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Ohayŏ gozaimasu aus Tokio: Carsten Germis Angst vor der Blase

Japans Notenbankchef Kuroda hat die Märkte mit viel neuem Geld überrascht. Der Nikkei-Index steigt auf den höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Doch die gigantische Geldschwemme bereitet den ersten Abgeordneten schon Sorgen.

© AFP Vergrößern Tokio mit dem Fuji

Es war eigentlich nur noch eine Formsache: Haruhiko Kuroda, gerade mal gut drei Wochen Gouverneur der Bank von Japan, ist am Freitag vom Parlament in Tokio zum zweiten Mal im Amt bestätigt worden. Zu verdanken hat er das seinem Vorgänger, der aus Protest gegen den Druck der japanischen Regierung auf die Notenbank drei Wochen früher als geplant seinen Schreibtisch räumte. Die Abgeordneten des Parlaments mussten Kuroda deswegen zwei Mal zustimmen: Das erste für die drei Wochen, am Freitag nun für die offizielle neue Amtszeit von 5 Jahren, die am 8. April beginnt.

Kuroda hat es am Donnerstag geschafft, die Märkte wirklich zu überraschen. Wohl kaum jemand hatte damit gerechnet, dass die Bank von Japan gleich bei ihrer ersten geldpolitischen Sitzung unter neuer Führung alles auf eine Karte setzt. Eine Verdopplung der Geldbasis in nur zwei Jahren von derzeit 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen, der verstärkte Ankauf auch von länger laufenden Staatsanleihen, damit hat Kuroda die ohnehin schon hoch gesteckten Erwartungen der Finanzmärkte noch deutlich übertroffen. Die Märkte feierten am Freitag noch einmal. Der Aktienindex legte abermals um fast 1,6 Prozent zu und schloss bei 12.833 Punkten. So gut stand die Börse in Tokio seit August 2008, also vor Beginn der internationalen Finanzkrise, nicht mehr da. Der Yen verlor weiter dramatisch gegenüber fast allen anderen Währungen. Die Renditen, auch länger laufender Staatsanleihen, sind weiter auf Talfahrt. Für zehnjährige japanische Staatsanleihen erreichten sie mit 0,405 Prozent einen Rekord-Tiefststand. Gegenüber dem Dollar war der Yen mit 97 Yen zum Dollar so schwach wie seit August 2009 nicht mehr.

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Angst vor neuen Blasen

Bei so viel Erfolg ist manchem Abgeordneten am Freitag bei der Anhörung Kurodas doch ein bisschen flau geworden. Baut sich nach der gigantischen Geldschwemme die nächste große Blase auf? Der eine oder andere Parlamentarier fragte Kuroda deswegen schon mal vorsichtig nach einer Exit-Strategie. „Viel zu früh, um darüber zu sprechen“, antwortete der nur knapp. Er erwarte auch nicht, dass sich so schnell Blasen bilden, sagte der selbstbewusst auftretende neue Gouverneur den Abgeordneten. Seine Botschaft ist so einfach, dass sie die Märkte befeuert: Japan wird solange die Märkte mit Geld fluten, bis es seine leichte Deflation überwunden und ein Inflationsziel von 2 Prozent erreicht hat.

Mit dem einen großen Schuss gleich zu Beginn seiner Amtszeit setzt Kuroda alles auf eine Karte. Zwar sprach er vor den Abgeordneten bereits über weitere geldpolitische Lockerungen, die kommen müssten, wenn das Inflationsziel nicht erreicht wird. Vorerst wird er die aber nicht brauchen. An den Märkten spekulierten Händler und Analysten am Freitag bereits über einen Wechselkurs von 100 Yen zum Dollar und einen Anstieg des Nikkei auf 15.000 Punkte.

Quelle: FAZ.net

 
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