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Finanzdienstleister MLP bleibt im Visier der Staatsanwaltschaft

 ·  MLP kommt nicht zur Ruhe. Zum zweiten Mal wurden Geschäftsräume des Finanzdienstleisters von der Staatsanwaltschaft durchsucht.

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Der Finanzdienstleister MLP ist zum zweiten Mal wegen des Verdachts der falschen Bilanzierung von der Staatsanwaltschaft in Mannheim durchsucht worden.

An der groß angelegten Aktion seien neben Staatsanwälten auch Beamte des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und der neuen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) beteiligt gewesen, teilte Staatsanwalt Hubert Jobski am Dienstag mit. Der Razzia habe ein Beschluss des Amtsgerichts zugrunde gelegen. Ende Juli war die Zentrale von MLP in Heidelberg und Wiesloch schon einmal wegen des gleichen Vorwurfs durchsucht worden. Zum Stand der Ermittlungen wollte sich Jobski nicht äußern. MLP selbst rechnet mit einem langen Verfahren.

Langwierige Ermittlungen

MLP ist ins Blickfeld der Strafverfolgungsbehörden geraten, nachdem Kleinaktionäre und ein Anlegermagazin dem Unternehmen vorwerfen, den Gewinn in der Bilanz zu Lasten künftiger Erträge künstlich aufgebläht zu haben. MLP hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Dabei geht es zum einen um den Verkauf von Lebensversicherungs-Policen an Rückversicherer und zum anderen um die vorzeitige Vereinnahmung künftiger Erträge aus den Policen. Während MLP den ersten Vorwurf durch Gutachten zu entkräften versucht hat, wurde letztere Praxis aufgegeben, nachdem sie auch bei Analysten Kritik auf sich gezogen hatte.

Ein MLP-Sprecher sagte, der Finanz- und Versicherungsmakler gehe inzwischen von langwierigen Ermittlungen aus. „Das ist kein Sachverhalt, wo man sagen kann, das ist richtig oder falsch. Da gibt es auch gewisse Ermessensspielräume in der Darstellung.“ Immerhin hätten die Wirtschaftsprüfer die Bilanzen geprüft und für richtig befunden.

Verdacht auf Insiderwissen

Die Finanzdienstleistungsaufsicht interessierte sich bei der Aktion nach Angaben einer Sprecherin vor allem für Unterlagen, die Aufschluss über den Verdacht geben könnten, MLP-Manager hätten bei der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien 2001 von ihrem Insiderwissen profitiert. Das sei aber nicht der Kern der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gewesen. Die Teilnahme von BAFin-Mitarbeitern an derartigen Razzien sei nicht ungewöhnlich.

Die MLP-Aktie war am Dienstag mit einem Minus von über elf Prozent auf 7,96 Euro erneut der größte Verlierer im Dax. Nach dem drastischen Kursverfall seit Mai droht der erst 2001 in den Index aufgenommenen Aktie Anfang November das Ende der DAX-Mitgliedschaft, da sie nach Marktkapitalisierung nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

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