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Flughafen Frankfurt Drehscheibe ohne Nachtruhe

19.12.2007 ·  Frankfurts Flughafen darf ausgebaut werden. Sechs Wochen vor der Landtagswahl bezichtigt die Opposition nun den hessischen Ministerpräsidenten Koch des Wortbruchs, weil er nach und nach von seinem Versprechen eines absoluten Nachtflugverbots abrückte. Doch die Entscheidung für den Ausbau ist richtig.

Von Werner D'Inka
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Auch im Luftverkehr gelten die Gesetze des internationalen Wettbewerbs. Im Jahr 2020 werden doppelt so viele Passagiere und Frachtgüter durch die Welt fliegen wie heute. Folgerichtig hat der hessische Wirtschaftsminister Rhiel (CDU) die Genehmigung für den Bau einer weiteren Landebahn am Frankfurter Flughafen mit den weit über die Region hinausreichenden Entwicklungschancen der größten deutschen Arbeitsstätte begründet.

40.000 neue Arbeitsplätze im Rhein-Main-Gebiet, im ganzen Land bis zu 100.000 neue Stellen als mittelbarer Effekt durch Wachstum bei Lieferanten und in der Logistikbranche - das Arbeitsplatzargument hat Gewicht, wenn man es abwägt gegen den Anspruch einer schon jetzt von Fluglärm belasteten Region auf wenigstens einige Stunden ungestörten Schlaf.

Mehr als die Hälfte der Passagiere steigen um

Zwei Arten von Flughäfen werden künftig den internationalen Luftverkehr prägen. Einerseits große Drehscheiben („Hubs“) wie London, Atlanta oder Hongkong, andererseits kleinere Flughäfen, von denen Passagiere, ohne umzusteigen, zu ihrem Ziel gelangen, etwa von Hamburg nach Paris. Frankfurt ist ein „Hub“, mehr als die Hälfte der Passagiere steigen hier um. Ohne Ausbau geriete der Frankfurter Flughafen in die Klemme. Weder könnte er sich auf Dauer als international wettbewerbsfähige Drehscheibe behaupten, noch wäre er ein reiner Punkt-zu-Punkt-Betrieb.

Ohnehin wird selbst nach dem Ausbau der Rang als eine der zehn wichtigsten internationalen Luftfahrt-Drehscheiben nicht zu halten sein. China und Indien holen mächtig auf, und in Dubai entsteht ein Flughafen, der schon in wenigen Jahren größer sein wird als die in London, Paris, Frankfurt und Amsterdam zusammen. Rutschte der Rhein-Main-Flughafen unter den „Hubs“ der Welt zu weit ab, träfen die Folgen nicht nur Frankfurt.

17 Flüge zwischen 23 und 5 Uhr

Weil der hessische Ministerpräsident Koch (CDU) nach und nach von seinem Versprechen eines absoluten Nachtflugverbots abrückte, zeiht ihn die rot-grüne Opposition - in sechs Wochen sind Landtagswahlen - nun des Wortbruchs. Zu viel sollten sich SPD und Grüne davon nicht versprechen. Wer den Ausbau des Frankfurter Flughafens für notwendig hält, wird wegen 17 Flügen zwischen 23 und 5 Uhr nicht ins Lager der Ausbaugegner wechseln.

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