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Finanzkrise IWF schätzt Verluste auf 4 Billionen Dollar

21.04.2009 ·  Händeringend wird derzeit nach jedem Silberstreif am Horizont gesucht. Der Internationale Währungsfonds bremst derweil den aufkeimenden Optimismus. Laut IWF muss sich die Finanzwirtschaft weltweit auf Verluste von mehr als vier Billionen Dollar einstellen - das ist deutlich mehr als noch im Januar erwartet.

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Die Finanzkrise wird einer neuen Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge rund um den Globus Werte in Höhe von mehr als vier Billionen Dollar vernichten.

Die Washingtoner Finanzinstitution bezifferte die bisherigen und künftigen Verluste infolge von Ramschanleihen und faulen Krediten in seinem am Dienstag vorgelegten Bericht zur Finanzstabilität auf 4,05 Billionen Dollar. Zwei Drittel der erwarteten Abschreibungen entfielen dabei auf Banken, der Rest auf Versicherer und Pensionsfonds.

Erstmals weltweite Schätzung

Die größten Abschreibungen ergeben sich dem IWF-Gutachten zufolge aus Papieren in den Vereinigten Staaten: Hier liege der Verlust bei 2,7 Billionen Dollar. Die Verluste aus europäischen Papieren schätzte der Fonds auf 1,2 Billionen Dollar, bei japanischen Papieren liege die Summe bei 149 Milliarden Dollar.

In seiner im Januar vorgelegten letzten Schätzung hatte der IWF die Verluste aus amerikanischen Papieren noch auf 2,2 Billionen Dollar beziffert, zu Europa und Japan hatte er damals zunächst keine Zahlen vorgelegt.

IWF: Viele Banken haben wahres Ausmaß noch immer nicht eingeräumt

Den IWF-Experten zufolge haben viele Finanzinstitutionen das wahre Ausmaß ihrer Verluste noch nicht eingeräumt. Etwa 61 Prozent der Gesamtverluste, also rund 2,5 Milliarden Dollar, entfalle auf Banken, der Rest auf Versicherungen und Penionsfonds. Die Banken müssten aber erst noch zwei Drittel ihrer Verluste abschreiben, heißt es in dem Bericht, die bisherigen Abschreibungen seien „unvollständig“.

Besonders für europäische Banken prognostiziert der IWF schwierige Zeiten, da vor allem in Osteuropa noch massive Kreditausfälle zu erwarten seien. Während für die Rekapitalisierung des Finanzsektors in den Vereinigten Staaten laut IWF noch 275 Milliarden Dollar benötigt würden, liege der Bedarf in Europa bei 600 Milliarden Dollar. „Die Kreditkrise könnte sich für europäische Banken noch erheblich vertiefen“, heißt es in dem IWF-Bericht.

Um die Kapitalisierung der Banken wieder bis auf das Niveau wie Mitte der 90er Jahre zu bringen, würden in den USA weitere 500 Milliarden Dollar und in Europa sogar weitere 1,2 Billionen Dollar benötigt, schreiben die IWF-Experten. Alle Zahlen des Gutachtens beziehen sich auf den Zeitraum vom Beginn der Krise Mitte 2007 bis Ende 2010.

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Von Heike Göbel

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