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Kommentar : Gute Kosten, böse Kosten

Auch die Union will jetzt Managergehälter begrenzen. Mit freier Wirtschaft hat der Vorschlag nicht mehr viel zu tun. Hier gilt offenbar: Angst essen Seele auf.

          Martin Schulz hat die erste Schlacht gewonnen. Die Union greift die Forderung des SPD-Kanzlerkandidaten auf, hohe Vorstandsbezüge zu begrenzen. Ihre Fraktionsführung fordert Justizminister Heiko Maas von der SPD auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen. Man sei bereit, die steuerliche Absetzbarkeit von Managervergütungen noch in dieser Legislaturperiode zu beschränken, berichtet CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

          Es ist unfassbar. Die Union lässt einen der wichtigen Grundsätze im Steuerrecht fallen wie eine heiße Kartoffel: das Nettoprinzip. Man besteuert den Gewinn, also Umsatz minus Kosten. Künftig will man in Gut und Böse trennen. Wo soll das enden? Sind die Millionen, die ein Vorstand verdient, schlechter als die Millionen, die ein Fußballer einstreicht?

          Und es ist ja nicht so, dass Vorstandsbezüge bisher steuerfrei sind. Im Zweifel ist die sogenannte Reichensteuer fällig. Mit Solidaritätszuschlag landet damit knapp die Hälfte beim Fiskus. Darauf wird wohl keiner verzichten wollen, der die Managerkosten auf Unternehmensebene belasten will. Mit freier Wirtschaft hat das nicht viel zu tun. Für die Union gilt offenbar: Angst essen Seele auf.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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