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Greetings aus New York Nasdaq in der Blitzstarre

 ·  Technische Probleme legten die Nasdaq am Donnerstag für mehr als drei Stunden lahm. Gut ein Jahr nach dem Facebook-Debakel ist Nasdaq-Chef Robert Greifeld wieder einmal in Erklärungsnot.

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Robert Greifeld steht wieder einmal blamiert da. Der Vorstandsvorsitzende des Börsenkonzerns Nasdaq OMX kam erst im vergangenen Jahr in Erklärungsnot, als der Börsengang des Internetunternehmens Facebook zu einem Debakel wurde. Damals kam der Eröffnungskurs eine halbe Stunde zu spät, und als die Aktien endlich gehandelt werden konnten, erhielten Anleger stundenlang keine Bestätigung ihrer Aufträge. Viele Anleger machten die Nasdaq mitverantwortlich für die enttäuschende Entwicklung des Aktienkurses von Facebook beim Börsenstart. Erst vor wenigen Monaten schloss Nasdaq OMX wegen der Pannen beim Börsengang von Facebook einen Vergleich mit der Börsenaufsicht SEC und erklärte sich zur Zahlung von 10 Millionen Dollar bereit.

Der mehrstündige Ausfall des Handels an der Nasdaq am Donnerstag war somit eine Art Déjà-vu für Greifeld, wobei diesmal nicht nur eine Aktie betroffen war, sondern alle. Kurz nach zwölf Uhr mittags kam an der Nasdaq der Handel mit Tausenden von Aktien und anderer Wertpapiere wie Optionen zu einem jähen Halt. Damit lag ein großer Teil des amerikanischen Aktienhandels lahm: Rund ein Viertel des gesamten Handelsvolumens in den Vereinigten Staaten entfällt auf die Nasdaq, prominente Unternehmen wie Apple, Microsoft, Intel und eben Facebook sind an der Technologiebörse gelistet. Erst gegen 15:30 Uhr, also eine halbe Stunde vor Börsenschluss, wurde der Handel wiederaufgenommen. Manche sprachen von einem „Flash Freeze“, einer „Blitzstarre“, in Anlehnung an den „Flash Crash“ im Jahr 2010, als der Dow-Jones-Index innerhalb weniger Minuten ohne offensichtlichen Grund dramatisch absackte.

Die Nasdaq gab erst mehr als eine Stunde nach Handelsschluss eine dürre Stellungnahme heraus und blieb darin sehr vage, was die Ursache für den Ausfall betrifft. Es war lediglich von „technischen Schwierigkeiten“ die Rede. Diese Schwierigkeiten seien schon nach 30 Minuten behoben worden, die verbleibende Zeit des Ausfalls sei darauf verwendet worden, zusammen mit anderen Börsen und Aufsichtsbehörden eine „ordentliche Wiederaufnahme des Handels“ sicherzustellen.

Der Nasdaq-Ausfall war die jüngste in einer ganzen Serie von Pannen an den amerikanischen Börsen, die für viel Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt hat. Erst am Dienstag dieser Woche führte ein Programmierfehler bei der Investmentbank Goldman Sachs zu einer Welle ungewollter Aufträge im Markt für Optionen auf Aktien und börsennotierte Fonds.

Große Indizes an der Wall Street schließen im Plus

Greifelds Konzern bekam die Panne nach der Wiederaufnahme des Handels auch am eigenen Aktienkurs zu spüren, der mehr als 3 Prozent an Wert verlor. Ansonsten hielten sich die Auswirkungen auf die Kurse aber in Grenzen. Der Nasdaq Composite Index kletterte bis zum Handelsschluss um 39 Punkte auf 3639 Punkte. Auch die anderen großen Indizes schlossen im Plus. Der Dow-Jones-Index legte um 66 Punkte auf 14.964 Punkte zu, der S&P 500 erhöhte sich um 14 Punkte auf 1657 Punkte.

Während der Ausfall an der Nasdaq noch andauerte, schlug Neu-Twitterer Carl Icahn wieder zu. Der Investor ließ in der vergangenen Woche über Twitter verlauten, dass er beim Elektronikkonzern Apple eingestiegen ist und sich einen größeren Aktienrückkauf vom Unternehmen wünscht. Am Donnerstag twitterte er, er habe mit Apple-Vorstandsvorsitzenden Tim Cook für September ein Abendessen vereinbart. Cook habe ihm gesagt, er sei für einen Aktienrückkauf, und bei dem Treffen solle es um die Höhe gehen. Apple hat in diesem Jahr sein Aktienrückkaufprogramm schon deutlich von 10 Milliarden auf 60 Milliarden Dollar erhöht. Die Apple-Aktie, die vor dem Nasdaq-Ausfall leicht im Minus notiert hatte, beendete den Tag nach Wiederaufnahme des Handels mit einem leichten Kursgewinn.

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