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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Finanztransaktionssteuer Noch eine Schröpfsteuer

 ·  Die Finanztransaktionssteuer wird als finanzpolitischer Heilsbringer bejubelt. Wenn sie einmal eingeführt sein wird, werden die Bürger merken, dass sie letztlich nur erfunden wurde, um sie zu schröpfen. Doch dann ist es zu spät.

Artikel Lesermeinungen (132)

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Markus Stokmaier

und noch zum Argument "Schröpfung nur weitergereicht"

Da sind zwei Investmentfonds. Der eine verfolgt langfristige, sachwertbasierte (Aktien) Anlagestrategien, d.h. man sucht unterbewertete und hoffnungsvolle Elemente der Realwirtschaft. Der andere betreibt computerisierten Hochfrequenzhandel mit Derivaten, d.h. er macht die Finanzmärkte instabiler und die Volkswirtschaften mit ihrer demokratischen sowie die Pensionsfonds mit ihrer bürokratischen Trägheit zu Opfern im Finanzspiel. Ja, aber dann ist es doch gut und richtig und notwendig, dass die Kosten der Transaktionssteuer bis an die Oma an der Volksbanktheke weitergereicht werden. Die ist nämlich nicht nur dabei, einen Fondsparplan für ihren Enkel einzurichten, sondern auch im Begriff, die Verantwortung darüber, was ihr Geld in der Welt so treibt, unbedacht ein paar Masters of the Universe zu überschreiben. "Weitergereicht" heißt, die Kosten finden einfach nicht statt, weil dann gibt's die ultrakurzfriststrategien für jährlich gemittelte tägliche Promillegewinne einfach nicht mehr.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 13:44 Uhr
Markus Stokmaier

zur Informationsverarbeitung der Haltedauer

Klar, mit der Haltedauer lässt sich natürlich viel besser diskriminieren, und auch fair.

Aber man kann nicht jedem elektronischen Verkaufsgebot eine eidesstattliche Erklärung über die Haltedauer in Schriftform hinterherreichen.

Ich hab keine Ahnung über die Details eines Börsencomputersystems, aber ein grobes Bild: der Börsenrechner lebt in der Gegenwart, er führt die momentan sich anstauenden Kauf- und Verkaufsanträge zusammen und vergisst dann wieder sofort alles. Wie mächtig wird die Maschine wenn sie Handelshistorien speichern darf? Sie wird auch nur von Menschen betreut. Es muss schon jeder (mit Leichtigkeit) an die Fairness des Börsenrechners glauben können.

Vielleicht aber sind schon in heutigen Systemen alle nötigen Daten vorhanden. Warum dann nicht?

Mein Wissen reicht hier leider nicht aus, um über die Praktikabilität weiterdebattieren zu können. Hoffentlich liegt das an mir und nicht an der öffentlichen Unzugänglichkeit der Details.

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Swen Hummel
S Hummel (shum) - 09.06.2012 13:25 Uhr

"Entschleunigung" wird nicht eintreten

a) "Entschleunigung":
hochfrequenter Handel soll durch die Steuer ermüden. Tatsächlich enthält die Steuer in der aktuellen Lesart aber keine "Haltedauerkomponente". Wir hatten in Deutschland lange Zeit eine Besteuerung nach dem Halbeinkünfteverfahren unter der Betrachtung der Haltedauer. Nach einem Jahr galt man als Investor und genoß Vorteile.

Würde es um eine "Entschleunigung" gehen, wäre eine Besteuerung innerhalb einer Frist für einen Round-Trade (< 1h) ausreichend. Tatsächlich wird z.B. JEDER Währungshedge besteuert; auch für BMW, Gildemeister und der Hedge des privaten Anlegers der in Australien Anleihen für Jahre kauft.

(...)

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Markus Stokmaier

Tobin Tax schröpft nicht, sondern diskriminiert, sofern richtiger Prozentsatz.

