16.02.2012 · Wie kommt Griechenlands Wirtschaft wieder auf die Beine? Wirtschaftsminister Chrisochoidis fordert ein „riesiges“ Investitionsprogramm für Europa. Die EU-Hausbank EIB will die Hilfen für Griechenland aber nicht aufstocken. Es gebe zu wenig solide Projekte.
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Und welcher Anteil dieser Marschallplan-Gelder würde in Fakelaki
investiert werden, durch Streiks vernichtet werden, durch extreme
Forderungen der Gewerkschaften aufgezehrt werden, durch verzögerte
Genehmigungen der Bürokratie blockiert werden, am Ende in der
Schweiz auf Konten von Elite-Griechen landen?
Das kurze Gedächtnis des Herrn Chrisochoidis ...
"Der griechische Wirtschaftsminister Michalis Chrisochoidis hat ein
„riesiges“ Investitionsprogramm für Europa gefordert.
Dieses solle eine „Explosion von Entwicklung und Wachstum erzeugen“
... damit diese Rieseninvestitionen genauso versickern wie die zig
Mlliarden €, die Griechenland der EU bereits aus dem Kreuz geleiert hat?
Ist der Urheber dieser Forderung nicht derselbe griechische
Wirtschaftsminister, der in dieser Zeitung sinngemäß zitiert
wurde, es sei die Schuld der EU, dass Griechenland die europäischen
Gelder komplett verfrühstückt hat?
Das ist schon fast schizophren.
Wie kommt Griechenland wieder auf die Beine? Sehr einfach.
Alle vergessen, dass Deutschland einen begnadeten Wirtschaftsminister Philipp Rösler besitzt, der schon vor Monaten das Patentrezept für die Genesung der griechischen Wirtschaft verkündet hat: Nur ein Marshall-Plan hilft den stolzen Hellenen. Und den will Rösler doch liefern. Schade, dass ihn niemand fragt. Er wüsste Rat. Er könnte den Griechen z.B. neue Wege der Landwirtschaft, aber auch tolle Projekte für Wind- und Sonnenkraft aufzeigen. Auch die längst an China verscheuerte Schiffbaukapazität Griechenlands ließe sich sicher unter fachkundiger Anleitung des Augenarztes Rösler wieder reaktivieren. Es ist insgesamt gut, dass Deutschland mit seinem Chefökonomen eine Trumpfkarte in der Hand hat, mit der nicht nur auf geniale Weise den Griechen, sondern allen wankenden EU-Staaten geholfen werden kann. Geld spielt für Deutschland ja bekanntlich keine Rolle, Hauptsache, das überragende Know How ist vorhanden.
Ein europäisches "Investitions"- (also: Konjunktur-)
Programm bedeutet: Deutschland zahlt, PIIGS erhält und kassiert.
Das ist gegen unsere Interessen und darf daher nicht stattfinden.
Wenn Brüssel eine deutsche Weigerung nicht gefällt, darf es
uns gerne rauswerfen. Einen größeren Gefallen kann es uns gar
nicht tun.
Ein riesiges Förderprogramm braucht Griechenland nicht,
unter Anderem deshalb, weil es wohl tatsächlich an soliden
Projekten dafür fehlt.
Was Griechenland zuerst braucht ist die Befreiung von seinen Schulden
und dann vielleicht am Besten die Rückkehr zu einer abgewerteten
Drachme. Dann wären ihre Produkte (Landwirtschaft und Tourismus
hauptsächlich) wieder konkurrenzfähig. Zusätzlich braucht
es im Sinne eines voraussetzungslosen - nicht sehr hohen -
Grundeinkommens Geld von der EU, damit die Kaufkraft im Lande
gestärkt wird und damit die von den Merkelschen Sparmaßnahmen
ruinierte Wirtschaft wieder auf Touren kommen kann.
"Investitionen" sind Kapitaleinsätze in Projekte, bei
denen ein Kapitalrückfluss (englisch ROI, Return on Investment)
erwartet werden kann.
Dazu gehören weder Rentenzahlungen an Tote noch Beamtenvergütungen.
Kann man das den Griechen klar machen???
