Öffentlich Bedienstete mit drei Kindern können in Frankreich nach fünfzehn Jahren Dienst in Rente gehen. Sie erhalten dann zwar nur eine Pension entsprechend ihrer Beitragszeit, doch ein schöner Anreiz zum Aufhören ist das allemal, zumal sie danach im Privatsektor weiterarbeiten dürfen.
Das extreme Beispiel ist nicht repräsentativ für das gesamte Rentensystem Frankreichs, doch es zeigt seinen Missbrauch für andere Ziele – hier für die Familienpolitik –, und es wirft ein Schlaglicht auf seine Großzügigkeit. Sie ist heute nicht mehr zu finanzieren.
Daher will Präsident Nicolas Sarkozy nicht nur die Frührente für kinderreiche Staatsbedienstete auslaufen lassen, sondern für die überwiegende Zahl der Franzosen das Renteneintrittsalter erhöhen. Dass er von 60 auf nur 62 Jahre geht, ist schon ein Zugeständnis an die Gewerkschaften. Dennoch protestierten nach ihren Angaben am Donnerstag zwei Millionen Bürger. Soziale Besitzstände sind eben schwer abzuschaffen. Die Franzosen sollten sich der Realität beugen – im Interesse ihrer Kinder, die das Heer der Rentner später bezahlen müssen, und im Eigeninteresse wegen der überbordenden Rentenbeiträge.
Nicht beugen, nur verneigen
norbert doerre (ndoerre)
- 24.06.2010, 19:43 Uhr
Wollen wir wetten?
Michael Arndt (Mikel1962)
- 24.06.2010, 21:30 Uhr
Europäische 'Rentengerechtigkeit' unter deutschem Rettungsschirm
Gernot Radtke (Autonomus)
- 24.06.2010, 22:31 Uhr
Realität?
Reinhard Wolf (Pumuckel42)
- 25.06.2010, 01:28 Uhr
die komplexität des rentensystems
Christian Helmreich (Vult)
- 25.06.2010, 01:42 Uhr