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Good Morning aus New York: Norbert Kuls Wall Street fürchtet schwache Arbeitsmarktdaten

 ·  An der Wall Street blicken heute alle auf die Zahlen vom Arbeitsmarkt. Die Amerikaner machen sich Sorgen um ihre Konjunktur - und investieren lieber in amerikanische Staatsanleihen.

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Das Top-Thema an der Wall Street werden am Freitag die amerikanischen Arbeitsmarktdaten sein. Das Arbeitsministerium veröffentlicht die Daten für den März um 14:30 Uhr MESZ - eine Stunde vor Eröffnung des Börsenhandels in New York. Ökonomen haben ihre Prognosen in dieser Woche etwas zurückgeschraubt, weil am Mittwoch die Markteinschätzungen des privaten Informationsdienstes ADP schlechter ausgefallen waren als erwartet. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenversicherung so stark gestiegen waren wie seit November nicht mehr. Nach einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen Volkswirte für den März im Durchschnitt mit 190.000 neu geschaffenen Stellen – nach einem Plus von 236.000 im Februar. Die Arbeitslosenquote dürfte konstant bei 7,7 Prozent bleiben.

Soweit die offiziellen Schätzungen. Nach den Marktreaktionen am Donnerstag zu urteilen, machen sich Börsianer aber größere Sorgen um die amerikanische Konjunktur. Als inoffizielle „Flüster-Nummer“ wurde an der Wall Street die Zahl von nur 150.000 neuen Jobs herumgereicht. Marktteilnehmer gingen auf Nummer sicher. Gesucht waren am Donnerstag amerikanische Staatsanleihen. Die Rendite von Treasuries mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren, die sich gegenläufig zum Preis entwickelt, ging auf 1,759 Prozent zurück – das niedrigste Niveau in diesem Jahr.

Verwaltungsratsvorsitzender von Hewlett-Packard, Raymond Lane, tritt zurück 

Die Aktienmärkte erholten sich zwar etwas von den Verlusten des Vortages. Der Dow Jones stieg um 0,4 Prozent auf 14.606 Punkte. Der breiter gefasste Aktienindex S&P 500 legte ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1560 Punkte zu. Dennoch prägte Risikoscheu den Handel. Angeführt wurde die Erholung abermals von defensiven und konjunkturunabhängigen Titeln: Telekom-Gesellschaften und Stromversorger.

Nach der Schlussglocke der New Yorker Börse gab der Technologiekonzern Hewlett-Packard den Rücktritt seines Verwaltungsratsvorsitzenden Raymond Lane bekannt. Lane, der dem Aufsichtsgremium weiter als einfaches Mitglied angehören wird, ist das jüngste Opfer des Debakels um den 2011 gekauften britischen Softwarekonzern Autonomy. Hewlett-Packard musste Milliarden von Dollar auf die Akquisition abschreiben, die von Lane abgesegnet worden war. Lane war auf der Hauptversammlung des Unternehmens im März nur mit ungewöhnlich knapper Mehrheit im Amt bestätigt worden. Zwei weitere Ratsmitglieder, denen die Aktionäre ein ähnlich schwaches Zeugnis ausgestellt hatten, werden ihr Amt aufgeben. Der Verwaltungsrat wird nun vom Investor Ralph Whitworth geführt, bis ein permanenter Nachfolger gefunden ist.

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