Öl und Gas. Kreta liegt ca. 250km von Lybien entfernt. Lybien schwimmt in Öl und Gas.
Die geologische Formation ändert sich nach Norden kaum. Also ist da genau wie in Lybien Öl. Teuerer zu heben: ja. Aber jede Menge. Israel fand seinen Claim im Januar 2011. Riesig. Worauf wartet man noch? Die Grünen werden das auch in 20 Jahren noch "Sch.... " finden, das man mit Öl und Gas reich wird. Who cares?
Wo sind die Projekte des griechischen Investitionsprogrammes ?
Die griechische Regierung sollte ihre geplanten Projekte des Investitionsprogrammes ins internet stellen.Vielleicht gibt es dann aus der eigenen Bevölkerung und aus Europa weitere Anregungen,die zu (umsetzbaren)Projekten führen können.
140 Mrd Euro für Griechenland von der EU
Seit den 80er Jahren haben die Griechen über 140 Mrd Euro aus den Fördertöpfen der EU bekommen (ich habe dabei nach unten gerundet!). Man hätte mit dem Geld den Mittelstand entwickeln sollen. Dies ist das größte Manko Griechenlands - die fehlende Klasse von verantwortungsbewussten mittelständischen Unternehmern, den es um ihr Unternehmen, aber auch das gesamte Unternehmen "Staat" geht. Dafür, Herr Papoulias und Co., hätten Sie sich einsetzen sollen, statt zu fragen, wer Herr Schäuble, die Niederländer und Finnen seien.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 16.02.2012 21:36 UhrUnd wieviele Milliarden haben unsere Bauern aus den EU-Fördertöpfen bekommen?
Die EU ist ausschließlich dafür da, die Wirtschaft ihrer Mitgliedsländer zu fördern. Und die Interessen der fast exakt 100.000 registrierten Lobbyisten in Brüssel zu bedienen.
Eine "Wirtschaft" jenseits von Subventionen existiert nicht mehr. Selbst der Agrarsektor zur Selbstversorgung des Landes ist im Subventionswahn vernichtet worden; es war einfacher Phantasie-Olivenbäume (übrigens seit EWG-Zeiten Usus in allen Mittelmeerländern) den Deutschen in Rechnung zu stellen und die Produkte zu importieren. So blieb immerhin ein gehöriger Batzen Geldes kleben und der griechische Bauer musste noch nicht einmal dafür arbeiten. Da beißt die Maus keinen Faden ab: Griechenland muss zurück und den Lebensstandard seiner Bevölkerung ihrer Leistungsfähig- und willigkeit anpassen.
EU-Steuerabkommen, automatischer allgemeiner Informationsaustausch, Jean-Claude Juncker
Es ist skandalös, dass ausgerechnet der Vorsitzende der Eurogruppe Jean-Claude Juncker noch immer den automatischen allgemeinen Informationsaustausch in der Europäischen Union verhindert und der Europäischen Kommission noch immer nicht das Mandat zum Abschluss von EU-Steuerabkommen unter anderem mit der Schweiz und Liechtenstein erteilt. Er will also selbst jetzt noch evident weiterhin die Steuerflucht von wohlhabenden Griechen ermöglichen während die Europäische Union von den Griechen mit niedrigem und mittlerem Einkommen Horrendes abverlangt. Man hat hier den Bock zum Gärtner gemacht. Die Presse müsste den Vorsitzenden der Eurogruppe Jean-Claude Juncker dafür nun endlich massiv kritisieren.
Wie kommt Griechenlands Wirtschaft wieder auf die Beine? Gute Frage und einfache Antwort
In Griechenland müssen die richtigen Größenordnungen endlich wieder gefunden werden: Viel zu große Streitkräfte, viel zu großer Öffentlicher Dienst und natürlich viel zuviele Kredite, aber eine kaum noch wahrnehmbare Eigenleistung an den richtigen Stellen. So etwas hat auch keine Perspektive für die Zukunft. Wer sollte in so eine Situation investieren wollen. Für kaum einen Staat in Europa trifft der Satz so deutlich zu wie für Griechenland: Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Und obwohl genau das alles der europäischen Politik seit geraumer Zeit ununterbrochen vorgebetet wird, scheint sich die Erkenntnis der Realitäten immer noch nicht durchgesetzt zu haben. Für Griechenland bestimmtes Geld kann man auch gleich in den Rhein werfen, dann könnten die Anwohner es herausfischen und etwas Vernünftiges damit machen. In Griechenland bestätigt sich wieder eine alte Weisheit: Wer sich selbst in den Schlamassel geritten hat, gibt immer anderen die Schuld.
