20.06.2012 · Über Generationen waren die Lebensversicherer in Deutschland ein Hort der Sicherheit. Jetzt müssen auch sie zittern. Wenn das Siechtum die gesamte Branche ergreift, kann man sich nicht mehr gegenseitig stützen.
Von Stefan RuhkampRichtlinien für Lesermeinungen
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Die Märkte stellen Teilsysteme eines Gesamtsystems dar. In diesem Gesamtsystem sind auch die Staaten, Regierungen, die politischen Parteien, die öffentlichen und privaten Institutionen, Unternehmen, Gewerkschaften, Verbände, Kirchen und Religionen usw. usf. nichts anderes als Marktteilnehmer. Auf ihren jeweiligen, gleichzeitig interdependenten Märkten werden materielle und immaterielle Güter getauscht. Das Argument, daß die aktuelle Schuldenkrise auf 'sozialistische Umtriebe' zurückzuführen sei, ist bloß lächerlich.
im Unterschied zu den staatlichen Rentenversicherungssystemen
müssen die privaten wenigstens einen Nominalwert garantieren.
Nobbie(Blüm) sagte, "die Rende is siche", sagte aber
nicht in welcher Höhe. Weder nominal und erst recht nicht real. Der
Staat gibt Ihnen Entgeltpunkte, die Ihnen ebenfalls nicht die relativen
Ansprüche sichern, auch wenn das die Begrifflichkeit suggeriert.
Was Staaten von vertragsteue halten, wenn´s ans Eingemachte geht,
kann man derzeit sehr gut beobachten.
Versicherungen - Hort der Sicherheit???
Die Versicherungen hätten angesichts des Verfalls der
Staatsanleihen längst ihre Bücher wertberichtigen müssen,
denn viele Anleihen haben massiv an Wert verloren und damit auch die
Policen. Erst wenn das geschieht, wird Heulen und Zähneklappern
sein, denn
das Fiat-Geldsystem ist erkennbar kurz vor dem Zusammenbruch. Die
meisten Menschen haben das dank der mangelhaften Berichterstattung in
den Medien - mit wenigen rühmlichen Ausnahmen wie der FAZ - bisher
nur noch nicht realisiert.
"Doch schon jetzt ist der reale Zins, also der Zins nach Abzug der
Teuerungsrate, negativ. Die Kaufkraft des Vermögens schwindet."
Die existierende Geldmenge ist um ein vielfaches höher als die
exisitierende und zukünftige Produktivität.
Geld ist also viel zu hoch bewertet und muss abgewertet werden.
Leider wird nicht durch Anspruchnahme großer Vermögen
abgewertet z. B. indem alles persönliche Geldvermögen oberhalb
100 Millionen Dollar aus den Büchern gestrichen wird.
Vielmehr wird das Geld insgesamt entwertet, so dass die Menschen mit
schon jetzt wenig mit noch weniger oder nichts dastehen werden,
während die paar Reichen mit dem Spielgeld in der Zwischenzeit alle
Sachwerte wie Fabriken, Immobilien oder Gold aufkaufen durften ...
Herr Magiera brachte es schon auf den Punkt. Aber eine kleine Anmerkung: die EU mit ihrem Euro ist Sozialismus und keine Marktwirtschaft. Marktwirtschaft wäre es, wenn diejenigen, die weniger leisten (Griechen, Spanier etc.) auch die Quittung für ihr Verhalten bekämen.
..folgte man denn nicht gerade in dieser Zeitung über viele Jahre der Doktrin, dass nur durch die private Vorsorge auskömmliche Einkünfte für das Alter gesichert werden könnten? Und ist man nicht allzu bereitwillig den Maschmeyers und Raffelhueschens aufgesessen, die schenkelklopfend die öffentliche Demontage der gesetzlichen Rentenversicherungssysteme gezielt initiiert und mit BILD & Co erfolgreich begleitet haben, eines Systems also, welches selbst Währungsreformen trotzen konnte. "Wir haben Euch den Boden bereitet" sagte Herr R. in erstaunlicher Offenherzigkeit vor Versicherungsvertretern "nun schwärmt aus".. In der Tat. Auf diesem Boden sind wir nun alle angekommen. Willkommen in der neoliberalen Realität!
'Zinspromille für risikofreie Anlagen sind Volkeswille' u n d ....
... die Logik des evolutionären Fortschritts in der Endphase eines
kapitalstock-maximierenden Industriesystem. Daran sollten sich die
Versicherer und alle anderen orientieren.
Das erkannte kybernetische Evolutionsprozess-Modell läßt
keinen anderen Schluß zu als den Exodus aus dem
Hochzins-Kapitalismus. Das wird die EURO-Steuerungssystem- und
Staatsbankrott-Krise u.a. erweisen.
Wir leben mitten in einem Epochenwechsel des 5000jährigen
Kulturprojekts der Menschheit, von dem die wissenschaftlichen Humanisten
träumten und mit dem Bild vom Übergang aus dem 'Reich der
Notwendigkeit' ins 'Reich der Freiheit' formulierten.
...und so schwappt die Schuldenbrühe ins Land, weil man NO BAIL OUT ignoriert hat...
...wir müssen der Schuldenunion widerstehen - dann können die
Versicherer wieder solide arbeiten.
...denn egal in welcher Maske sie uns als Retter verkauft werden soll -
sie führt in einen allzu menschlichen Abgrund. Es ist der gleiche
Abgrund der auch hinter den Wahlversprechen, den staatlichen
"Wohltaten" und "Gerechtigkeitslösungen" steht.
