http://www.faz.net/-gqe-785sz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 05.04.2013, 07:19 Uhr

Good Morning aus New York: Norbert Kuls Wall Street fürchtet schwache Arbeitsmarktdaten

An der Wall Street blicken heute alle auf die Zahlen vom Arbeitsmarkt. Die Amerikaner machen sich Sorgen um ihre Konjunktur - und investieren lieber in amerikanische Staatsanleihen.

© dapd Die Skyline von New York.

Das Top-Thema an der Wall Street werden am Freitag die amerikanischen Arbeitsmarktdaten sein. Das Arbeitsministerium veröffentlicht die Daten für den März um 14:30 Uhr MESZ - eine Stunde vor Eröffnung des Börsenhandels in New York. Ökonomen haben ihre Prognosen in dieser Woche etwas zurückgeschraubt, weil am Mittwoch die Markteinschätzungen des privaten Informationsdienstes ADP schlechter ausgefallen waren als erwartet. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung so stark gestiegen waren wie seit November nicht mehr. Nach einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen Volkswirte für den März im Durchschnitt mit 190.000 neu geschaffenen Stellen – nach einem Plus von 236.000 im Februar. Die Arbeitslosenquote dürfte konstant bei 7,7 Prozent bleiben.

Soweit die offiziellen Schätzungen. Nach den Marktreaktionen am Donnerstag zu urteilen, machen sich Börsianer aber größere Sorgen um die amerikanische Konjunktur. Als inoffizielle „Flüster-Nummer“ wurde an der Wall Street die Zahl von nur 150.000 neuen Jobs herumgereicht. Marktteilnehmer gingen auf Nummer sicher. Gesucht waren am Donnerstag amerikanische Staatsanleihen. Die Rendite von Treasuries mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren, die sich gegenläufig zum Preis entwickelt, ging auf 1,759 Prozent zurück – das niedrigste Niveau in diesem Jahr.

Verwaltungsratsvorsitzender von Hewlett-Packard, Raymond Lane, tritt zurück 

Die Aktienmärkte erholten sich zwar etwas von den Verlusten des Vortages. Der Dow Jones stieg um 0,4 Prozent auf 14.606 Punkte. Der breiter gefasste Aktienindex S&P 500 legte ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1560 Punkte zu. Dennoch prägte Risikoscheu den Handel. Angeführt wurde die Erholung abermals von defensiven und konjunkturunabhängigen Titeln: Telekom-Gesellschaften und Stromversorger.

Nach der Schlussglocke der New Yorker Börse gab der Technologiekonzern Hewlett-Packard den Rücktritt seines Verwaltungsratsvorsitzenden Raymond Lane bekannt. Lane, der dem Aufsichtsgremium weiter als einfaches Mitglied angehören wird, ist das jüngste Opfer des Debakels um den 2011 gekauften britischen Softwarekonzern Autonomy. Hewlett-Packard musste Milliarden von Dollar auf die Akquisition abschreiben, die von Lane abgesegnet worden war. Lane war auf der Hauptversammlung des Unternehmens im März nur mit ungewöhnlich knapper Mehrheit im Amt bestätigt worden. Zwei weitere Ratsmitglieder, denen die Aktionäre ein ähnlich schwaches Zeugnis ausgestellt hatten, werden ihr Amt aufgeben. Der Verwaltungsrat wird nun vom Investor Ralph Whitworth geführt, bis ein permanenter Nachfolger gefunden ist.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Meldungen Netflix-Prognose enttäuscht die Wall Street

Der Online-Videodienst Netflix hat mit einer zurückhaltenden Prognose die Börse schwer enttäuscht. Der IBM-Umsatz sinkt weiter und Google hat das nächste Problem in Europa. Die Deutsche Bank musseinen Rückschlag im Top-Management hinnehmen. Mehr

19.04.2016, 06:47 Uhr | Wirtschaft
Video Aufregung um kletternden Baby-Bär

Die Anwohner in Cortland im amerikanischen Bundesstaat New York staunten nicht schlecht: Ein Baby-Bär kletterte in einem Baum herum. Mehr

26.04.2016, 15:30 Uhr | Gesellschaft
Aktienrückkäufe Die letzte Hoffnung der Wall Street

Amerikanische Unternehmen wie Apple kaufen massiv eigene Aktien zurück. Die Praxis wird jetzt von prominenten Anlegern in Frage gestellt. Mehr Von Norbert Kuls, New York

28.04.2016, 07:35 Uhr | Finanzen
Präsidentschaftskandidatur Frustrierte New Yorker wollen für Trump stimmen

Im amerikanischen Bundesstaat New York ist die Arbeitslosigkeit hoch, viele junge Leute verlassen ihre Heimat. Einige Bürger setzen auf den Republikaner Donald Trump als nächsten Präsidenten. Mehr

19.04.2016, 14:54 Uhr | Politik
Carl Icahn vs. Apple Sind die Tech-Aktien in Schwierigkeiten?

Der einflussreiche New Yorker Hedgefondsmanager Carl Icahn verkauft sein Apple-Aktienpaket. Aber ist das wirklich ein schlechtes Zeichen für den weiteren Trend von Technologieaktien? Mehr Von Roland Lindner und Norbert Kuls, New York

30.04.2016, 11:49 Uhr | Finanzen
Wertpapiersuche