Chrisochoidis hat wohl wenig Sinn für Realität, wenn er sagt,
ohne Käufe aus Griechenland würden D (und andere EU-Länder) nicht mehr verkaufen. Das Land war für die meisten deutschen Exportunternehmen (vielleicht ausser Thyssen's Marineschiffbau, Tognum (MTU) Diesel und Rheinmetall) maximal für 5% des Umsatzes relevant und dürfte inzwischen noch weniger ausmachen. Und selbst bei diesen Umsätzen - sie sind nur sinnvoll, wenn auch bezahlt wird. Ja, Investitionsprogramme wären vielleicht sinnvoll - aber nur, wenn vorher die nötigen Entbürokratisierungen und Abshaffung von Korruption und Mindestlöhnen stattgefunden haben. Das wollen aber weder die Staatsbediensteten noch die Politiker in GR - wie klar zu sehen ist. Nur eine Volksabstimmung mit über 75% Zustimmung zu den notwendigen Reformen könnte wieder Vertrauen herstellen..
Eine BILLIARDE mal wichtiger wäre die Einführung einer guten Wirtschafts-, Ordnungs- und Rechts-
politik in allen Ländern. Als Beispiele hierfür kann man sich
von Mises, von Hayek, Walter Eucken und Ludwig Erhard anschauen. Das hat
nämlich funktioniert und zwar deutlich besser als ALLE Alternativen.
Vorher sollte dort kein einziger Cent an Subventionen fließen. Und
diese auch nur, wenn sie wachstumsfördernd sind und
erwiesenermaßen was bringen.
Kein Anrecht auf weitere HIlfen!
Unlängst gab es hier in der FAZ einen Artikel, der darlegte, dass
die Griechen ihren Marshallplan bereits hatten! Sie haben über 3
Jahrzehnte hinweg großzügich EU-Subventionen erhalten und
NICHTS daraus gemacht. Es gab andere Länder, inbesondere die aus
dem ehemaligen Ostblock, die noch nicht so lange in der EU sind, weniger
Subventionen erhalten haben, aber sie haben ihre Länder von Grund
auf modernisiert und schmerzhafte Reformen durchgesetzt.
Es gibt keinen einzigen Grund, noch weiter Geld in dieses griechische
Fass ohne Boden zu werfen. Wer seine Chancen 30 Jahre lang nicht nutzt,
hat kein Anrecht auf weitere Hilfen!
Korrekt.
Sie haben absolut Recht. Und zwar umfassend. Es macht tatsächlich keinen Sinn mehr. Und es ist ein Hohn für die neuen EU Mitgliedsstaaten. Haben Sie noch die öffentliche Schmäh in Erinnerung, als ein Euro LAnd "njet" sagte? Es gibt tausende und Millionen, die wie Sie denken. Sogar ganze Staaten, die auch so handeln. Recht haben Sie/sie.
Bedeutung der suedeuropaeischen Handelspartner Deutschlands
Lieber Herr Chrysochoidis, Deutschland hat keine Probleme damit nichts an failing states zu verkaufen. Die deutschen Arbeitnehmer haben aber Probleme damit zahlungsunfaehige Laender wie Griechenland zu alimentieren. Die Bedeutung der suedeuropaeischen Schuldenstaaten als Handelspartner, insbesondere Griechenlands, sollten Sie doch realistisch sehen.
GR sich den USA anschließt, da dort enorme Erfahrungen mit
Invest-Programmen auf Pump in Billionenhöhe und Nimmerwiedersehen
des eingesetzten Geldes vorliegen.
