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Asiatische Aktien Goldman Sachs empfiehlt den Einstieg in China

Ist der Zeitpunkt zum Einstieg in den chinesischen Aktienmarkt schon gekommen? Sinkende Rohstoffpreise verweisen auf die schwache Nachfrage aus der Volksrepublik. Indien profitiert davon, Australien leidet. Gleichwohl legten australische Aktien am Mittwoch kräftig zu.

© AP Vogelflug in Singapur

Wann ist ein Tief ein Tief? Die Börsianer trauen dem chinesischen Aktienmarkt noch nicht. Anders Goldman Sachs: Deren Analysten appellierten an Interessenten, jetzt einzusteigen. „Wir befinden uns wahrscheinlich am Tiefpunkt des Bewertungszyklus“, ließ Goldman Sachs verkünden. Während der Hang Seng China Enterprise Index in diesem Jahr gut 8 Prozent verloren hat, stiegen die Gewinne der dort notierten Unternehmen im Quartal um 1,7 Prozent. Investoren aber blicken bislang mehr auf die gebremsten Wachstumsaussichten und die riesigen Probleme Chinas. Sollte Goldman Sachs etwa selber auf hohen Beständen sitzen?

Zumindest wären Banker nicht Banker, sicherten sie sich nicht ab. „Der Schlüssel für Investitionen in China liegt darin, fähig zu sein, Zyklen mittelfristig auszusitzen und das Auf und Ab zwischendurch einfach zu vergessen“, mahnen die Goldmänner. Auf Deutsch heißt das wohl, wer jetzt einsteigt, kann auch nicht sicherer sein als sonst, dass es wieder bergauf geht.

Vorwahlkampf in Indien - da müssen bessere Zahlen her

Das gleiche gilt für Indien an diesem Morgen: Asiens drittgrößte Volkswirtschaft bleibt weit hinter ihren selbstgesteckten Zielen zurück. Wer erinnert sich angesichts eines Wachstums von weniger als 5 Prozent - der schwächsten im Jahrzehnt  - noch daran, dass dieselbe Regierung vor weniger als zwei Jahren noch von zweistelligen Wachstumsraten schwadronierte. Nun aber herrscht Vorwahlkampf in Indien, und bessere Zahlen müssen her. So soll die Wachstumsrate in diesem Fiskaljahr (31. März) auf 6,4 Prozent steigen, verkündet die Regierung. Noch aber steht das Defizit der Leistungsbilanz bei 6,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, drückt damit den Wert der Rupie und gefährdet Indiens finanzielle Stabilität. Deshalb verspricht die Regierung, das Defizit auf 4,7 Prozent zu drücken – wie sie das machen will, bleibt offen. Angestrebt bleiben 2,5 Prozent. Noch ist offen, ob die Notenbank bei ihrer Sitzung am 3. Mai wie von den Politikern erhofft nun endlich die Zinsen weiter senkt. Helfen könnten den Indern Rohstoffpreise, die fallen, wenn Chinas und Amerikas Nachfrage sinkt.

Während niedrige Preise für Öl, Erz und Gold dem Westen der Region helfen, leidet der Osten darunter. Dennoch legte der australische Aktienindex am Mittwoch satte 1,3 Prozent zu. Der Grund ist hausgemacht. Die Australier hoffen auf eine baldige Senkung ihrer Zinsen. Die Inflationsrate, die mit 2,5 Prozent niedriger als befürchtet ausfiel, könnte dies möglich machen. Nach der Bekanntgabe der Daten am Mittwochmorgen sank der Außenwert des australischen Dollar schon, da sinkende Zinsen „down-under“ als Anlageort für Ausländer weniger attraktiv erscheinen ließ. Die Bank Credit Suisse warnte am Mittwochmorgen noch einmal vor Gold, dessen „Preis nur kurzfristig Luft geholt habe“. Der Preis sollte in den nächsten drei Monaten auf 1300 Dollar fallen. Auch Aktien der meisten Goldminen blieben unter Druck. In Australien erholten sich die Papiere der Bodenschatzunternehmen dennoch am Morgen. Händler aber stuften dies vor allem als Reaktion auf die Verluste der vergangenen Tage ein. Zudem hoffen Anleger auf eine deutlich höhere Ausschüttung auch bei BHP Billiton und Rio Tinto, nachdem der australische Ölkonzern Woodsideseine Dividende massiv angehoben hatte.

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Quelle: FAZ.net

 
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