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Fleischverbot : Ein Veggie Day wäre unverschämt

Man muss nicht jeden Tag zwei Burger essen, findet die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Das stimmt. Aber man muss es dürfen - ein staatliches Fleischverbot ist schlicht frech.

          Das Wahlprogramm der Grünen hat 337 Seiten und ist damit das mit Abstand dickste von allen. Man könnte nun auf die Idee kommen, dass die Grünen einfach intensiver als die anderen darüber nachgedacht haben, welche Reformen Deutschland dringend braucht und wie man sie finanzieren kann.

          Zwingender allerdings ist der Gedanke, dass die Grünen bloß intensiver darüber nachgedacht haben, welche (weiteren) Verbote Deutschland dringend braucht und wie man die Bürger noch ein bisschen mehr gängeln kann: Einwegflaschen und Plastiktüten sollen verschwinden, das Tempolimit soll kommen, und öffentliche Kantinen sollen an einem Tag in der Woche kein Fleisch anbieten.

          Man müsse nicht jeden Tag zwei Burger essen, findet die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. Da hat sie vollkommen recht. Aber man muss es dürfen! Werben für gesunde Ernährung, kämpfen gegen Fettleibigkeit, aufklären über den Zusammenhang zwischen Schnitzelpreis und Tierwohl - das alles ist gut und richtig.

          Ein staatliches Fleischverbot aber ist eine Frechheit. Für diese Erkenntnis muss man noch nicht einmal die Debatte über Soja aus Südamerika versus Rind von der heimischen Weide erwähnen.

          Henrike Roßbach

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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          Quelle: F.A.Z.

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