Schon wieder wird nach riesigen Konjunkturprogrammen gerufen, statt
zunächst einmal unerlässliche Reformen zu verwirklichen, auf
denen man aufbauen könnte. Eigenwillen mit entsprechender
Leistungsbereitschaft, auch durch ein tiefes Tal zu schreiten sind
essentiell, wenn "kranke" Staaten gesunden sollen.
Es geht Griechenland und allen ähnlichen nur noch um eines
Griechenland hätte so viele Möglichkeiten. Tourismus,
Handelsplatz, Vermittler zum Orient, Energiedurchgangsland ... Das alles
bedeutet aber Arbeit, Mühsal, eigene Investition, Zuversicht.
Nichts davon kann ich aber im Griechenland der letzten 40 Jahre
erkennen. Nur einen Weg in die EU scheint man dort zu verfolgen und zu
wünschen: Fortsetzung einer obszön leistungslosen
Alimentation, zahls wers koscht.
Wir alle wissen aber: das geht nicht. Also befreien wir doch endlich
Griechenland und die dortige Bevölkerung (und jeden anderen, der
ähnlich aussichtslos kämpft) von den Bürden dieser EU.
Wir tun uns nur gegenseitig weh, ohne Aussicht auf Erfolg. Wir passen
einfach nicht zusammen. Also endlich Schluß mit dem Experiment, es
nutzt doch nichts!
Es ist übrigens ein Märchen, daß Deutschland ohne
Griechenland am Hungertuch nage. Die besten Zeiten erlebten die
Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg, als wir Wachstum noch beim
steigenden Einkommen wahrnahmen, also lange vor der EU.
so isses...
Es wird oft entgegengehalten wir in D hätten ja auch dabei gut
verkauft in den letzten 40 Jahren.
Man könnte ja mal dt. Investitionsgüter- und/oder
Infrastrukturunternehmen befragen, die mal mit kleinen und
größeren Projekten in GR tätig waren, ob es sich gelohnt
hat..?
Projekte verzögern sich extrem, werden aus tausend und ein
Gründen erschwert etc. durch Schikane und Willkür vor Ort von
allen Seiten; kaum noch ein engagierter Projekleiter der ein solches in
GR leiten wollte, Verlust vorprogrammiert; dann lieber in Asien oder
sonstwo. Nach Verkauf an einen ausländischen Konzern wurde
untersagt in GR anzubieten; die neue Konzernmutter hatte wohl auch schon
einige Erfahrungen dort gemacht und führte in der Zentrale ein
eigenes Länderranking unabhängig von OECD- oder
Weltbank-Rankings und da war GR ganz weit hinten wg. der Erfahrungen mit
Bürokratiewillkür, Zahlungsverhalten etc. Finanziert/bezahlt
wurden die Investitionen eh durch andere; das ist jetzt ungefähr 10
Jahre her...
Wenn von griechischen Projekten mit EU-Mitteln gesprochen wird, ist auch
schon mal ein Schiff für einen griechischen Reeder dabei oder ein
Hafenkran, die dann eventuell in China bestellt werden.
So richtig solidarisch mit dem Rest der EU sind die Griechen eben leider nicht.
Ein Marshall Plan in ein Fass ohne Boden
Solange die Strukturen nicht vorhanden sind und die Korruption nicht
abgestellt wurde, macht es einfach keinen Sinn in diesem Land zu
investieren, die Reibungsverluste wäre viel zu hoch. Außerdem
wird kein Privater (und hoffentlich auch kein Politiker) bei einer
drohenden Währungsreform Geld in die Hand nehmen. Und dieses
Damokles Schwert schwebt, solange das Land im Euroraum bleibt, weil
jeder weiß, dass es da nicht bleiben können wird (es sei den
man transferiert dauerhaft jedes Jahr einen mittleren zwei-stelligen
Milliarden-Betrag nach Griechenland, kurzfritstig noch viel mehr). Hinzu
kommt noch, dass öffentliche Investitionen durch neue Schulden
finanziert werden müssten. Und man ist sich hoffentlich einig, dass
bei einer Verschuldung von 80% auch in Deutschland die Grenzen des
(falschen) Keynesianismus überschritten sind.
Mir scheint Herr Chrisochoidis hat in den Wahlkampf-Modus geschalten.
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
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