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Greetings from Washington: Patrick Welter Was will die Federal Reserve?

Die Fed verwirrt die Finanzmärkte in den Vereinigten Staaten. Hier einige Interpretationshilfen zum Auftritt von Ben Bernanke vor dem Kongress und dem später veröffentlichten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses.

© AP/dpa Vergrößern Das Kapitol in Washington

Was will die amerikanische Notenbank Federal Reserve? Die Händler an der Wall Street hatten am Mittwoch Mühe, die Anhörung des Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke und das jüngste Fed-Protokoll unter einen Hut zu bringen. Erst veröffentlichte die Fed Bernankes Stellungnahme und die Indizes an der Wall Street sprangen auf Rekordhochs. Dann gaben sie mit seinem Auftritt vor dem Kongress nach und gingen nach Veröffentlichung des Fed-Protokolls mit einem Minus aus dem Handelstag. Der Dow-Jones-Index etwa schloss den Tag mit 0,52 Prozent im Minus bei 15.307 Punkten – und ließ vom Tageshoch bis zum Tagestief eine Spanne von 276 Punkten hinter sich.

An den europäischen Börsen müssen diese Informationen heute zum Teil noch verarbeitet werden. Hier einige Interpretationshilfen zur Fed-Kommunikation, die hilfreich sein könnten. Immer geht es um die Frage, ob und wann die Fed die quantitative Lockerung – den Ankauf von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren von insgesamt 85 Milliarden Dollar im Monat – zurücknimmt.

Bernanke vor dem Kongress: „Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik könnte die Zinssätze zeitweise steigen lassen, aber würde das substantielle Risiko mit sich bringen, die wirtschaftliche Erholung zu verlangsamen oder zu beenden und die Inflation weiter fallen zu lassen.“

Bernanke sieht die Notwendigkeit, die Wirtschaft weiter geldpolitisch zu stützen. Er deutet auch an, dass ihm ein weiterer Fall der Inflationsrate von derzeit ein Prozent nicht recht wäre.


Bernanke vor dem Kongress: „Wenn wir kontinuierliche Verbesserungen sehen und wenn wir das Vertrauen haben, dass diese Entwicklung nicht nachlässt, dann könnten wir in einem der nächsten wenigen Treffen die Gangart der Käufe einen Schritt zurücknehmen.“

Ob die Fed bald weniger Anleihen kauft, ist noch nicht entschieden. Es hängt allein davon ab, ob sie eine stabile und dauerhaft robuste wirtschaftliche Entwicklung erwartet. Bernanke betonte als Risiko vor allem die fiskalische Straffung in den Vereinigten Staaten.


Aus dem Protokoll des Offenmarktausschusses: „Eine Reihe von Teilnehmern drückte den Willen aus, den Fluss der Käufe schon beim Junitreffen nach unten anzupassen, wenn die wirtschaftlichen Informationen ... Anzeichen für hinreichendes und dauerhaftes Wachstum zeigen; jedoch variieren die Sichtweisen, welche Evidenz notwendig ist und über die Wahrscheinlichkeit dieses Ergebnisses.“

Der Offenmarktausschuss ist sich gar nicht einig, unter welchen Bedingungen und wann er die Ankäufe von Anleihen verringern will. Das Protokoll zeigt, dass die Mitglieder die wirtschaftliche Lage sehr unterschiedlich bewerten. Der Fed-Präsident von New York, William Dudley, erwartet, dass es drei bis vier Monate brauche, um Klarheit über die Stabilität der wirtschaftlichen Erholung zu gewinnen. Das heißt: Es wird geldpolitisch ein ruhiger Sommer. Realistischerweise denkt die Fed bei einer Anpassung der Anleihekäufe frühestens an die Septembersitzung. Bernanke wollte sich nicht festlegen, ob die Entscheidung schon vor dem Tag der Arbeit – dem 2. September – getroffen werde.


Bernanke vor dem Kongress: „Ein Schritt zur Reduzierung des Flusses des Ankäufe wäre kein automatischer, mechanistischer Prozess, um das Programm zu beenden.“

Im Gegensatz zu den ersten Runden der quantitativen Lockerung wird QE3 nicht schlagartig an einem Tag enden. Die Fed wird sich Zeit lassen, das Volumen verkleinern oder vergrößern und schauen, wie das auf die Wirtschaft wirkt. Sie will damit auch verhindern, dass sich am Markt übertriebene Erwartungen eines schnellen Endes der quantitativen Lockerung aufbauen.

Quelle: FAZ.net

 
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Veröffentlicht: 23.05.2013, 07:00 Uhr

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