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Finanzkrise Deutsche Bank setzt auf Privatkunden

09.10.2008 ·  Das Privatkundengeschäft scheint vielen Banken mehr und mehr zum letzten rettenden Anker in der Finanzkrise zu werden. Die Deutsche Bank will in den nächsten Jahren im Privatkundengeschäft 2500 Arbeitsplätze schaffen. Allerdings streicht sie 1100 Arbeitsplätze an anderer Stelle.

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Die Deutsche Bank will in den nächsten Jahren im Privatkundengeschäft 2500 Arbeitsplätze schaffen und weitere Filialen eröffnen. Die Stellen entstünden in Deutschland und in europäischen Kernmärkten wie Italien und Polen in der Kundenberatung, kündigte der Chef des Privatkundengeschäfts, Rainer Neske, am Donnerstag bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt an. Allerdings fallen an anderer Stelle Jobs weg: Unter anderem in der Abwicklung von Bankdienstleistungen will die Bank Prozesse verschlanken, wodurch in Europa rund 1100 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Die Deutsche Bank hatte viele Jahre lang ihren Fokus auf das Investmentbanking gelegt. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise im vergangenen Jahr brockt ihr das Geschäft jedoch Verluste ein und sie wendet sich wieder verstärkt den Privatkunden zu. „Ich bin überzeugt, wenn die Finanzkrise vorbei ist - egal wie lange sie noch dauert - wird es immer noch Privatkunden geben, die Beratung brauchen“, sagte Neske.

Bis 2012 will das größte deutsche Geldhaus europaweit 400 neue Filialen eröffnen, 150 davon in Deutschland. Die Zahl der Privat- und Geschäftskunden soll in diesem Zeitraum um rund vier Millionen auf 18 Millionen steigen. In ihrem Heimatmarkt betreut die Deutsche Bank nach mehreren Zukäufen in den vergangenen Jahren inzwischen fast zehn Millionen Kunden.

Privatkundengeschäft als rettender Anker

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte bereits am Mittwoch angekündigt, im Privatkundengeschäft durchstarten zu wollen. Bis 2012 will der Schweizer den Vorsteuergewinn in dem vergleichsweise stabilen Segment auf zwei Milliarden Euro verdoppeln.

Bei dieser Zielmarke sind Zukäufe noch nicht berücksichtigt. Die Deutsche Bank ist kürzlich bei der Postbank eingestiegen und hat die Option, das Institut in den nächsten Jahren komplett zu übernehmen.

Für Banken erweist sich das Privatkundengeschäft inmitten der weltweiten Finanzkrise als rettender Anker. Die Spareinlagen der Kunden dienen als stabile Refinanzierungsquelle und tragen - im Gegensatz zum Investmentbanking - zu einem stetigen Gewinnwachstum bei. Mit Privatkunden erwirtschaftete die Deutsche Bank 2007 ein Fünftel ihrer Erträge. Doch trotz der Krise setzt die Deutsche Bank auch künftig auf das von Ackermann zum Kerngeschäft ausgebaute Investmentbanking.

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Von Heike Göbel

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