http://www.faz.net/-gqe-8uw6l

Kommentar : Gute Kosten, böse Kosten

Auch die Union will jetzt Managergehälter begrenzen. Mit freier Wirtschaft hat der Vorschlag nicht mehr viel zu tun. Hier gilt offenbar: Angst essen Seele auf.

          Martin Schulz hat die erste Schlacht gewonnen. Die Union greift die Forderung des SPD-Kanzlerkandidaten auf, hohe Vorstandsbezüge zu begrenzen. Ihre Fraktionsführung fordert Justizminister Heiko Maas von der SPD auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen. Man sei bereit, die steuerliche Absetzbarkeit von Managervergütungen noch in dieser Legislaturperiode zu beschränken, berichtet CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

          Es ist unfassbar. Die Union lässt einen der wichtigen Grundsätze im Steuerrecht fallen wie eine heiße Kartoffel: das Nettoprinzip. Man besteuert den Gewinn, also Umsatz minus Kosten. Künftig will man in Gut und Böse trennen. Wo soll das enden? Sind die Millionen, die ein Vorstand verdient, schlechter als die Millionen, die ein Fußballer einstreicht?

          Und es ist ja nicht so, dass Vorstandsbezüge bisher steuerfrei sind. Im Zweifel ist die sogenannte Reichensteuer fällig. Mit Solidaritätszuschlag landet damit knapp die Hälfte beim Fiskus. Darauf wird wohl keiner verzichten wollen, der die Managerkosten auf Unternehmensebene belasten will. Mit freier Wirtschaft hat das nicht viel zu tun. Für die Union gilt offenbar: Angst essen Seele auf.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.

          Flughafen erzwingt Zwischenstopp Video-Seite öffnen

          Air Berlin : Flughafen erzwingt Zwischenstopp

          Eine Maschine der insolventen Fluglinie musste auf dem isländischen Flughafen Keflavik am Boden bleiben. Die Flughafengesellschaft teilte mit, Air Berlin habe Flughafengebühren nicht bezahlt.

          Topmeldungen

          Telekom-Aktien verkaufen, um den Breitbandausbau zu finanzieren? Das fordern zumindest FDP und Grüne.

          Jamaika sucht Geldquellen : Verkauft der Bund die Telekom-Aktien?

          Um neue Ausgaben und Steuersenkungen zu finanzieren, suchen Politiker einer künftigen Jamaika-Koalition nach Geldquellen. Alleine mit Telekom- und Post-Anteilen ließen sich Milliarden generieren.

          Brexit-Verhandlungen : Ohne Qualen geht es nicht

          Theresa May flehte diese Woche in Berlin, Paris und Brüssel um Hilfe bei den Brexit-Verhandlungen. Die Europäer blieben hart. Aber sie gaben sich Mühe, nett zu sein.
          Für mehr Recht und Ordnung im eigenen Land: Macron will härter gegen kriminelle Ausländer vorgehen.

          Macrons Abschiebekurs : Mit harter Hand

          Der brutale Mord an zwei jungen Frauen durch einen illegalen Einwanderer erschüttert Frankreich. Nun plant Präsident Macron konsequenter bei der Abschiebung krimineller Ausländer durchzugreifen. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwerer als gedacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.