Wer eine Aktie über Monate oder Jahre hält, der drückt seine positive Zukunftserwartung vs eines realwirtschaftlichen Konzeptes aus. Wer hingegen ein Papier nur für Sekunden/Stunden besitzt interessiert sich nicht für Realwirtschaft, sondern nur für die Richtigkeit seiner Arbeitshypothese: dass der restliche Markt träger ist als das eigene Reaktionsvermögen. Hochfrequenzhandel lohnt sich für dyn. Werte z.B. Derivate. Mit diesen lässt sich richtungsneutral nach oben wie unten wetten -> Instabilität. Wenn ich HF-Handel computerisiert betreibe, dann verbessere ich einen Zoo von Progrämmchen jeden Tag, alle kriegen die aktuellen Zahlen, aber nur die 10 besten echtes Geld, ich kann immer den roten Knopf drücken, also: am Ende vom Jahr Null Risiko! Nun sind Sie Bankchef, Sie haben eine Abteilung für Hochfrequenzhandel und eine andere vergibt Kredite für Fabrikbau. Wohin mehr Geld (konservativ!)? Ergo Tobintax fördert Realwirtschaft, selbst wenn wir das Geld verbrennen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.06.2012 13:24 Uhr
Markus Stokmaier

eine Frage der Mathematik

"Gleichbehandlung" bedeutet: ich nehme dem Langzeitinvestor ein einziges Mal ein Promill seiner sich im mehrstelligen Prozentbereich bewegenden Rendite weg, und dem Sekundenhändler nehme ich eine Million Mal im Jahr ein Promill weg.

Zu "ebenso schnell mitverdient": das muss nicht nur für einzelne Aktionen gelten, sondern IM SCHNITT. Wenn das so wäre, dann bräuchten die Sekundenhändler nur ein paar Wochen, um das Weltmonopolyspiel zu gewinnen. Eine Frage des Potenzgesetzes.

Zur "Richtungsvorgabe": Sie vergessen die Psychologie in Verbindung mit dem Schwarm. Hochfrequenzhandel kann aus einem Peak im Rauschen eine stundenlange Tendenz machen, diese kann wiederum echte Euphorien oder Paniken unter den menschlichen Händlern anstoßen. Ändert sich die Marktdynamik von Tag zu Tag, so haben evolutionäre Algorithmen kein Problem damit, Fabrikbauer schon.

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Swen Hummel
S Hummel (shum) - 09.06.2012 13:30 Uhr

"Strategiewechsel" wird nicht eintreten

b) "Profit beschädigen"
ein hochfrequenter Handel soll sich nicht mehr lohnen. Tatsächlich wird kurzfristiger Handel betrieben weil er in vielen Handelsverläufen deutlich profitabler ist als "Kaufen-Halten". Es ist - wie im Beitrag richtig anklingt - nicht zu erwarten, dass 0,01% Abgriff diese Form des Handels erfolglos werden lassen. Vor allem dann nicht wenn diese Steuer keine Handelsstrategie belohnt oder bestraft. Der ohnehin schon gewinnärmere Handel (long-term) kann bei Gleichbehandlung nicht plötzlich profitabler werden. Eine Steuer wird ebenso schnell mitverdient wie die Kommissionen und sonstige Kosten. Folglich ist offenbar, dass der Staat nur mit verdienen will; und das Steueraufkommen kommt letzlich in jedem Fall vom Inhaber des Geldes, dem Anleger.

Auch die Richtung einer Kursentwicklung wird nicht durch Hochfrequenzhändler entschieden. Schwächelt eine Währung, dann ist die Ursache meist schlechte Politik.

Ich halte nichts von "feindbildargumentierten" Steuern.

