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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Finanz- und Schuldenkrise Die Krise der Versicherer

 ·  Über Generationen waren die Lebensversicherer in Deutschland ein Hort der Sicherheit. Jetzt müssen auch sie zittern. Wenn das Siechtum die gesamte Branche ergreift, kann man sich nicht mehr gegenseitig stützen.

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gisbert heimes

Die alte Leier

Die Märkte stellen Teilsysteme eines Gesamtsystems dar. In diesem Gesamtsystem sind auch die Staaten, Regierungen, die politischen Parteien, die öffentlichen und privaten Institutionen, Unternehmen, Gewerkschaften, Verbände, Kirchen und Religionen usw. usf. nichts anderes als Marktteilnehmer. Auf ihren jeweiligen, gleichzeitig interdependenten Märkten werden materielle und immaterielle Güter getauscht. Das Argument, daß die aktuelle Schuldenkrise auf 'sozialistische Umtriebe' zurückzuführen sei, ist bloß lächerlich.

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Rudolf März
Rudolf März (maerkur) - 20.06.2012 18:13 Uhr

Sehr geehrter Herr Beck,

im Unterschied zu den staatlichen Rentenversicherungssystemen müssen die privaten wenigstens einen Nominalwert garantieren.
Nobbie(Blüm) sagte, "die Rende is siche", sagte aber nicht in welcher Höhe. Weder nominal und erst recht nicht real. Der Staat gibt Ihnen Entgeltpunkte, die Ihnen ebenfalls nicht die relativen Ansprüche sichern, auch wenn das die Begrifflichkeit suggeriert. Was Staaten von vertragsteue halten, wenn´s ans Eingemachte geht, kann man derzeit sehr gut beobachten.

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Closed via SSO

Versicherungen - Hort der Sicherheit???

Die Versicherungen hätten angesichts des Verfalls der Staatsanleihen längst ihre Bücher wertberichtigen müssen, denn viele Anleihen haben massiv an Wert verloren und damit auch die Policen. Erst wenn das geschieht, wird Heulen und Zähneklappern sein, denn
das Fiat-Geldsystem ist erkennbar kurz vor dem Zusammenbruch. Die meisten Menschen haben das dank der mangelhaften Berichterstattung in den Medien - mit wenigen rühmlichen Ausnahmen wie der FAZ - bisher nur noch nicht realisiert.

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Sascha Rieger

Unausweichlich ...

"Doch schon jetzt ist der reale Zins, also der Zins nach Abzug der Teuerungsrate, negativ. Die Kaufkraft des Vermögens schwindet."

Die existierende Geldmenge ist um ein vielfaches höher als die exisitierende und zukünftige Produktivität.

Geld ist also viel zu hoch bewertet und muss abgewertet werden.

Leider wird nicht durch Anspruchnahme großer Vermögen abgewertet z. B. indem alles persönliche Geldvermögen oberhalb 100 Millionen Dollar aus den Büchern gestrichen wird.

Vielmehr wird das Geld insgesamt entwertet, so dass die Menschen mit schon jetzt wenig mit noch weniger oder nichts dastehen werden, während die paar Reichen mit dem Spielgeld in der Zwischenzeit alle Sachwerte wie Fabriken, Immobilien oder Gold aufkaufen durften ...

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Michael Scheffler

Herr Heimes

Herr Magiera brachte es schon auf den Punkt. Aber eine kleine Anmerkung: die EU mit ihrem Euro ist Sozialismus und keine Marktwirtschaft. Marktwirtschaft wäre es, wenn diejenigen, die weniger leisten (Griechen, Spanier etc.) auch die Quittung für ihr Verhalten bekämen.

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Wolf Beck
Wolf Beck (Wolfswort) - 20.06.2012 14:00 Uhr

ernüchtertes Erwachen..

