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Greetings aus New York Ereignisreicher Jahrestag für Marissa Mayer

Vor genau zwölf Monaten heuerte Yahoo den Google-Superstar als Vorstandsvorsitzende an. Mayers bisherige Bilanz ist gemischt. Am Dienstag wird das Unternehmen Quartalszahlen vorlegen.

© dapd Die Skyline von New York.

Am Dienstag vor genau einem Jahr sorgte der amerikanische Internetkonzern Yahoo für einen Paukenschlag: Das Unternehmen berief Marissa Mayer zu seiner neuen Vorstandsvorsitzenden. Es war völlig unerwartetes Manöver. Yahoo holte seine neue Chefin ausgerechnet vom Rivalen Google, wo Marissa Mayer einst zu den ersten zwanzig Mitarbeitern gehörte und wo sie zu einer der prominentesten Figuren der Internetbranche wurde.

Roland Lindner Folgen:

Yahoo warb Mayer in der Hoffnung ab, dass sie das Unternehmen wieder zu alter Relevanz zurückführen kann. Die einstige Glanzadresse der Internetbranche hatte zuvor im Wettbewerb seit Jahren an Boden verloren, nicht zuletzt gegenüber Mayers altem Arbeitgeber Google.

Gemischte Bilanz

Ein Jahr nach Mayers Antritt ist die Bilanz gemischt. Der Aktienkurs hat seither um mehr als 70 Prozent zugelegt, was aber zu einem nicht geringen Teil mit der Beteiligung an der chinesischen Internetgesellschaft Alibaba zu tun haben dürfte. Die Ergebnisse im operativen Geschäft waren dagegen bis zuletzt wenig berauschend.

Beim letzten Quartalsbericht im April wies Yahoo einen deutlichen Umsatzrückgang aus. Im Kerngeschäft mit der Internetwerbung zeichnete sich noch keine Erholung ab. Mayer bat damals um Geduld: Um Yahoo zu den erhofften Wachstumsraten zurückzuführen, werde es mehrere Jahre dauern. Der Weg zum Erfolg werde eine „Serie von Sprints“ sein.

Viel anders gemacht

Ohne Zweifel hat Marissa Mayer Yahoo ihren Stempel aufgedrückt. Sie sah es als eine ihrer dringlichsten Aufgaben an, die demotivierte Belegschaft wieder aufzurichten, und führte eine Reihe von Annehmlichkeiten ein, die Google bietet, etwa Gratisessen in der Kantine. Außerdem bekamen die Mitarbeiter ein kostenloses Smartphone ihrer Wahl. Mayer löste außerdem eine öffentliche Debatte aus, als sie Beschäftigte ins Büro zurückbeorderte, die zuvor von zuhause aus gearbeitet hatten.

Mayer hat außerdem eine Reihe der Yahoo-Produkte wie E-Mail und den Fotodienst Flickr erheblich überarbeitet, und sie sorgte mit einigen Akquisitionen für Schlagzeilen. So kaufte sie im März einem britischen Teenager sein Unternehmen Summly ab und zahlte dafür angeblich 30 Millionen Dollar. Noch spektakulärer war der im Mai verkündete Zukauf des Blogging-Dienstes Tumblr für 1,1 Milliarden Dollar.

Mehr zum Thema

Am Jahrestag ihrer Berufung steht Mayer unter Druck, den Finanzmärkten zu demonstrieren, dass Yahoo auf dem richtigen Weg ist. Das Unternehmen wird am Dienstag nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Vor Börsenbeginn werden am Dienstag außerdem Ergebnisse der Bank Goldman Sachs und des Getränkekonzerns Coca-Cola erwartet.

Die Wall Street startete am Montag mit leichten Gewinnen in die Woche. Der Dow-Jones-Index legte um 20 Punkte auf 15484 Punkte zu. Der S&P 500 erhöhte sich um 2 Punkte auf 1683 Punkte, der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 7 Punkte auf 3607 Punkte.

Quelle: FAZ.NET

 
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