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Flugbegleiter-Streik In den Wolken

 ·  Vordergründig geht es in dem teuren Arbeitskampf um die Forderung der Branchengewerkschaft UFO nach fünf Prozent mehr Lohn für die 18.000 Flugbegleiter. Tatsächlich steht in dem Konflikt die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa auf dem Spiel.

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Es führt kein Weg daran vorbei, dass Flugbegleiter und Lufthansa-Führung rasch einen Kompromiss finden. Jeder Streiktag, der wie am Freitag zu einem Ausfall von rund 1000 Flügen führt, belastet das Ergebnis der größten Fluggesellschaft Europas mit rund 22 Millionen Euro - das ist ein Horrorbetrag, den sich eine chronisch ertragsschwache Fluggesellschaft, die dazu noch hohe Millionenverluste im Europaverkehr ausweist, nicht leisten kann.

Radikaler Umbau des Konzerns nötig

Vordergründig geht es in dem teuren Arbeitskampf um die Forderung der Branchengewerkschaft UFO nach fünf Prozent mehr Lohn für die 18.000 Flugbegleiter. Tatsächlich steht in dem Konflikt die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa auf dem Spiel: Sie hat auf die massiven Veränderungen im Marktumfeld über Jahre nur zögerlich reagiert und muss das Versäumte nun mit Hochdruck nachholen. Ein radikaler Umbau des Konzerns und die Abkehr von Besitzständen, die in dem 1997 vollständig privatisierten Staatskonzern in Teilen noch bis heute gelten, sind daher unabdingbar.

Lange konnte die Lufthansa-Führung darauf bauen, dass ansehnliche Gewinne im Langstreckengeschäft die dreistelligen Millionenverluste auf den Kurz- und Mittelstrecken ausglichen und so die Zubringerflüge für Frankfurt und München „querfinanzierten“. Doch diese Balance droht zu kippen, weil aggressive Konkurrenten sowohl den Europaverkehr als auch die lukrativen Fernflüge unter Druck setzen. Nachdem Billigfluganbieter wie Easyjet und Ryanair die Ergebnismisere in Europa vergrößerten, nehmen jetzt staatliche geförderte Konkurrenten, zum Beispiel Emirates aus Dubai oder Turkish Airlines, der Lufthansa zunehmend Kunden und Marktanteile auf den Fernrouten ab.

Das Kalkül der Lufthansa, mit einer eigenen Billigfluggesellschaft in Europa darauf zu antworten und so Kräfte für die Rettung des Langstreckengeschäfts zu bündeln, ist gewagt: Preisbrecher und Qualitätsanbieter in Einem zu sein, ist mit dem Anspruch eines Markenartiklers kaum zu vereinbaren. Das Konzept, beide Märkte künftig mit separaten Gesellschaften und neuen Marken zu bedienen und dabei die Aufspaltung der Passagiersparte ins Auge zu fassen, ist dagegen plausibel. Die Aufspaltung ist jedoch nur zu schaffen, wenn Lufthanseaten auf Bestandsgarantien verzichten und sich auf neue Bedingungen einlassen.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft.

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