Das Amt des Präsidenten im Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist einer der wichtigsten Posten in der hiesigen ökonomischen Landschaft. Mit 120 Wissenschaftlern und einem Jahresetat von 16 Millionen Euro zählt das Mannheimer Institut zu den größten in Deutschland. Der Chefposten wird im Februar 2013 mit der Pensionierung von Wolfgang Franz frei, der seit 1997 als Präsident amtiert.
Fünf Kandidaten, ein Favorit
Es gibt fünf Kandidaten für die Nachfolge. Derzeit gilt der Finanzwissenschaftler Clemens Fuest als Favorit. Neben ihm haben sich beworben: der Finanzwissenschaftler Lars Feld vom Freiburger Eucken-Institut, die Tübinger Dekanin Claudia Buch, die zugleich Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums ist, der Vorstand des Münchner Instituts für Innovationsforschung Dietmar Harhoff sowie der EZB-Abteilungsleiter Marcel Fratzscher. Sie alle traten im Oktober zum "Vorsingen" in Mannheim auf. Nach Informationen dieser Zeitung ist Fuest von der Findungskommission an die erste Stelle gesetzt worden. Die Universität Mannheim, die für den ZEW-Präsidenten eine Sonderprofessur bereithält, soll zum selben Ergebnis gekommen sein. Die Entscheidung im ZEW-Aufsichtsrat unter Vorsitz des früheren baden-württembergischen Finanzministers Gerhard Stratthaus wird in der zweiten Novemberhälfte fallen. Aus dem ZEW heißt es, der künftige Präsident müsse "ein Generalist sein, der auf seinem eigenen Forschungsgebiet sehr gut publiziert hat". Beides trifft auf den 44 alten Fuest zu, der seit 2008 in Oxford lehrt und zuvor eine Professur in Köln innehatte.