Solange genügend Teilnehmer persönlich profitieren oder dies
zumindest glauben wird sich diese Spirale weiterdrehen - bis das
Schneeballsystem in sich zusammenbricht.
Dagegen hilft NO BAIL OUT -
zudem ist das geltendes Recht und somit einzuhalten !
Es ist schon lange an der Zeit diesen zentralen Ansatz, der zudem
explizit in § 125 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der
Europäischen Union) steht, wieder in den Mittelpunkt der Diskussion
zu stellen.
Wie kann es sein, daß so viele Politiker einen zentralen
Grundpfeiler der EU nicht verteidigen ?
Die Marktwirtschaft ist nun mal ein Krisensystem
Wir leben in einem Krisensystem, ökonomisch, sozial, kulturell, moralisch. Die finale Globalisierung läßt einzelnen Staaten oder Teilsystemen keine Chance. Natürlich ist eine Wettbewerbswirtschaft in Teilsystemen hocheffizient - solange, bis eine immer kleinere Anzahl von Marktteilnehmern ihre angeschwollenen Forderungen im System nicht mehr realisieren kann. Die sogenannte Schuldenkrise bezeichnet exakt diesen Punkt.
Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 17:34 UhrDer Unterschied
ist, dass niemand genau weiß wie echter Sozialismus auszusehen hat, andersrum weiß man das sehr wohl. Klar ist Kapitalimus nicht perfekt, eben weil er den Menschen so sieht wie er ist und nicht wie er sein sollte. Mehr Kapitalismus wagen wäre ein schöner Slogan wird aber nicht passieren, weil irgentwelche Ökonomen, Politiker und Banker (natürlich) sehr viel besser wissen was gut für uns ist, deswegen habe ich jede Hoffnung aufgegeben das wir aus der Sache nur mit einem blauen Auge herauskommen. Wir fahren den Laden gerade an die Wand, warum? Weil man keine moderne Volkswirtschaft planen kann, neuerdings nennt man das glaube ich makroökonomische Steuerung. Am Schluß ist dann wieder der westliche Kapitalimus Schuld oder ,,die Märkte'' ,die verhindern das die Erde ein Paradies wird, so wars doch damals in der DDR oder?;)
@Ulla Nachtmann
Wenn Sie mit einem überzeugten Sozialisten reden und sie
erwähnen, das Scheitern der DDR habe den Beweis erbracht, dass der
Sozialismus in der Praxis nicht funktioniert wird der Ihnen mit hoher
Wahrscheinlichkeit entgegnen, in der DDR sei der Sozialismus ja gar
nicht richtig umgesetzt worden. Fällt Ihnen da eine Parallele zu
Ihrer Argumentation auf?
Es geht mir auch gar nicht darum, den Kapitalismus grundsätzlich zu
verteufeln. Wir müssen nur ehrlich bleiben und genau hinschauen und
uns fragen, was da zunehmend mit unserem Wirtschaftssystem nicht mehr
funktioniert. Und ich stelle ich in den letzten Jahren erschrocken fest,
dass da zunehmend ideologisch jede Kritik abgetan wird. Und diese
"Ideologisierung" macht mir Sorgen, da Ideologien immer die
Tendenz haben, sich der Realität zunehmend zu entfremden. Die
wachstende Ideologisierung konnten sie in den letzten Jahren des
Ostblocks auch beobachten. Je mehr da in Trümmer ging, desto mehr
wurde der Sozialismus "heilig" gesprochen.
Herr Neubert, bitte zeigen Sie mir...
die MARKTWIRTSCHAFT - wenn Sie sie gefunden haben.
Seit mindestens Jahr 2000, wahrscheinlich schon viel länger, haben
wir KEINE Mehr!
Sie wurse ausgehebelt durch dumme Politiker/Karrieristen durch
ständige Eingriffe und Staatsinterventionen und regelrechte
Planwirtschaft. Hinzu kommt deren Rechtsbeugung und Rechtsbruch.
In der Marktwirtschaft dürfen Banken pleite gehen, in der
sozialistischen Planwirtschaft NICHT.
.
GIER ist übrigens auch mitunter positiv zu sehen, nämlich als
Treiber für Leistung.
@Roland Magiera
"Die Schuldenkrise der Marktwirtschaft anzulasten beruht auf einem
oder mehreren Denkfehler/n, es ist eine GIERkrise und zwar von beiden
Seiten, also Schuldner und Gläubiger."
Sie ist aber IN(!) einer Marktwirtschaft passiert! Das ist so, als wenn
ich sagen würde, der Ostblock ist damals NICHT(!) am Sozialismus
gescheitert. Dieses "Weil nicht sein kann, was nicht sein
darf!", hatten wir im Osten genug, das müssen wir heute nicht wiederholen.
Ethos, Pathos und Logos
Wenn ich Ethos weglasse und 100 Punkte auf Pathos und Logos verteile,
dann steht es 99:1 (ein Sozialpunkt).
Die Marktwirtschaft hat schon bei den Römern und davor funktioniert!
Die Alternative Planwirtschaft hat es unter Zuhilfenahme aller unfairer
Tricks wie Stasiknast oder Gulag auf gerade einmal 70 Jahre gebracht.
Und, welches von beiden Modellen hat nun eindeutig und ohne den
geringsten Zweifel gewonnen?
Selbst die Umweltbilanz ist im Kapitalismus um Welten besser!
Die Schuldenkrise der Marktwirtschaft anzulasten beruht auf einem oder
mehreren Denkfehler/n, es ist eine GIERkrise und zwar von beiden Seiten,
also Schuldner und Gläubiger.
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
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