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Marktbericht „Das ist schockierend schwach“

 ·  Der Dax hat am Freitag kräftig nachgegeben. Nicht nur ein enttäuschender Arbeitsmarktbericht aus Amerika belastete die Stimmung, sondern auch charttechnische Faktoren. Trotz seines Durchhängers könnte der Leitindex in der neuen Handelswoche aber mit neuem Schwung ein Rekordhoch anpeilen, so Analysten.

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Nach zwei Handelstagen mit Verlusten weitete der deutsche Leitindex sein Minus um weitere 2,03 Prozent auf 7658,75 Punkte aus. In der verkürzten Woche nach Ostern verlor er damit 1,75 Prozent. Der M-Dax büßte 2,16 Prozent auf 12 922,90 Punkte ein. Der Tec-Dax sank um 2,09 Prozent auf 903,49 Punkte, während der breite FAZ-Index ein Minus von 1,96 Prozent auf 1651,75 Zähler aufwies.

Wall Street ebenfalls im Minus

Schockiert haben die Börsen am Freitag auf einen unerwartet schlechten Arbeitsmarktbericht Amerikas reagiert. Die Aktienmärkte gingen auf Talfahrt, die Notierungen von Bundesanleihen und Goldpreis schossen hingegen in die Höhe. In Amerika wurden im März lediglich 88.000 neue Stellen geschaffen - Analysten hatten mit 200.000 Jobs gerechnet. „Das ist schockierend schwach“, sagte Bruce McCain, Investmentstratege der Key Private Bank. „Ein Problem war aber, dass die Erwartungen durch das gute erste Quartal so hoch gewesen sind. Jetzt werden wir wieder vorsichtiger.“

Trösten konnte die Anleger nicht, dass die Arbeitslosenquote leicht auf 7,6 Prozent sank und der Vormonatswert der neuen Stellen deutlich nach oben korrigiert wurde. „Der aktuelle Arbeitsmarktbericht bietet nicht das, was die USA und speziell die US-Notenbank sehen möchten“, urteilte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. „Einer Abkehr von der ultra-expansiven Geldpolitik sind die USA mit den heutigen Daten sicherlich nicht näher gerückt.“

An der Wall Street fiel der Dow Jones mit den 30 Standardwerten zum Handelschluss in Europa um 0,8 Prozent auf 14.489 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sank um 0,9 Prozent auf 1545 Zähler. Der Nasdaq notierte 1,1 Prozent im Minus bei 3189 Punkten.

Bundesanleihen und Gold gesucht

Ihr Heil suchten die Anleger in den als sicher geltenden Bundesanleihen: Der Bund-Future legte um 40 Ticks auf 146,36 Punkte zu. Auch der Goldpreis ging mit 0,9 Prozent auf 1567 Dollar je Feinunze nach oben. Eine schwache Konjunktur und lockere Geldpolitik Amerikas dürften neben dem Goldpreis auch den Eurokurs weiter stärken und den Dollar schwächen.

Die europäische Gemeinschaftswährung übersprang am Freitag deshalb wieder die Marke von 1,30 Dollar. EZB-Präsident Mario Draghi hatte dem Euro bereits am Donnerstag mit der Äußerung Auftrieb gegeben, dass das hinter der Währung stehende politische Kapital nicht unterschätzt werden dürfe. Zudem seien die Rettungsmaßnahmen für Zypern keine Blaupause für künftige Hilfspakete in der Euro-Zone.

Unter den Einzeltiteln erwischten die Aktien von Fluggesellschaften in Europa und Asien keinen guten Tag. Anleger fürchteten Händlern zufolge, dass die in China grassierende Vogelgrippe die Reiselust dämpfen oder zu Einschränkungen im Flugverkehr führen könnten. In Frankfurt verloren Lufthansa -Papiere 5,2 Prozent und waren damit schwächster Wert im Dax. Dem Unternehmen drohen darüber hinaus noch neue Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi.

Auch die Papiere von TUI gerieten wegen der Furcht vor weniger Fernreisen infolge der Vogelgrippe unter Druck und verloren im MDax 4,5 Prozent. Im Kampf gegen die Seuche haben die
Behörden in China mit Massenschlachtungen von Geflügel begonnen, nachdem die Zahl der Todesopfer am Freitag auf sechs gestiegen ist.

Wochenausblick: Dax vor Sprint auf Rekordhoch?

Trotz seines kleinen Durchhängers könnte der Deutsche Aktienindex Dax aber in der neuen Handelswoche mit neuem Schwung ein Rekordhoch anpeilen. Der Auftakt in die Berichtssaion dürfte dem Index den Weg bereiten, schätzen Experten. Selbst das Säbelrasseln in Nordkorea und die weiterhin ungelösten Probleme in Europa dürften dem Anstieg zunächst nicht im Wege stehen. „Nach unserer Einschätzung kann der DAX kurzfristig ein All-Zeit-Hoch erreichen. Zu viele Investoren wollen es sehen‘“, so Postbank-Experte Heinz-Gerd Sonnenschein.

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Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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