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Ema und Eba : Frankfurt und Bonn scheitern im Rennen um Brexit-Beute

Ein herber Rückschlag für die hessische Stadt: Nicht Frankfurt, sondern Paris bekommt den Zuschuss für den Sitz der Europäischen Bankenaufsicht. Bild: dpa

Statt Bonn und Frankfurt geht die Europäische Bankenaufsicht und die Europäische Arzneimittelagentur nach Paris und Amsterdam. Vor allem für Frankfurt ist das ein herber Rückschlag.

          Deutschland ist mit seinen Kandidaten Bonn und Frankfurt bei der Vergabe der neuen Sitze für die beiden bisher in London ansässigen EU-Agenturen, die Europäische Arzneimittelagentur und die Europäische Bankenaufsicht, leer ausgegangen. Die Arzneimittelagentur (Ema) zieht nach dem Brexit Ende März 2019 nach Amsterdam, die Bankenaufsicht (Eba) in die französische Hauptstadt Paris.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Beide Entscheidungen fielen im Losverfahren. Im Rennen um die Eba hatten nach drei Abstimmungsrunden Topfavoriten Mailand und Amsterdam gleichauf gelegen. In der letzten Abstimmungsrunde zur Bankenaufsicht erhielten Dublin und Paris jeweils 13 Stimmen.

          Frankfurt, das sich große Hoffnung auf den Zuschlag gemacht hatte, war schon in der zweiten Runde klar ausgeschieden. Es war nur von vier der 27 Mitgliedstaaten unterstützt worden. Bonn war sogar schon in der ersten Runde klar gescheitert. Es teilte sich gemeinsam mit dem französischen Lille den letzten Platz unter den am Ende angetretenen 16 Kandidaten für die Arzneimittelbehörde.

          Eigentlich galt Frankfurt als Favorit

          Auch das von Buchmachern und Diplomaten gleichermaßen hoch gehandelte Bratislava (Preßburg) war schon in der ersten Runde über den neuen Standort für die Ema gescheitert, wenn auch knapp. Es galt im Vorfeld der Abstimmungen eigentlich als ausgemacht, dass eine der beiden EU-Agenturen in einen der neuen EU-Mitgliedstaaten gehen sollte.

          Frankfurt galt im Rennen um die Bankenaufsicht als Favorit vor Paris, Dublin und Wien. Insgesamt hatten sich für den Sitz der Eba acht Staaten beworben, darunter auch Warschau und Prag. Die Eba hat zwar nur 160 Mitarbeiter und ist damit verglichen mit der Ema, die beinahe 900 Mitarbeiter hat, klein.

          Sie spielt aber eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der Europäischen Bankenunion. Wer die Eba an sich zieht, dürfte seine Attraktivität für die bisher noch in London sitzenden, aber wegen des Brexits abwanderungsbereiten Banken erhöhen. Deshalb ist der Ausgang der Abstimmung für Frankfurt, das sich nach dem Brexit noch mehr als bisher als europäischer Bankenstandort profilieren will, ein herber Rückschlag.

          Bezahlen für die Umsiedlung soll nach dem Willen der EU die britische Regierung. Für den neuen Sitz der Arzneimittelbehörde hatten sich zunächst 19 Mitgliedstaaten beworben. Drei von ihnen, darunter Dublin, hatten ihre Bewerbung jedoch kurz vor der Abstimmung zurückgezogen. Die Ema gilt als Perle unter den EU-Agenturen.

          Sie hat 890 Mitarbeiter und empfängt im Jahr Tausende von Besuchern. Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) zeigte sich nach dem Votum enttäuscht, sah aber auch positive Effekte der Bewerbung. „Auf jeden Fall haben wir mit der Bewerbung Bonn als attraktiven Standort für internationale Einrichtungen auch auf europäischer Ebene in Erinnerung rufen können", teilte er am Montagabend mit. Die Kommission begrüßte den Ausgang der Wahl. Sie werde nun die nötigen Schritte für die Umsiedlung der beiden Agenturen vorbereiten. Bezahlen soll den Umzug nach dem Willen der EU das Vereinigte Königreich.

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