Home
http://www.faz.net/-gqe-75dc1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.12.2012, 07:52 Uhr

Blick auf den Finanzmarkt Dax vor Endspurt in Amerika kaum verändert

Am letzten Handelstag des Jahres hat sich der Dax kaum bewegt. Der unsichere Ausgang des amerikanischen Haushaltsstreits stimmte die Investoren vorsichtig. Präsident Barack Obama wird sich nach Angaben eines Sprechers am Freitag mit vier Top-Politikern von Demokraten und Republikanern treffen, um vor Ende der Frist 31. Dezember doch noch eine Einigung zu erreichen. Der Dax notierte nahezu unverändert bei 7657 Punkten. Gehandelt wird am Freitag nur bis 14 Uhr. Seit Jahresbeginn ist der Leitindex um knapp 30 Prozent gestiegen.

© FAZ Helfert

Der Dax ist am Freitag kaum verändert in den verkürzten letzten Handelstag dieses Jahres gestartet. Auch eine immer wahrscheinlicher werdende Fiskalklippe in den Vereinigten Staaten lässt die Anleger nach einem erfolgreichen Jahr 2012 weiter nahezu kalt. Der deutsche Leitindex legte in den ersten Minuten 0,01 Prozent zu auf 7657 Punkte. Im bisherigen Jahresverlauf gewann der Dax bislang knapp 30 Prozent, und kletterte dabei alleine seit Mitte November ohne größere Atempause um gut 10 Prozent. Der M-Dax legte an diesem Morgen um 0,2 Prozent zu auf 11.997,1 Punkte. Der Tec-Dax stieg um 0,1 Prozent nach auf 831,3 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gewann leicht um 0,1 Prozent auf 1646,6 Punkte.

Der amerikanische Präsident Barack Obama will nach Informationen der „New York Times“ nochmals einen Versuch unternehmen, um mit den Republikanern doch noch einen Kompromiss vor Jahresende zu finden. Allerdings gab es bisher keinen Hinweis, dass Regierung und Opposition aufeinander zugehen. Unter Demokraten und Republikanern wächst daher der Zweifel, ob bis zum Jahresende eine Lösung gefunden werden kann, um automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Höhe von 600 Milliarden Dollar (Fiskalklippe) abzuwehren. Experten meinen jedoch, es sei auch eine Einigung zum Jahresbeginn denkbar - ohne dass die Vereinigten Staaten sofort in die Rezession stürzen würden. Höhere Staatsabgaben und die meisten Kürzungen würden erst im Laufe des Jahres richtig spürbar werden, hieß es zur Begründung.

Deutsche Anleihen etwas schwächer

Am Markt für deutsche Staatsanleihen sind die Kurse am Freitag mit der Hoffnung auf eine Einigung im amerikanischen Haushaltsstreit etwas schwächer in den Handel gestartet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen um 0,08 Prozent auf 145,43 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stand bei 1,32 Prozent. Präsident Barack Obama will nach Informationen der „New York Times“ im Haushaltsstreit nochmals einen Versuch unternehmen, um mit den Republikanern doch noch einen Kompromiss vor Jahresende zu finden.

Am Markt gebe es Hoffnung, dass der Sturz von der „Fiskalklippe“ in letzter Minute verhindert werden kann, und das sorge für etwas Risikofreude, erklärten Händler den leichten Verkaufsdruck bei den als sicher geltenden Bundesanleihen. Außerdem dürften am Nachmittag wichtige Daten zur Stimmung von Einkaufsmanagern in den Vereinigten Staaten das Interesse der Investoren auf sich ziehen. Am späten Vormittag könnte zudem eine Versteigerung von Staatsanleihen in Italien die Kurse der deutschen Staatsanleihen bewegen.

Euro hält sich weiter stabil über 1,32 Dollar

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag weiter stabil über der Marke von 1,32 Dollar gehalten. Mit Blick auf die jüngste Entwicklung im amerikanischen Haushaltsstreit dürften sich die Investoren am Devisenmarkt zunächst zurückhalten, erklärten Händler die geringen Kursausschläge. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3243 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3266 (Montag: 1,3218) Dollar festgesetzt.

1 | 2 | 3 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amerikanischer Aktienmarkt Der Ölpreisverfall belastet die Wall Street

Ernüchterung an der Börse in New York: Die neuerlichen Sorgen vor einem Abflauen der Weltwirtschaft durch den sinkenden Ölpreis schwächt vor allem die Aktien von Energiekonzernen und Banken. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Mehr

02.02.2016, 23:21 Uhr | Finanzen
Amerika Trump stellt Wählbarkeit von Ted Cruz infrage

Im Kandidatenrennen der amerikanischen Republikaner wird die nächste skurrile Seite aufgeschlagen. Donald Trump wirft seinem aktuell härtesten Mitstreiter Ted Cruz vor, nicht in den Vereinigten Staaten geboren zu sein. Damit stellt Trump dessen Wählbarkeit infrage. Mehr

15.01.2016, 12:40 Uhr | Politik
Sorgen an den Finanzmärkten Drei ernste Warnsignale

Auf den Finanzmärkten herrscht Unruhe - und Amerika steht dabei im Fokus. Anleger suchen in Staatsanleihen sichere Häfen. Der Dax fällt auf ein Jahrestief. Beunruhigende Trends sind erkennbar. Mehr Von Gerald Braunberger

05.02.2016, 12:46 Uhr | Finanzen
Washington D.C. Obama hält letzte Rede zur Lage der Nation

Anfang 2017 verlässt Barack Obama das Weiße Haus. Nach zwei Amtszeiten darf er nicht mehr zur Wahl des Präsidenten antreten. Mehr

13.01.2016, 09:26 Uhr | Politik
Börsenkurse Dax fällt deutlich unter 9000 Punkte

Der Deutsche Aktienindex ist zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. Besonders Bankaktien verlieren deutlich an Wert. Mehr

08.02.2016, 14:12 Uhr | Finanzen
Wertpapiersuche