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Jürgen M. Backhaus

die Geretteten der HRE sind ein hinreichendes Argument für die FTS

Die Liste der öffentlichen Einrichtungen, die Gebühren, Einlagen, Steuergelder verzockt haben und dann mit Steuergeldern ein 2.Mal ausgestattet wurden, ist einen Blick wert.
im tagesspiegel googlen: die-geretteten 1598962.html
Damit weiterhin sorglos Geldanlagen unbesichert Zinsen einbringen und damit auch künftig keine Zweifel an der "Qualität" der genannten Gäubiger/Finanzmarktakteure aufkommen können, ist es erforderlich Risikoprämien zu erheben. Der Skandal über verzockte ca. 110 Mrd. € sollte die Einsicht ermöglichen, dass die angetroffenen Trittbrettverhaltensmuster zulasten des Steuerzahlers keine faire Einrichtung darstellen. Damit künftig eine Art Ausfallversicherung in der genannten Größenordnung existiert, sollte die FTS entsprechend für unbedachte Anleger auch die Kosten hereinholen, die unbesicherte Anlagen verursachen können und sonst der künftigen Generation hinterlassen werden. Nur Trittbrettfahrer werden die "neue Schröpfsteuer" bedauern?

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Thomas Böhm

Endlich kommt diese Steuer!

Wenn die Argumente der Gegner stimmen würden, dürfte niemand mehr arbeiten, denn er wird ja dafür mit der Einkommensteuer bestraft. Wer ein Brötchen kauft, sagte Sarkozy, muß auch eine Steuer darauf bezahlen, obwohl er sonst verhungert, wenn er es nicht bekommt. Er sagt weiter, warum sollen dann nicht auch Finanzprodukte besteuert werden.

Der Turobkapitalismus der Finanzindustrie hat soviel Schaden angerichtet in den letzten Jahren (und wird er noch in nächster Zeit tun), daß diese Steuer als kleiner Ausgleich mehr als gerechtfertigt ist aus gesellschaftspolitischer Sicht und unter dem Aspekt der Verteilungs-
gerechtigkeit. Heiner Geißler hat das in seinen Büchern und Vorträgen immer ganz richtig dargestellt.

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Kay Schmelzer

Kein Wort zu plöd, keine Begründung zu abwegig

Für Steuer.
Steuern kennen in Deutschland eine Reichtung... nach oben, nach oben, nach oben....
Reale Löhne kennen nur.... nach unten, nach unten, nach unten..
Es ist mir ein Rätsel, wie der Kleine Einkommens-Steuerzahler das Seelenruhig hinnimmt.
Es ist doch eine Summe, die gewichtet nach Klientel erzielt werden muss, das sind doch ganz einfache mechanissmen nur in D. nicht.
Ich wiederhole mich, die Staatssteuer hat sich vervierfach in den letzten 12 Jahren die Nettoeinkommen sind gesunken..
In einer Demokratie sollte das (Wahl) Volk seine Steuerhöhe festlegen und der angestellte Kanzler muss damit auskommen..
Aber in der Deutschen Diktat (Demokratie) wählt sich der Kanzler selbst und bestimt dann auch gleich die Steuerhöhe damit es da gar keinen Streit gibt ..:-)

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Matthias Zinn

Wieviel?

Wäre schön gewesen, wenn der Autor gesagt hätte, wieviel Steuern ich auf den Kauf von - sagen wir - 1000 Lufthansa-Aktien werde zahlen müssen (8,26).

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Thomas Gaugen

Eine der größten Vorteile bei der Investion in deutschen Staatsanleihen sind Bund-Future und

Bobl-Future, die sehr liquiden sind dadurch das Hedging sehr vereinfachen. Wenn aber eine Transaktionssteuer auf die Derivaten erhöht würde, wird es so sein, dass Bund- und Bobl-future viel an Atraktivität verlieren werden und damit auch die deutschen Staatsanleihen in Mitleidenscahft gezogen werden.
Immerhin werden die deutschen Staatsanleihen den Vorteil haben, dass die Steuer die Investition in anderen Staatsanleihen der Eurozone noch stärker benachteiligen wird.
Die Transaktionssteuer ist daher einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Selbstvernichtung der Wirtschaft in der EU und speziell in der Eurozone.
Selbstvernichtung der Eurozone die Ideologisch betrieben wird. Vielleicht in 10 oder 15 Jahren wird zurückgerudert, aber bis dahin wird die Eurozone unter diese und anderen Maßnahmen schwer leiden (siehe die bestialischen Subventionen für gerade die altenertive Energiequelle die am teuersten ist: die Solarenergie).

