW will den Neckar nutzen - eine Gemeinde protestiert schon. Mehr Von Bernd Freytag, Karlsruhe

20.06.2016, 18:39 Uhr | Wirtschaft
Amerika 26 Stunden Sitzstreik im Repräsentantenhaus

Auch einen Tag nach seinem Beginn ging der Sitzstreik im amerikanischen Repräsentantenhaus für ein schärferes Waffengesetz weiter. Nachdem die hauseigenen Kameras abgeschaltet worden waren, sendeten die Abgeordneten via Internet weiter. Erst nach fast 26 Stunden war Schluss. Nach der Sommerpause wollen die Abgeordneten weiter für eine Verschärfung kämpfen. Mehr

24.06.2016, 15:42 Uhr | Politik
Demokraten in Amerika Pyjamaparty im Kongress

Der Sitzstreik der Demokraten im Repräsentantenhaus ist nach fast 26 Stunden beendet. Es war eine durchzechte Nacht, wie sie die amerikanische Demokratie lange nicht mehr erlebt hat. Das Protokoll einer Übernachtungsfeier mit traurigem Anlass. Mehr Von Aziza Kasumov

23.06.2016, 16:58 Uhr | Politik
Vorwahlen in Amerika Endspurt bei den Demokraten

Nach den Vorwahlen ist vor der Präsidentschaftswahl: Das Duell Trump gegen Clinton dürfte Amerika weiter spalten. FAZ.NET-Reporter Simon Riesche berichtet aus Los Angeles. Mehr

08.06.2016, 09:29 Uhr | Politik
CDU-Landesparteitag in Hessen Bouffier keilt gegen die AfD

Die AfD betreibe politische Realitätsverweigerung wirft der hessische Ministerpräsident den Rechtspopulisten vor. Seine Wiederwahl zum Landesvorsitzenden ist eine klare Sache. Mehr Von Timo Frasch, Darmstadt

18.06.2016, 15:04 Uhr | Politik

Das Unverständnis der EU-Freunde

Von Patrick Bernau

Das Brexit-Votum gefällt uns nicht, stimmen wir doch einfach noch mal ab! Was ist das für ein Verständnis von Demokratie? Mehr 67 274

Kommentar Ein Sieg des Misstrauens

Es geht nicht nur um die EU. Hinter der Brexit-Entscheidung steht ein drängendes Problem, das auch viele andere Länder betrifft. Mehr Von Patrick Bernau 307 303

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden