09.04.2008 · Die Banken haben viel Vertrauen verspielt. Mit einem Verhaltenskodex wollen sie einer gesetzliche Gängelung entgehen. Revolutionär sind die Ideen nicht gerade, gleichwohl ist der eingeschlagene Weg zu begrüßen. Fehl am Platz ist aber der Vorschlag der Banken, die Ratingagenturen schärfer zu regulieren.
Von Daniel SchäferDie Bankbranche hat in schlimmsten Finanzkrise seit Jahrzehnten eines ihrer wichtigsten Güter verspielt – das Vertrauen gegenüber Aktionären, Kunden und der politischen Öffentlichkeit. Letztere ist der Hauptadressat der von Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann präsentierten Vorschläge für einen Verhaltenskodex der Branche.
Denn es droht eine gesetzliche Gängelung einer ohnehin scharf regulierten Branche. Revolutionär sind die mit einem Hauch von Selbstkritik garnierten Ideen des internationalen Bankenverbands aber nicht gerade. Die meisten Finanzunternehmen dürften ohnehin erkannt haben, dass sie ihr Risikomanagement verbessern, transparenter sein und langfristigere Vergütungsstrukturen einführen müssen.
Gleichwohl ist der eingeschlagene Weg zu begrüßen. Denn mit Ausnahme der dringend regulierungsbedürftigen Hypothekenanbieter in Amerika ist es allemal besser, dass die Banken zu freiwilligen Lösungen kommen, als dass der Staat einschreitet und als Bremser einer dynamischen Branche auftritt. Fehl am Platz ist aber der Vorschlag der Banken, die Ratingagenturen schärfer zu regulieren. Wer für sich selbst neue Gesetze ablehnt, sollte dies nicht für andere fordern.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.557,70 | +0,83% |
| EUR/USD | 1,2493 | −0,38% |
| Rohöl Brent Crude | 106,66 $ | −0,56% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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