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Fiskalklippe Amerikanischer Hochmut

 ·  Amerika ringt mit dem Schuldenberg, es droht der Sturz über die fiskalische Klippe. Der Hochmut, mit dem gerade Finanzminister Geithner die Europäer und ihre Euro-Schuldenkrise begleitet, ist damit endgültig überholt.

Artikel Lesermeinungen (12)
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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 27.12.2012 21:18 Uhr

Die automatische Konsolidierung ...

... nach dem Sturz von der Klippe ist eigentlich der richtige Weg. Oder man geht weiter den in Richtung Schulden und Inflation. Aus dem Schuldenberg von heute 100% des BIP und dann noch mehr, wächst man so schnell nicht wieder hinaus. Der Zeitpunkt ist denkbar schlecht, aber auch Europa tritt (halbherzig) auf die Schuldenbremse. Da können wir die Amerikaner schlecht auffordern, ihren Markt mit weiteren Schulden zu befeuern, damit wir da weiter was verkaufen.

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Roland Müller

Herr Welter,

das traurige an der Geschichte ist für meine Begriffe, das den Herrschaften im Abstand von eins bis zwei Jahren nach exakt dem jeweils selben vorangegangenen Schmierentheater nichts besseres einfällt, als den Schuldenberg um jeweils eine Billion Dollar zu erhöhen. Allerdings gibt es bereits einige Länder, die keine Lust mehr auf wertlose grüne Papierschnippel haben. Und die werden in Zukunft eher mehr statt weniger. Das erbärmliche Spielchen geht nicht mehr lange gut.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 10:08 Uhr
Horst Ziegler

Man bedenke

solange die USA Anker sind für die westliche Welt, solange bleibt der Greenback Leitwährung. Erst bei einer Verschuldung von mehr als dem Zweifachen des US-BIP dürften Anleger ins Grübeln kommen.

Die USA sind von der geowirtschaftlicher Lage her nicht mit Japan zu vergleichen. Sie könnten sich berappeln, allerdings müssen sie aufhören ständig Man-Power zu importieren, sondern selbst auszubilden und zu rekrutieren!

Fakten: BIP 2012 = 16,2 Billionen Dollar.
Schulden 2012 = rd. 16 Billionen Dollar.

Man bedenke: Letztlich kommt es auf die Zins- und Tilgungslasten (Annuität) an und die sind im Vergleich zum Gesamthaushalt der USA immer noch moderat. Es wird also eine Menge Verhetzung betrieben, um die Kapitalmärkte zu steuern!

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joachim tarasenko

Der ist nix wert, der Dollar

Das ist richtig. Diese Gesetze sind einfach nur ein Bluff. Aber das unfassbare ist, der Greenback ist immer noch relativ hoch angesetzt. Normal müsste schon 2 Dollar pro Euro bezahlt werden.
Wenn sie ihre Notenpressen abschalten 10 Dollar.

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Harald Sulzmann

Endlich ein Kommentar...

der nicht immer einseitig die Republikaner verantwortlich macht. Es ist in der Tat ein unwuerdiges Schauspiel, das in Washington geboten wird. Die wirtschaftlichen Daten sind gar nicht so schlecht. Job- und Haeusermarkt zeigen Tendenzen der Erholung und ich kann rueckblickend fuer mein Unternehmen auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurueckblicken. Gruende genug fuer vorsichtigen Optimismus, waere da nicht das Fiscal Cliff und das Schaulaufen der Selbstdarsteller in Washington. Die Bremsspuren sind bereits erkennbar. Viele Boersennotierte Unternehmen haben im alten Jahr Sonderdividenden ausgeschuettet, die fehlen natuerlich im kommenden Jahr, schlimmer noch, teilweise wurden diese Dividenden per Anleihen finanziert. Dieses "Leveraging" mag im Einzelfall sinnvoll sein, das gilt aber nicht generell.

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Lieschen Müller

Läufts bei uns soviel besser? Mit den ganzen Euro-Hilfspaketen?

Also ich glaube bei uns läuft es auch nicht gerade vorbildlich - die Sache mit dem Euro ist ja auch ein Fass ohne Boden. Und welche Wirtschaft kann denn unaufhaltbar steigen? Vor der Globalisierung und der Einfuhr preiswerter Produkte aus Asien, hatte nicht Jeder Alles und es war Bedarf da, was die Wirtschaft ankurbelte. Zwischenzeitlich hat doch Jeder in der westlichen Welt Alles und es wird oft nur noch ersetzt. Einige müllen sich auch zu, d.h. kaufen unaufhörlich, aber das kann doch nicht allen Ernstes Ziel einer zivilisierten Gesellschaft sein, die Wegwerf-Gesellschaft und das zumüllen weiter auszubauen? Ein bisschen bewusster Leben, respektvoller mit Produkten umgehen, auch mal reparieren und die Serviceindustrie ausbauen, um die Lebensqualität zu steigern. Mit Hilfe eines solchen Denkansatzes, der weniger auf materielle Dinge setzt, würde das Sparen auch nicht so schwer fallen und Einschränkungen nicht so auffallen.