..folgte man denn nicht gerade in dieser Zeitung über viele Jahre der Doktrin, dass nur durch die private Vorsorge auskömmliche Einkünfte für das Alter gesichert werden könnten? Und ist man nicht allzu bereitwillig den Maschmeyers und Raffelhueschens aufgesessen, die schenkelklopfend die öffentliche Demontage der gesetzlichen Rentenversicherungssysteme gezielt initiiert und mit BILD & Co erfolgreich begleitet haben, eines Systems also, welches selbst Währungsreformen trotzen konnte. "Wir haben Euch den Boden bereitet" sagte Herr R. in erstaunlicher Offenherzigkeit vor Versicherungsvertretern "nun schwärmt aus".. In der Tat. Auf diesem Boden sind wir nun alle angekommen. Willkommen in der neoliberalen Realität!

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Rüdiger Kalupner

'Zinspromille für risikofreie Anlagen sind Volkeswille' u n d ....

... die Logik des evolutionären Fortschritts in der Endphase eines kapitalstock-maximierenden Industriesystem. Daran sollten sich die Versicherer und alle anderen orientieren.

Das erkannte kybernetische Evolutionsprozess-Modell läßt keinen anderen Schluß zu als den Exodus aus dem Hochzins-Kapitalismus. Das wird die EURO-Steuerungssystem- und Staatsbankrott-Krise u.a. erweisen.

Wir leben mitten in einem Epochenwechsel des 5000jährigen Kulturprojekts der Menschheit, von dem die wissenschaftlichen Humanisten träumten und mit dem Bild vom Übergang aus dem 'Reich der Notwendigkeit' ins 'Reich der Freiheit' formulierten.

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Eric Arnesen

...und so schwappt die Schuldenbrühe ins Land, weil man NO BAIL OUT ignoriert hat...

...wir müssen der Schuldenunion widerstehen - dann können die Versicherer wieder solide arbeiten.
...denn egal in welcher Maske sie uns als Retter verkauft werden soll - sie führt in einen allzu menschlichen Abgrund. Es ist der gleiche Abgrund der auch hinter den Wahlversprechen, den staatlichen "Wohltaten" und "Gerechtigkeitslösungen" steht. Solange genügend Teilnehmer persönlich profitieren oder dies zumindest glauben wird sich diese Spirale weiterdrehen - bis das Schneeballsystem in sich zusammenbricht.
Dagegen hilft NO BAIL OUT -
zudem ist das geltendes Recht und somit einzuhalten !
Es ist schon lange an der Zeit diesen zentralen Ansatz, der zudem explizit in § 125 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union) steht, wieder in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen.
Wie kann es sein, daß so viele Politiker einen zentralen Grundpfeiler der EU nicht verteidigen ?

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gisbert heimes

Die Marktwirtschaft ist nun mal ein Krisensystem

Wir leben in einem Krisensystem, ökonomisch, sozial, kulturell, moralisch. Die finale Globalisierung läßt einzelnen Staaten oder Teilsystemen keine Chance. Natürlich ist eine Wettbewerbswirtschaft in Teilsystemen hocheffizient - solange, bis eine immer kleinere Anzahl von Marktteilnehmern ihre angeschwollenen Forderungen im System nicht mehr realisieren kann. Die sogenannte Schuldenkrise bezeichnet exakt diesen Punkt.

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Antworten (6) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 20.06.2012 17:34 Uhr
Stefan Kupka

Der Unterschied

ist, dass niemand genau weiß wie echter Sozialismus auszusehen hat, andersrum weiß man das sehr wohl. Klar ist Kapitalimus nicht perfekt, eben weil er den Menschen so sieht wie er ist und nicht wie er sein sollte. Mehr Kapitalismus wagen wäre ein schöner Slogan wird aber nicht passieren, weil irgentwelche Ökonomen, Politiker und Banker (natürlich) sehr viel besser wissen was gut für uns ist, deswegen habe ich jede Hoffnung aufgegeben das wir aus der Sache nur mit einem blauen Auge herauskommen. Wir fahren den Laden gerade an die Wand, warum? Weil man keine moderne Volkswirtschaft planen kann, neuerdings nennt man das glaube ich makroökonomische Steuerung. Am Schluß ist dann wieder der westliche Kapitalimus Schuld oder ,,die Märkte'' ,die verhindern das die Erde ein Paradies wird, so wars doch damals in der DDR oder?;)

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Hans Fallada

@ A. Neubert

Sehr richtig, sehe ich ähnlich!

