Home
http://www.faz.net/-gqe-75ltr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
CIO View

Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien etwas fester

Der gute Start der amerikanischen Berichtssaison beschert dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch Gewinne. Da die Quartalszahlen und der Ausblick von Alcoa gemeinhin als Konjunkturindikator gälten, seien sie wegweisend und sollten auch den Dax beflügeln, heißt es.. In Asien legten die Kurse zu. In den Vereinigten Staaten stieg der Preis des Terminkontrakts auf den Leitindex Dow Jones.

© FAZ Helfert

Der Dax rückt um 0,4 Prozent auf 7726 Punkte vor und machte damit einen Teil seines Vortagesverlustes wieder wett. Der marktbreite FAZ-Index steigt um 0,45 Prozent auf 1665 Punkte. Bankaktien setzen ihre Erholung weiter fort. Commerzbank gewinnen 2,7 Prozent, Deutsche Bank 1,6 Prozent.

ThyssenKrupp zählten mit plus 1,6 Prozent Euro ebenfalls zu den Favoriten. Es sei vor allem die gute Quartalsbilanz von Alcoa, die die Aktien des Industriekonzerns und Stahlherstellers stützten, sagt ein Händler. Mit plus 1,5 Prozent zeigen sich auch die Titel der Deutschen Telekom sehr fest. Laut „Financial Times“ planen die größten europäischen Telekomkonzerne den Aufbau eines gemeinsamen europäischen Netzwerks, um sich die Infrastruktur länderübergreifend zu teilen. Darüber sei bei einem privaten Treffen zwischen dem EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und den Chefs der größten Telekomunternehmen gesprochen worden.

Lanxess werden einmal mehr von einem kritischen Analystenkommentar belastet und büßen 2,4 Prozent ein, nachdem sie tags zuvor bereits mehr als drei Prozent verloren haben. Händlern zufolge senkte die Citigroup ihr Anlageurteil für den Chemiekonzern auf „Sell“.

Gildemeister rücken um 2,4 Prozent vor. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf die Zeitung „Nikkei“ berichtet, will der japanische Partner und Anteilseigner des Anlagenbauers, Mori Seiki, DMU-50-Maschinen in diesem Jahr in Japan herstellen, um Frachtkosten zu sparen. Es werde erwartet, dass sich die Aufträge in Japan für Gildemeister-Produkte in einigen Jahren verdoppelten. Das Ziel für das laufende Geschäftsjahr liege bei 250 Maschinen.

Rentenmarkt gibt nach

Die deutschen Bundesanleihen verzeichnen am Mittwochmorgen leichte Kursverluste. Weitere Impulse könnten im Tagesverlauf aktuelle Konjunkturdaten bringen. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 20 Basispunkte auf 143,23 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 126,64 Prozent. Am Primärmarkt tritt im Tagesverlauf Deutschland auf und bietet fünfjährige Bundesobligationen im Volumen von 5 Milliarden Euro an.

Euro wenig verändert

Der Euro hat am Mittwochmorgen die Talfahrt des Vortags abgebremst. Investoren gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag dieser Woche die Leitzinsen für die Eurozone nicht weiter senken wird. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,3078 Dollar gehandelt.  Weitere Impulse könnten im Tagesverlauf aktuelle Konjunkturdaten bringen. „Es gibt nicht mehr die gleiche Besorgnis im Hinblick auf Abwärtsrisiken oder potenzielle Ansteckungseffekte” in Europa, sagt Sacha Tihanyi, Leitender Währungsstratege bei Scotiabank in Hongkong. „Der Euro wird nicht absacken, es besteht aber auch kein Grund, um übermäßig optimistisch zu sein”, ergänzte er.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Gut behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,4 Punkte auf 2719,12 Zähler.

Quartalszahlen und Ausblick von Alcoa wurden freundlich aufgenommen. Alcoa sprach in seinem Ausblick von einer positiv erwarteten Nachfrageentwicklung, insbesondere in China. Der Aktienkurs legte um 1,1 Prozent auf 9,20 Dollar zu. Der Aluminiumkonzern eröffnet traditionell die amerikanische Berichtssaison und wies dabei dank harter Sparmaßnahmen und eines nachlassenden Preisdrucks für das Schlussquartal im Gegensatz zur Vorjahresperiode wieder einen Gewinn aus.

Um 2 Prozent auf 32,01 Dollar nach oben ging es nachbörslich für die Papiere des Festplattenherstellers Seagate. Das Unternehmen hatte seinen Umsatzausblick angehoben und rechnet im zweiten Quartal nun mit mindestens 3,6 Milliarden nach bislang 3,5 Milliarden Dollar.

Ein Übernahmeangebot von Dish Network für Clearwire trieb den Kurs der Clearwire-Aktie um 8,6 Prozent auf 3,17 Dollar nach oben. Dish Network bietet 5,15 Milliarden Dollar für Clearwire und übertrifft damit das bislang bereits von Sprint Nextel vorliegende Gebot. Sprint hatte 2,2 Milliarden Dollar für den Clearwire-Anteil geboten, der bislang noch nicht im Besitz von Sprint ist.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Furcht von Händlern Dax könnte unter 10.000 Punkte sinken

Nachbörslich hatte der Dax am Freitag die 10.000-Punkte-Marke schon unterschritten. Nun fürchten Händler, dass die Kurse auch im regulären Handel am Montag noch einmal abtauchen könnten. Wie sie diese Sorge begründen. Mehr Von Christian Siedenbiedel

23.08.2015, 17:08 Uhr | Finanzen
Konzernumbau Aus Google wird Alphabet

Der amerikanische Konzern Google hat überraschend einen Unternehmens-Umbau angekündigt. Die neue Gesellschaft werde als Holding organisiert, erklärte Google-Chef Larry Page. Die Google-Aktien klettern im nachbörslichen Handel rund sieben Prozent in die Höhe. Mehr

11.08.2015, 12:11 Uhr | Wirtschaft
Aktiencrash Chinas Aktienkurse stürzen weiter

Anleger in Fernost verkaufen weiterhin panisch ihre Aktien. Chinas wichtiger Index Shanghai Composite ist zum Handelsauftakt um 6,4 Prozent abgesackt. Im Tagesverlauf erholten sich die Kurse leicht, doch sie bleiben tief im Minus. Mehr

25.08.2015, 06:45 Uhr | Finanzen
Finanzkrise Dax fällt zeitweise wegen drohender Griechenland-Pleite unter 11.000 Punkte

Die drohende Pleite Griechenlands hat einen Ausverkauf europäischer Aktien ausgelöst. Kurz nach Eröffnung der Frankfurter Börse ging es kräftig nach unten mit dem Dax. Das Börsenbarometer fiel um mehr als vier Prozent und rutschte auch unter die 11.000 Punkte-Marke. Das ist der größte Kursrutsch seit dreieinhalb Jahren. Mehr

29.06.2015, 12:27 Uhr | Wirtschaft
Turbulenzen an den Börsen Dow schließt mit höchstem Tagesgewinn seit vier Jahren

Nach den großen Verlusten der vergangenen Handelstage haben unerwartet gute Konjunkturdaten der Wall Street ein sattes Plus beschert. Dies drängte die Sorge um Chinas Wirtschaft, die den Handel zuletzt stark bestimmt hatte, in den Hintergrund. Mehr

26.08.2015, 22:49 Uhr | Finanzen

Veröffentlicht: 09.01.2013, 07:04 Uhr

Wertpapiersuche