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Florian Braune, 32 Jahre Der ordoliberale Waldorfschüler

06.03.2010 ·  Florian Braune stammt aus dem schwarz-grünen Herzland Deutschlands. In Freiburg hätten er und seine Freunde schon im Klassenzimmer grüne Werte geatmet, sagt Braune: Später entdeckte der Jurist auch seine „schwarze“ Seite: die des Unternehmers.

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Vielleicht kann man nicht anders, wenn man in Freiburg geboren wird, Waldorfschüler war und Freiberufler ist. Florian Braune, 32 Jahre alt, stammt aus dem schwarz-grünen Herzland Deutschlands. Hier misstraut man dem Kraftfahrzeug und vertraut auf die Kraft von Bürgerinitiativen: Braune gründete schon als Schüler eine Initiative für ein Jugendzentrum.

Er und seine Freunde hätten schon im Klassenzimmer grüne Werte geatmet, sagt Braune: Den Müll trennen, den Wald nicht übersäuern, die Luft nicht verpesten – das überzeugte die Schüler. Hungrige Kinder in Afrika standen ihnen näher als deutsche Arbeiterkinder. „Das lag wohl daran, dass wir alle aus Akademikerfamilien kamen.“

Aber mit der Zeit entdeckte der Jurist, der schon für die Grünen im Freiburger Stadtrat saß, seine „schwarze“ Seite: die des Unternehmers. „Seit meiner Schulzeit habe ich immer selbst Geld verdient, hatte Nebenjobs oder kleine Gewerbe“, sagt Braune. Er fuhr Waren für Druckereien aus, verkaufte Visitenkarten, trat den Wirtschaftsjunioren in Freiburg bei. „Da habe ich gemerkt, dass man bei allem Idealismus gewissen wirtschaftlichen Realitäten ins Auge sehen muss“, sagt Braune. Der Staat müsse Umweltschutz vorschreiben, aber dürfe die Firmen nicht mit Richtlinien erdrücken. „Man muss bei jeder Einzelfrage prüfen: Wo muss der Staat Regeln setzen, und wo darf man auf den Markt vertrauen?“ Als liberal versteht sich Braune, aber die FDP ist ihm „zu konsumistisch“, und von sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik hält er gar nichts: „Die fördern nach dem Gießkannenprinzip. So setzt man keine Leistungsanreize.“ Und Leistung, die müsse sich lohnen, sagt der Nachwuchsanwalt. Seiner grünen Seele ist dieser Spruch etwas peinlich – „Aber was soll ich machen, es stimmt doch!“

Im Thema Generationengerechtigkeit sieht Braune sein „Scharnier zur CDU“: „Es ist ein typisch schwarz-grünes Thema mit ökologischen und ökonomischen Aspekten.“ Die nächste Generation soll weder eine verseuchte Erde erben noch einen Schuldenberg. Früher hätte Braune sich dagegen gewehrt, als „Konservativer“ bezeichnet zu werden. Heute nennt er sich selbst einen „wertekonservativen, christlichen, ordoliberalen Realo“.ama.

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