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Wolfgang Kaeflein
Wolfgang Kaeflein (Wokae) - 08.06.2012 06:25 Uhr

Ich denke man kann hier kaum von "der Bürger" sprechen

nur 8-10% der Deutschen besitzen Aktien. Insofern hat diese Steuer eher den Charakter einer Luxusjacht Steuer. Hier braucht der Staat keine Hemmungen zu haben, so richtig satt zuzugreifen. Zumal diese Steuer äußerst sozialverträglich ist. Härtefälle wird es wohl kaum welche geben. Am Ende wandern die Geschäftemacher sogar ab ins Ausland. Das wäre eine Wohltat für die Bürger z. Bsp. in Frankfurt. Den Börsenplätze sind Tummelplätze der Reichen und das macht das Leben in solchen Städten meist unangenehm teuer. Dass die Finanzindustrie nennenswert zum Steueraufkommen beiträgt , halte ich auch für ein Märchen. Wenn Einer "clever" genug ist, sein Steueraufkommen so gering wie möglich zu halten, alle Mittel, Tricks und Wege dafür kennt und auch zu nutzen weiß, dann ist es die Finanzindustrie.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 12:22 Uhr
Helga Zießler

Lesen Sie doch bitte mal den Artikel und die Kommentare, Herr Käflein

Vielleicht verstehen Sie dann am Ende ja doch noch, wie falsch Ihre Ansichten sind ;-)

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Bertram von Steuben

Die Unkenrufe werden bestätigt:

Die Frage ist also nicht OB die Merkel umfällt, sondern nur noch wann!
.
Das das alles das letzte Glied in der Nahrungskette zahlt, der Bürger mit Versicherungen, Sparplänen und ähnlichem, ist dann auch nur noch Nebensache. Hauptsache, sie kann sich in Frankreich und Brüssel wieder "Liebkind" machen...

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Thomas Gaugen

Hervorragende Maßnahme........um die Kapitalflucht aus der Eurozone zu verstärken

Die Transaktionssteuer wird die Kosten jedes aktiv gemanagten Portfolios erhöhen. Nicht nur wegen der Steuer an für sich, sondern weil die dadurch verursachte Volumenreduzierung, zu einer starken Ausweitung der Bid-Ask Spreads führen wird, wenn die Reduzierung bestimmte Schwellen erreicht. Man kann es in allen Börsen der Welt beobachten: je größer das gehandelte Volumen eines Finanzproduktes ist, umso kleiner sind die Bid-Ask Spreads und diese machen fast immer der Hauptbestandteil der Transaktionskosten.
Die Kurse in den Zeitungen sind Mittelkurse zwischen Kauf- und Verkaufkurs. Aber Tatsache ist, dass man beim Kaufen den Kaufkurs bezahlt und beim Verkaufen der Verkaufskurs erhält. Und es ist auch Fakt, dass zu jedem Zeitpunkt der Kaufkurs über den Verkaufskurs liegt.
Wenn diese Spreads sich durch die von der Steuer verursachte Volumenreduzierung ausweiten, kann die Investorenflucht massiv sein. Keine gute Nachricht für die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen und Bundfutures

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Veronika Soey

Schlechte Argumentation

Beide ursprünglich so schlagkräftigen Argumente sind ganz einfach zu entkräften:

