http://www.faz.net/-gqe-74hwb
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 21.11.2012, 11:51 Uhr

Fragwürdige Hypotheken-Deals Betrugsklage gegen Credit Suisse

In Amerika ist die Bank Credit Suisse ins Visier der Ermittler geraten. Wegen fragwürdiger Hypothken Deals soll der Bank nun der Prozess gemacht werden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt hat am Dienstag Klage eingereicht.

© REUTERS Der Credit Suisse wird wegen fragwürdiger Hypotheken-Geschäfte der Prozess gemacht.

Nach JP Morgan Chase soll in den Vereinigten Staaten nun auch der Credit Suisse wegen fragwürdiger Hypotheken-Geschäfte der Prozess gemacht werden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman warf dem Schweizer Institut vor, beim Verkauf von sogenannten Residential Mortgage Backed Securities (RMBS) in den Jahren 2006 und 2007 irreführende Angaben gemacht zu haben. Die Investoren derartiger Wertpapiere hätten Verluste von rund 11,2 Milliarden Dollar (8,7 Mrd Euro) erlitten.

Schneidermann reichte am Dienstag Klage vor einem New Yorker Gericht ein. Dies hatte er Anfang Oktober in einem ähnlichen Fall bereits beim größten US-Institut JPMorgan Chase gemacht. Hier sprach er von aufgelaufenen Verlusten von 22,5 Milliarden Dollar. „Die Klage gegen Credit Suisse ist ein weiterer wichtiger Schritt in unseren Bemühungen, die Finanzfirmen für ihre Verfehlungen zur Verantwortung zu ziehen, die zur schlimmsten Finanzkrise seit fast einem Jahrhundert führten“, erklärte Schneiderman.

Vorwurf: Qualität der Kredite beschönigt

Die Börsenaufsicht SEC hatte die beiden Banken erst in der vergangenen Woche mit 417 Millionen Dollar für Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten: Banken hatten zu Zeiten des Immobilienbooms in den Vereinigten Staaten massenhaft Eigenheimkredite zu Paketen gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Als die US-Immobilienblase ab 2007 platzte, konnten viele Hauskäufer ihre Raten aber nicht mehr zahlen - und wegen der Ausfälle verloren auch die damit unterlegten Hypothekenpapiere drastisch an Wert. Das war der Ausgangspunkt der Finanzkrise.

Ausgangspunkt der Klagen und SEC-Vergleiche ist der Vorwurf, dass die Banken die Qualität der Kredite beschönigt beziehungsweise bei der Auswahl geschludert haben. Im Falle der Credit Suisse hätten die Investoren deshalb bis Mitte diesen Jahres rund 12 Prozent ihres ursprünglichen Anlagebetrages von zusammen 93,8 Milliarden Dollar verloren. Zu den Leidtragenden zählten nach Angaben der Ermittler auch die beiden staatlichen Hausfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Präsident Barack Obama hatte im Januar eigens eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Betrug mit Hypothekenpapieren nachgehen soll. Zu den Mitgliedern zählen Staatsanwälte, die Börsenaufsicht SEC und andere Finanzmarkt-Regulierer. Die Klage gegen die Credit Suisse ist Teil dieses Feldzugs der Regierung.

Mehr zum Thema

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Medienbericht Banken helfen Investoren beim Sparen mit Steuerschlupfloch

Deutsche Banken sollen Investoren dabei geholfen haben, Steuern in Millionenhöhe zu vermeiden. Besonders auf die Commerzbank werfen die Berichte kein gutes Licht. Mehr

02.05.2016, 21:50 Uhr | Wirtschaft
Chicago Frau verklagt Starbucks auf 5 Millionen Dollar

Eine Frau aus Chicago hat die amerikanische Kaffeekette Starbucks wegen Verbrauchertäuschung verklagt. Der Konzern bereite die Kaltgetränke mit zu viel Eis zu, so der Vorwurf. Mehr

03.05.2016, 17:04 Uhr | Gesellschaft
Banker im Gespräch Investmentbanker braucht die Welt

Daniel Pinto von JP Morgan sagt: Wir sind keine Zocker, verteidigt hohe Boni und erwartet wilde Börsenzeiten. Und wie sieht er seine eigene Zukunft? Mehr Von Dennis Kremer

25.04.2016, 14:11 Uhr | Finanzen
Panama-Affäre Diskussion um Steuer-Schlupflöcher

Mit Blick auf die Veröffentlichung der Panama Papers stehen die deutschen Geldhäuser in keinem guten Licht da. Denn nach ersten Einblicken in die Struktur hinter den Briefkastenfirmen wird klar, dass viele Banken dabei geholfen haben, Geld ins Ausland zu bringen. Mehr

11.04.2016, 16:35 Uhr | Politik
Zahlungsverkehrsystem Swift Brisante Warnung vor Cyber-Bankräubern

Swift ist ein Dreh- und Angelpunkt des internationalen Finanzsystems. Nach dem Hacker-Angriff auf eine Notenbank wendet es sich an seine Kunden. Mehr

26.04.2016, 08:22 Uhr | Wirtschaft

Grenzregime

Von Andreas Mihm, Berlin

Die deutsche Energiewende sorgt für Spannungen. Das Netz ist viel zu klein, die Nachbarn sind genervt. Es kommt auf den Netzausbau an - und den verzögern die Deutschen. Mehr 3 10


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Staatsfinanzen Was tun mit noch mehr Steuer-Milliarden?

Deutschland wird wegen der guten Wirtschaftslage wohl noch viel mehr Steuern einnehmen als gedacht. Schon beginnt der Streit, was damit geschehen soll. Mehr 14

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden