22.12.2011 · Der Bericht des irischen Datenschutzbeauftragten ist 150 Seiten lang und hat eine klare Aussage: Facebook soll seinen Umgang mit Daten europäischer Nutzer in mehreren Kategorien transparenter gestalten.
Von Martin GroppDer irische Datenschutzbeauftragte hat am Mittwoch einen umfassenden Prüfbericht vorgelegt, in dem er dem sozialen Netzwerk Facebook Nachbesserungen beim Datenschutz empfiehlt. Bis spätestens Juli nächsten Jahres hat das Netzwerk nun Zeit, die Empfehlungen umzusetzen. Gleichzeitig stellte der Datenschutzbeauftragte fest, dass die derzeitigen Praktiken Facebooks nicht gegen das irische Datenschutzrecht verstoßen und auch EU-Vorgaben entsprechen.
Dennoch soll das Netzwerk in 17 Kategorien nachbessern: So soll es etwa seine Methoden zum Schutz der Privatsphäre einfacher erklären und zugänglich machen. Was das Speichern von Daten angeht, fordert der Prüfbericht, dass sie dann gelöscht werden sollen, wenn der Zweck ihrer Verwendung nicht mehr besteht. Bei neuen Diensten wie der automatischen Gesichtserkennung von Facebook-Mitgliedern auf im Netzwerk hochgeladenen Fotos soll das Unternehmen seine Nutzer künftig besser informieren, wenn es das Einverständnis einholt. Der irische Datenschutzbeauftragte hatte den vorliegenden Bericht erstellt, weil die Europazentrale von Facebook in Irland angesiedelt ist.
Anlass dafür war eine ohnehin geplante Überprüfung Facebooks, die durch Beschwerden ergänzt wurde, die mehrere Nutzer beim irischen Datenschutzebauftragten eingereicht hatten. Unter anderem hatte der Wiener Jurist Max Schrems mit seiner Initiative „Europe versus Facebook“ 23 einzelne Beschwerdepunkte vorgebracht.