1. Argument: "Die Banken geben die Kosten weiter": Von der Finanztransaktionssteuer, wird im Gegensatz zur Umsatzsteuer hauptsächlich der Hochfrequenzhandel belastet, der uns in diese Krise geführt hat. Da der Kleinanleger aber eher in Immobilienfonds investiert (war) oder in andere langfristige Anlagen und nicht in Hedgefonds, sind diese Fonds von der Steuer nur geringfügig betroffen.
2. Argument: "Lenkungswirkung und Einnahmen schließen sich aus". Nur bedingt richtig, denn die Steuer wird uns von beidem ein bisschen bringen, ein begrüßenswerter Vorgang.
3. Argument: "Eine Regulierung wäre zielführender": Falsch, denn gute Politik ist meiner Meinung nach immer Ordnungspolitik und nicht Verbote, Regulierungen, Vorschriften für jede Kleinigkeit, die zum einen immer wieder umgangen werden, und vor allem keine Systemimmanenten Probleme beseitigen.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 16:59 Uhr
Veronika Soey

@ Sascha Rieger

Anscheinend haben sie meine Argumentation nicht ganz verstanden und vllt. habe ich auch etwas schlecht formuliert. Die Argumente in Anführunszeichen sind ja nicht von mir, sondern die des Autors, die ich entkräften wollte. Ich halte die Transaktionssteuer nämlich für ein zielführendes Instrument.

Genau die von ihnen bemängelte "Aufblähung des Transverfolumens" wird ja mit dieser Steuer entgegengewirkt.

und @ Helga Ziesler: Was ich mit dem Beispiel (!) der Immobilienfonds sagen wollte, war gerade nur, dass Kleinanleger nicht für die hohen Transfervolumina verantwortlich sind. Bitte gehen sie auf meine Argumente ein, anstelle sie pauschal zu verurteilen.

Die Aufgabe des Finazmarktes ist Ressourcenallokation: Geld soll dort zur Verfügung gestellt werden, wo die Investition am sinnvollsten ist, z.B. bei einem Unternehmen. Wenn dann nach einigen Jahren das Unternehmen gewachsen ist, verkauft man Anteile wieder, man macht Gewinn. Diese Aufgabe erfüllt der Hochgeschwindigkeitshandel nicht

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Sascha Rieger

Dass die Politik in die Finanzkrise geführt hat ...

... ist richtig - indem sie die Finanzmärkte dereguliert hat und diese den "freien Marktkräften" überließ.

Die Verheißung war "Wohlstand für alle".

Davon sieht man aber in der Welt nicht viel ... das müssen selbst Leute wie Sie zugeben.

Seit der Deregulierung jagt eine Finanzkrise die nächste - jede heftiger als die vorherige.

Warum?

Weil man die Krise hauptsächlich mit Geld bekämpft, dass man den Finanzmärkten zur Verfügung stellt ...

Die Krise wurde durch die Gier von Menschen verursacht, die aus den Bewegungen am Finanzmarkt Geld ziehen.

Dieses fehlt der Wirtschaft und den Menschen.

Um diesen Zustand zu verbergen und noch mehr Geld bewegen zu können, wurde das Transfervolumen auf den Märkten um ein vielfaches des globalen BIP aufgebläht.

Aber irgendwann ist eben Schluss ...

Selbst eine Finanztransaktionssteuer kann nur langsam auf diese unseligen Zustände wirken!

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Helga Zießler

"...der Hochfrequenzhandel..., der uns in diese Krise geführt hat."

Ach ja, Frau Soey? Und ich dachte doch immer, das sei die Politik gewesen...

Und der Kleinanlager hat eher in Immobilienfonds investiert? Woher wissen Sie denn das? Ich gehöre auch zu den Kleinanlegern. Aber Immobilienfonds, an die man mindestens 10/12 Jahre gebunden ist, in Notfällen also frühzeitig nur unter hohen Verlusten in Bares umwandeln kann - das ist wohl eine Fehlinvestition gerade für solche Leute.

Auch ansonsten: "Schlechte Argumentaion" - aber nicht von Herrn Schäfers, sondern, Pardon, von Ihnen.

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gisbert heimes

Bravo!

Würde sogar noch einen Schritt weitergehen: nicht nur nicht regulieren, sondern abschaffen.