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Andreas Neubert

@Ulla Nachtmann

Wenn Sie mit einem überzeugten Sozialisten reden und sie erwähnen, das Scheitern der DDR habe den Beweis erbracht, dass der Sozialismus in der Praxis nicht funktioniert wird der Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit entgegnen, in der DDR sei der Sozialismus ja gar nicht richtig umgesetzt worden. Fällt Ihnen da eine Parallele zu Ihrer Argumentation auf?

Es geht mir auch gar nicht darum, den Kapitalismus grundsätzlich zu verteufeln. Wir müssen nur ehrlich bleiben und genau hinschauen und uns fragen, was da zunehmend mit unserem Wirtschaftssystem nicht mehr funktioniert. Und ich stelle ich in den letzten Jahren erschrocken fest, dass da zunehmend ideologisch jede Kritik abgetan wird. Und diese "Ideologisierung" macht mir Sorgen, da Ideologien immer die Tendenz haben, sich der Realität zunehmend zu entfremden. Die wachstende Ideologisierung konnten sie in den letzten Jahren des Ostblocks auch beobachten. Je mehr da in Trümmer ging, desto mehr wurde der Sozialismus "heilig" gesprochen.

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Ulla Nachtmann

Herr Neubert, bitte zeigen Sie mir...

die MARKTWIRTSCHAFT - wenn Sie sie gefunden haben.
Seit mindestens Jahr 2000, wahrscheinlich schon viel länger, haben wir KEINE Mehr!
Sie wurse ausgehebelt durch dumme Politiker/Karrieristen durch ständige Eingriffe und Staatsinterventionen und regelrechte Planwirtschaft. Hinzu kommt deren Rechtsbeugung und Rechtsbruch.
In der Marktwirtschaft dürfen Banken pleite gehen, in der sozialistischen Planwirtschaft NICHT.
.
GIER ist übrigens auch mitunter positiv zu sehen, nämlich als Treiber für Leistung.

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Andreas Neubert

@Roland Magiera

"Die Schuldenkrise der Marktwirtschaft anzulasten beruht auf einem oder mehreren Denkfehler/n, es ist eine GIERkrise und zwar von beiden Seiten, also Schuldner und Gläubiger."

Sie ist aber IN(!) einer Marktwirtschaft passiert! Das ist so, als wenn ich sagen würde, der Ostblock ist damals NICHT(!) am Sozialismus gescheitert. Dieses "Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!", hatten wir im Osten genug, das müssen wir heute nicht wiederholen.

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Weitere Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen
Roland Magiera

Ethos, Pathos und Logos

Wenn ich Ethos weglasse und 100 Punkte auf Pathos und Logos verteile, dann steht es 99:1 (ein Sozialpunkt).

Die Marktwirtschaft hat schon bei den Römern und davor funktioniert!
Die Alternative Planwirtschaft hat es unter Zuhilfenahme aller unfairer Tricks wie Stasiknast oder Gulag auf gerade einmal 70 Jahre gebracht.

Und, welches von beiden Modellen hat nun eindeutig und ohne den geringsten Zweifel gewonnen?
Selbst die Umweltbilanz ist im Kapitalismus um Welten besser!

Die Schuldenkrise der Marktwirtschaft anzulasten beruht auf einem oder mehreren Denkfehler/n, es ist eine GIERkrise und zwar von beiden Seiten, also Schuldner und Gläubiger.

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Jahrgang 1968, Redakteur in der Wirtschaft.

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