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Greetings aus Singapur So geht das!

Schlechtes Wetter, fallende Kurse. Damit das nicht schon beim Frühstück die Laune vermiest, hat unser Korrespondent Christoph Hein gleich drei gute Nachrichten aus Asien, nämlich aus Indien, Japan und Indonesien.

© AP Vergrößern Vogelflug in Singapur

Draußen ist es trübe, und die Kurse fallen zu Handelsbeginn weiter. Weil kein Ende der herbstlichen Stimmung in diesem Frühsommer abzusehen ist, berichten wir an diesem Dienstagmorgen einfach mal von drei positiven Entwicklungen in Asien. Denn wer will zum Frühstück schon immer schlechte Nachrichten serviert bekommen?

Also: Dreimal Asien unter dem Motto „So geht das“. Erster Akt: Indien. Die indischen Geschäftsleute erweisen sich einmal mehr als verantwortungsvoller als ihre Politiker. Während die Sitzungsperiode nach Sitzungsperiode mit gegenseitigen Blockaden verstreichen lassen, handeln nun die Goldhändler. Aber eben ganz anders, als gedacht. Der größte Verband der Schmuckhändler, die All India Gems and Jewellery Trade Federation, hat ihre Mitglieder aufgerufen, keine Goldbarren oder Münzen mehr zu verkaufen. Dabei macht dieses Geschäft rund 35 Prozent ihres Gesamtumsatzes aus. Zuvor hatte schon Reliance Capital des Milliardärs Anil Ambani den Goldhandel eingestellt. Der Grund: „Wir müssen unserer Regierung helfen, das Leistungsbilanzdefizit zu verringern“, sagte Haresh Soni, der Vorsitzende des Verbandes der Schmuckhändler mit mehr als 40.000 Mitgliedern. Zweimal hatte die Regierung die Steuern auf das edle Metall schon erhöht, um die teuren Importe zu mindern. Nun helfen die Geschäftsleute, das Defizit, das im letzten Quartal des vergangenen Jahres 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen hatte, abzubauen. Solche Bürger will jede Regierung. Der Frühaufsteher meint: So geht das.

Vorbilder und Entschuldigungen

Gute Nachrichten gibt es auch aus Japan. Denn dort gibt es ein Vorbild. Der Präsident des Automobilhersteller Toyota, der Gründerenkel Akio Toyoda, erzielt mit seinem Unternehmen den höchsten Umsatz der fünf größten Automobilhersteller der Welt. Dafür aber gab es für ihn nur 184.000000 Millionen Yen am Jahresende – gerade einmal gut 1,4 Millionen Euro. Wie viel bekam VW-Chef Winterkorn noch? Richtig. 14,5 Millionen Euro. Natürlich hält Toyoda Anteile am Familienkonzern. Doch sprach er nun davon, wie viel Angst er gehabt habe, das Unternehmen zu führen. Dabei ist der Aktienkurs trotz aller Probleme, die den Japanern bleiben, seit Jahresbeginn um 28 Prozent gestiegen. So geht das, meinen wir.

Und auch in Südostasien gibt es einen Lichtblick, trotz Rauchnebelschwaden aus Indonesien. Denn der Präsident eben dieses Landes hat sich entschuldigt. Das ist eher selten unter Staatsmännern, zumal unter stolzen Ex-Generälen. Doch Susilo Bambang Yudhoyono sagte: „Als Präsident bitte ich um Entschuldigung und um Verständnis bei unseren Brüdern und Schwestern in Singapur und Malaysia.“ Nicht, dass das etwas änderte – die Giftwolken, die entstehen, wenn die Plantagenbesitzer die Torfböden anzünden, um dann weitere Monokulturen pflanzen zu können, hängen weiter über der malaysischen Peninsula. 1997, beim bislang stärksten Haze, lagen die Kosten der unschuldigen Nachbarländer Indonesiens bei geschätzten 9 Milliarden Dollar. Aber zumindest eine Entschuldigung war fällig. Auch wenn der Torf weiter glimmt. Der Frühaufsteher meint: So geht das.

Und siehe da, während wir uns auf die Suche nach dem Guten in Asien machen, drehen auch die Kurse zumindest einiger Börsen ins Plus. Ganz leicht zumindest. Der Nikkei gewinnt 0,7 Prozent, und Händler nennen Japan inzwischen einen „sicheren Hafen“ – gemessen an China zumindest. Sogar der von China abhängige australische Index legte 0,3 Prozent zu. Dementsprechend notierte der Regionalindex MSCI gegen Mittag 0,3 Prozent höher. So geht das.

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Quelle: FAZ.net

 
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