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Finanzkrise Salgado: Spanien bewältigt Krise aus eigener Kraft

17.06.2010 ·  Die spanische Regierung hat bekräftigt, dass ihr Land die heimische Bankenkrise aus eigener Kraft bewältigen werde. Gegenüber dem Fernsehsender Telecinco sagte die Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado, der Bankenrettungsfonds mit einem Volumen von 99 Milliarden Euro sei mehr als ausreichend, um den möglichen Bedarf des spanischen Finanzsystems zu decken.

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Im Notfall werde weniger als ein Drittel des Fonds beansprucht werden. Salgado, die auch zweite Stellvertreterin des Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero ist, gab in dem Gespräch zu, dass die Regierung das Ausmaß der Finanzkrise womöglich zu spät erkannt habe. Das hänge wohl damit zusammen, dass die spanischen Banken in der ersten Phase der internationalen Krise bestens abgeschnitten hätten, da sie sich von riskanten Spekulationen mit amerikanischen Immobilienanlagen und deren Derivaten ferngehalten hätten.

Die spanische Regierung gibt sich derzeit alle Mühe, das Misstrauen gegenüber der spanischen Wirtschaft zu zerstreuen, unter anderem durch Beschlüsse zur Arbeitsmarktreform und zur Haushaltssanierung sowie durch wiederholte öffentliche Versicherungen, dass der Bankensektor die Belastungen aus der Immobilienkrise ohne Auslandshilfe überstehen werde. Am Donnerstag gelang es Spanien wiederum, Käufer für zehn- und dreißigjährige Staatsanleihen im Volumen von knapp 3,5 Milliarden Euro zu finden, allerdings zu etwas höheren Zinsen als zuletzt im Mai. Der spanische Aktienmarkt zeigte sich am Donnerstag erholt, wobei die Großbanken Santander und BBVA die größten Kurssteigerungen erreichten.

Den Vorschlag von Salgado, mit einer Bankenabgabe finanzielle Vorsorge gegen mögliche weitere Krisen zu treffen, wies der spanische Bankensektor zurück. Santander-Präsident Emilio Botín nannte derartige Abgaben ungerechtfertigt, weil sie Institute wie seines treffen würden, die keinerlei Staatshilfen erhalten hätten.

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Von Heike Göbel

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