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Holger Salvador

Noch eine Schröpungssteuer?

was ist denn das für ein billige Polemik. Das Steuern sagt es doch schon, weil es von dem Verb steuern kommt. Langfristige Investitionen sind gut nur die dieser in Bruchteilen verlaufende Turbohandel, wo die Handelden gar nicht mehr wissen was sie handeln ist zerstörerich. Im besten Fall kann diese Steuer solchen Unsin eindämmen.
Und nicht vergessen die Krise ging vom Finazmarktsektor aus und nicht von Uberschuldeten Staatshaushalten!

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Tyler Durden Volland

"Zielführender wäre eine kluge Regulierung"

Werter Autor, am Einfachsten wäre es den freien Markt mal tatsächlich herrschen zu lassen!

Was sie wollen, das ist unter allen Umständen jenes Systen behalten zu können, das ihnen erlaubt alle kurzfristig anfallenden Gewinne zu privatisieren, aber die Verluste dem Steuerzahler aufzubrúmmen.

Jedes Mal wenn es in ihrem Interesse ist, dann wird lauthals gezetert der freie Markt müsse Vorrang haben. Nur, wenn man aus Habgier wieder mal enorm gepfuscht hat, dann ist vom freien Markt keine Rede mehr. Dann wird von der Systemrelevanz gelogen, was das Zeug hält und der Bürger verdummt!

Wir hätten keine Euro Krise, ja, wir hätten nicht mal einen Finanzkrise, wenn man den Markt hätte tun lassen, was er was er ohne Finanz Lobby in Berlin getan hätte!

Sie werter Autor, werden dafür bezahlt hier gegen eine Steuer zu schreiben, die ihre Klientel trifft, keine Frage das ist legitim.
Legitim wäre es aber auch die gegenteilige Meinung zu publizieren, und die FAZ dies nicht, wei üblich, zensiert!

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Joachim Schroeder

Born to pay!!

Die Banken zahlen keinen Pfennig, benutzen aber diese naive Forderung als
Argument um ihre Zinsen für Kredite erhöhen zu können!!

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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 07.06.2012 23:35 Uhr

Die ideale Steuer

ist eine, bei der die Wähler glauben, sie würde nur von den anderen erhoben, am besten von irgendwelchen fernen, unglaublich reichen Schädlingen, gegen die sich sowieso der von der Politik sorgfältig geschürte Volkszorn der Uninformierten richtet.

Insofern ist diese Steuer ideal. Die kleinen Leute werden erst nach der Einführung merken, daß sie auch diese Steuer zahlen müssen, wie im Artikel gut dargestellt. Oder sie merken es nie, noch genialer.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 13:21 Uhr
Helga Zießler

Genau so ist es, Herr Parsons!

Und aus genau diesen Gründen will unsere Merkel-Regierung diese irrsinnige Steuer auch unbedingt durchpauken!

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gisbert heimes

"... werden die Bürger merken..."

Welche Bürger? Alle?

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Wolfgang Richter

Die Genossen erfreuen

Mit der neuen Steuer werden die Genossen und ihre antikapitalistischen Ressentiments befriedigt. Böse Menschen wie Aktienkäufer sollen zahlen - aber nur im gutmenschlichen Deutschland.
Dann werden die kapitalistischen Bösmenschen ihre Deals künftig eben nicht mehr in Frankfurt abschließen.
Deutschland wird im Finanzbereich bedeutungs- und erfolglos, Arbeitsplätze in Frankfurt entfallen und die Genossen freuen sich, es den bösen Kapitalisten mal richtig gezeigt zu haben.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 13:32 Uhr
Helga Zießler

Aber dann wird es endlich wieder richtig gemütlich in Frankfurt...

meint etwas weiter vorn @Wolfgang Käflein. Denn, so sagt er, "Börsenplätze sind Tummelplätze der Reichen und das macht das Leben in solchen Städten meist unangenehm teuer". Welch eine weise Erkenntnis! Ich denke, man hätte nach dem Krieg doch den Morgenthau-Plan in die Tat umsetzen sollen. Dann wäre aus dem ganzen Land ein hübscher, gartenzwerggeschmückter Schrebergarten geworden, die "kapitalistischen Bösmenschen" wären weit weg, alle wären gleich (arm), und alles wäre ganz wunderbar. Ist durchaus möglich, dass wir in ein paar Jahren in solch paradiesischen Zuständen leben...

