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Freihandelsabkommen : Der lange Weg zum freien Handel

Zur nächsten Verhandlungsrunde zum Freihandel treffen sich die Beteiligten auf der Insel Bali. Bild: AFP

Ein weltweites Freihandelsabkommen liegt in weiter Ferne. Stattdessen verhandeln nur einzelne Regionen miteinander - vor allem über den Abbau von Bürokratie.

          Am Anfang stand eine Vision. Als unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 die Gespräche über ein internationales Freihandelsabkommen begannen, einte die beteiligten Länder die Vision von einem weltumspannenden Warenverkehr ohne Zölle und andere Handelsbarrieren. Doch aus den hehren Zielen der sogenannten Doha-Runde wurde nichts, stets verhinderten die Interessen Einzelner ein gemeinsames Abkommen. Offiziell will keiner der Beteiligten das Vorhaben begraben. Doch Fachleute glauben schon lange nicht mehr an einen erfolgreichen Abschluss. „Doha ist einfach zu komplex geworden“, sagt Gabriel Felbermayr, Experte für internationalen Handel im Münchner Ifo-Institut.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          So kommt es, dass sich seit einiger Zeit die Bemühungen auf bilaterale Abkommen konzentrieren - Abkommen, die einzelne Wirtschaftsregionen untereinander aushandeln. Vor zwei Jahren schloss die Europäische Union nach langem Ringen ein Freihandelsabkommen mit Südkorea ab, im vergangenen Jahr wurden Verträge mit Singapur, Kolumbien und Peru vereinbart. Ende November fiel der Startschuss für Verhandlungen mit Japan. Die größten Hoffnungen richten sich gleichwohl auf das geplante transatlantische Freihandelsabkommen („Tafta“) zwischen der EU und den Vereinigten Staaten.

          Viele Fürsprecher

          An Befürwortern eines solchen Abkommens, das auch als „Wirtschafts-Nato“ bezeichnet wird, mangelt es nicht: Die scheidende amerikanische Außenministerin Hillary Clinton, der britische Premierminister David Cameron, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel - sie alle sprechen sich dafür aus. Wirtschaftsverbände wie der BDI reihen sich in den Chor ein. „Sowohl Amerika als auch Europa haben Anteile auf dem Weltmarkt verloren“, sagt Ifo-Ökonom Felbermayr. „Sie müssen gemeinsam ihre Position gegenüber China stärken.“ Mit Spannung wird nun die Rede des amerikanischen Präsidenten Barack Obama am 12.Februar erwartet, in der er sich zur Lage der Nation und auch - so wird es vermutet - zum Freihandel äußern wird. Dies könnte den Beginn von Verhandlungen markieren.

          Ein Abkommen mit Amerika hätte angesichts der Größe der beiden Wirtschaftsräume eine gewaltige Strahlkraft. Die zu erwartenden Vorteile aus dem Abbau von Zöllen werden auf 180 Milliarden Dollar geschätzt, die Ersparnisse durch die Angleichung von Standards auf weitere 200 Milliarden Dollar. Doch Fachleute warnen vor zu viel Optimismus. Schon die Verhandlungen mit Südkorea zogen sich über vier Jahre hin. Ein Mammut-Abkommen wie das mit Amerika auszuhandeln, dürfte im Vergleich damit eher länger als kürzer dauern.

          Vorerst kein Abkommen mit Japan

          „Bis zu einem Abschluss der Vertragsverhandlungen werden einige Jahre vergehen“, verlautet es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Während mit Amerika verhandelt werde, gelte es, bereits begonnene Vertragsverhandlungen fortzusetzen und abzuschließen, vor allem mit den aufstrebenden Ländern Asiens. Die Gespräche mit Malaysia und Vietnam etwa könnten in der Zwischenzeit zum Abschluss gebracht werden, auch Thailand und Indonesien stehen auf der Wunschliste weit oben.

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