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Horst Ziegler

Einseitig.

Das mit dem Muskel-Spielen-Lassen umschreibt verschämt, dass die USA einen Sozialstaat aufbauen wollen, der in etwa dem in Deutschland entspricht. In dieser Zeitung ist konzediert worden, dass die Steuerlastquote in den USA viel geringer ist als in Europa, der Staat also für wichtige Aufgaben gestärkt werden muss. Besonders geht es um die Infrastruktur, aber auch um das Gesundheitssystem an sich.

Bei jetzigen Sachstand bin ich für das Absturz von der Fiskalklippe, weil damit Steuererhöhungen verbunden sind, wenn auch durch Inkaufnahme von Kürzungen für die Ärmsten der Armen.

Was ich dem Artikelschreiber vorwerfen kann, nicht Klartext reden zu wollen. Wir sind doch in einem freien Land, da darf er das!

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Uwe Bussenius
Uwe Bussenius (uwebus) - 27.12.2012 18:58 Uhr

"Nun zeigt sich, dass vor dem angehäuften Schuldenberg

auch der amerikanische Kaiser ohne Kleider dasteht."
Dann freuen wir uns doch schon mal auf das nächste Gruppenphoto der Nackedeis:
Obama, Hollande, Berlusconi, Rajoy und viele viele andere, und vor ihnen unsre Merkel als Domina mit der Peitsche. Diese Ausgabe muß aber die FAZ im Querformat bringen, sonst passen nicht alle Nackedeis drauf.

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Jürgen Braun

wieso, wenn es um"alles oder nichts" geht, dann muss am ende auch hoch gepokert werden. und die

von herrn welter beschworenen folgen für die weltwirtschaft sind dabei am ende aus amerikanischer sicht eben doch vor allem eins: unbedeutend. resp. "verhandlungsmasse in der manövrierschale".
.
und wer wollte den usa dies verdenken? es ist nun einmal so.
.
zumal, wenn sie, wie hier, von den schwächeren teilnehmern zu fairem und klügerem verhalten im sinne des ganzen eingeladen werden. denn das lüde ggfls. auch zur frage ein: was gebt ihr uns denn dafür? wobei aber für vernünftiges verhalten im sinne der menscheit eigentlich schon längst keine preise mehr auszuloben wären.
.
& machtpolitisch wäre es wahrscheinlich verantwortlich schon längst ein fehler, nur zu argumentieren wie hier: der rest der welt (eu, china, bric) haben längst das übergewicht, und bräuchen - unter kalkulierbaren umsatzverlusten - ein funktionierendes amerika wirtschaftlich nur noch zum teil. und auch damit ließe sich a
.
nein - es gibt viel bessere gründe, unseren amerkanischen freunde glück und erfolg zu wünschen

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Siegfried Koch

Selbst ein Kleinkind begreift es schon, dass

immer mehr Schuldenmachen nicht funktioniert!
Wie lange lassen wir uns noch vera...?
Die Industrie nationen sind überschuldet und solange die Bürger vertrauen dass es geht, solange werden wir immer tiefer im Morast landen und die Ketten um unser Volksvermögen immer enger!
Experten hin oder her, wir müssten schon eine neue Mathematik installieren, um die Schuldenproblematik schönzurechnen!
ES FUNKTIONIERT NICHT! Schöne Aussichten für 2013!!!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.12.2012 12:24 Uhr
Siegfried Koch

Das ist wohl der Grund für eine

"soziale Marktwirtschaft" gewesen, nur in der Zwischenzeit wurde das "Soziale" pervertiert, weil eine verantwortungslose staatliche Geldpolitik das Gewinde überdreht hat! und man kann ja auch leicht die Schulden auf die Allgemeinheit abwälzen...

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Nina Wunderlich

Und wer ein wenig mehr über das derzeitige Finanzsystem weiß als ein Kleinkind...

wird auch verstehen, dass immer mehr "Vermögen machen" genau so wenig funktioniert. Den vielen Schulden steht immer genau so viel Vermögen gegenüber, das sollte man sich immer wieder bwusst machen. Insofern könnten Sie auch genau so gut über die Vermögensproblematik polemisieren.

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27.12.2012, 17:40 Uhr

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