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Nachzahlung Steigender Heizölpreis treibt Mietnebenkosten

 ·  Die Unruhen in Ägypten haben in den vergangenen Tagen zu steigenden Notierungen für Rohöl und Heizöl geführt. Das trifft auch Mieter. Allerdings dürften sich die Nachzahlungen für das vergangene Jahr in Grenzen halten.

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Für Mieter sind die Nebenkosten zum Preistreiber der Wohnkosten geworden. Während die Kaltmieten über Jahre kaum gestiegen sind und erst allmählich anziehen, steigen die Kosten für Müll, Abwasser und vor allem für Heizung und Warmwasser schneller. Laut einer Auswertung des Bundesverbands der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen sind von 2000 bis 2012 die Preise für Gas um 93 Prozent und für Heizöl um 143 Prozent gestiegen. Auch der Deutsche Mieterbund wird an diesem Donnerstag von steigenden Nebenkosten berichten. Grundlage seiner Erhebung sind die Angaben der Mitglieder zur Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2011. Bei der vorangegangenen Umfrage ergaben sich für Heizung und Warmwasser je Monat und Quadratmeter Wohnung durchschnittlich 1,09 Euro an Kosten, 15 Prozent mehr als vor acht Jahren.

Angesichts solch hoher Aufwendungen werden Hausbesitzer und Mieter mit Sorge auf die steigenden Energiepreise achten. Unter anderem wegen der Unruhen in Ägypten ist der Rohölpreis seit Juni um gut 10 Prozent gestiegen. Das hat - wenn auch abgeschwächt - den Preis für Heizöl um etwa 4 Cent je Liter in die Höhe getrieben. Der Preis für Heizöl liegt bei einer Bestellmenge von 3000 Litern je nach Region zwischen 84 und 88 Cent je Liter. In Hafennähe, etwa in Hamburg, ist es oft relativ günstig, in Süddeutschland wegen der längeren Transportwege relativ teuer.

Heizöl ist zwar trotz des jüngsten Anstiegs deutlich billiger zu haben als im vergangenen Jahr. Gleichwohl könnten sich bei vielen Mietern empfindliche Nachforderungen ergeben, wenn die Nebenkostenabrechnungen für das Jahr 2012 eingehen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise zwar trotz des jüngsten Anstiegs niedriger. Aber im Durchschnitt des vergangenen Jahres, auf das sich die nun eingehenden Abrechnungen beziehen, war der Heizölpreis noch einmal gut 10 Prozent höher als im Jahr 2011. Mit einiger Verzögerung bekommen also auch Mieter die Schwankungen und Steigerungen der Energiepreise zu spüren.

Heizöl-Tanken im Sommer eher ungünstig

Ganz unmittelbar macht sich das für Hauseigentümer bemerkbar, die sich selbst um die Beschaffung der Brennmittel kümmern müssen. Angesichts der hohen Kosten überlegen viele Verbraucher, wann wohl der beste Zeitpunkt ist, um den Tank zu füllen. Dabei hat sich als eine Art Bauernweisheit durchgesetzt, dass die Bestellung im Sommer am günstigsten sein müsste, weil dann wegen des geringen Heizbedarfs weniger Nachfrage vorhanden sein sollte.

Daten, die der Heizölvermittler Fastenergy im Internet veröffentlicht, zeigen jedoch ein überraschendes Bild. Wenn die Jahreszeit überhaupt eine Rolle spielt, dann ist es eher ungünstig, den Tankwagen im Sommer kommen zu lassen. Betrachtet man die Preise der vergangenen zehn Jahre, dann war Heizöl in den Monaten Juni bis November überdurchschnittlich kostspielig. Am günstigsten waren dagegen die Wintermonate Dezember, Januar und Februar. Der Abstand zwischen dem im Durchschnitt günstigsten Monat (Januar) und dem ungünstigsten (Juli) machte in den vergangenen zehn Jahren immerhin fast 300 Euro bei einer Bestellung von 3000 Litern Heizöl aus.

Gleichwohl raten die meisten Fachleute von Spekulationen auf den Heizölpreis ab. Da die neueren Tanks meist nur noch 3000 Liter fassen, haben die Verbraucher ohnehin wenig Spielraum. Zumal kleinere Bestellungen den Preis je Liter in die Höhe treiben. Das schränkt die Spekulationsmöglichkeiten ein. Sinnvoll kann es dagegen sein, das Heizöl gemeinsam mit den Nachbarn zu ordern. Bei einer Bestellung der doppelten Menge geben einige Händler einen Preisnachlass von 1 bis 2 Prozent.

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