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Rainer Egold

Argumente?

Gibt es einen vernünftigen Grund, weshalb Umsätze mit Finanzpapieren nicht besteuert werden sollen, wenn ansonsten realwirtschaftliche Umsätze besteuert werden? - Die Finanztransaktionssteuer ist steuersystematisch längstens überfällig, der Schonraum für Finanzprodukte überhaupt nicht zu rechtfertigen und heutzutage schon gar nicht.
Aber die geplanten Steuersätze sind viel zu niedrig im Vergleich zu den Umsatzsteuersätzen für realwirtschaftliche Produkte. So wie jemand der viel konsumiert, sollte auch der, der viel spekuliert, belastet werden.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 17:36 Uhr
Rainer Egold

Lesen = Verstehen=Glauben?

Wenn auf Umsätze mit Derivaten eine Umsatzsteuer erhoben wird, welcher zwingender Mechanismus wird dazu führen, dass ich oder Otto Normalbürger für diese Steuer zahle? In dem Artikel werden Wirk-Mechanismen unterstellt, die einen naiven Glauben voraussetzen, aber nicht ein Verständnis komplexer Wirkungszusammenhänge. Deshalb ist der Artikel in diesem Punkt (!) wenig aufklärerisch aber gläubig; ein Glauben der aber wenig rational erscheint. Wäre er rational, würde jegliche Steuer, die Verkäufer zu zahlen haben, preissteigernd. Abgesehen davon: die Höhe der Steuer macht mir wirklich Angst, ich werde sie wohl kaum zu tragen vermögen, wenn die unterstellten Wirkmechanismen greifen...

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Helga Zießler

Hätten Sie den Artikel gelseen, Herr Egold

...dann müsste Ihnen eigentlich klar geworden sein, dass SIE es sein werden, der diese Steuer bezahlen muss, und keineswegs die "schlimmen Spekulanten"! Wie viele andere sind Sie auch reingefallen auf die Propaganda der Politik. Offenbar helfen da auch solche aufkläreneden Artikel wie diese nicht mehr.

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Ulla Nachtmann

Eine zweite Schröpfsteuer im kommen?

Das ist wirklich NICHT zu überbieten und es gilt - wehret den Anfängen!

All das nachdem man ca. alle 20 Jahre manche ausländische Immobilienbesitzer durch alte Gesetze quasi enteignet, nachdem man eine Immo Blase schlimmer als in den USA kreiert hat, NEIN sowas hätte selbst jemand mit blühender Fantasie nicht ausdenken können! Spanien scheint jeglichen Stolz verloren zu haben umsomehr als aufnTwitter inzwischen gegen Merkel gestänkert wird ( #stopmerkel). Auf solche Menschen kann man nur noch mit Verachtung schauen. WAS hat unsere Refierung eigentlich mit dem ,Ertrag' aus der FTS vor???

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 13:42 Uhr
Helga Zießler

"WAS hat unsere Regierung eigentlich mit dem ,Ertrag' aus der FTS vor???"

Mir ist klar, dass Sie, liebe Frau Nachtmann, diese Frage nur rhetorisch gemeint haben. Denn das wissen wir doch (fast) alle: Je mehr Geld die aus uns herausquetschen, desto mehr Ideen entwickeln sie, was man alles damit machen kann. Und wir müssen nur ein bißchen abwarten - nach Griechenland und Spanien werden noch immer mehr kommen und die Hände aufhalten - Deutschland (das heißt Merkel) zahlt doch, das weiss man genau.

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Albrecht Schmidt

Sprüche 29,4 Durch Recht gibt ein König dem Land Bestand, aber

ein König, der viele Steuern erhebt, richtet es zugrunde.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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