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Filmindustrie Hollywood hakt ein schwaches Jahr ab

 ·  Die Träume der amerikanischen Kinobetreiber hat die Traumfabrik im vergangenen Jahr nicht erfüllt, im Gegenteil: In ihre Kinos kamen so wenige Besucher wie zuletzt 1995. Nun sollen es die Superhelden richten - nicht nur im Film.

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Die amerikanische Filmindustrie blickt auf ein enttäuschendes Jahr zurück. Die Umsätze an den Kinokassen schrumpften, die Besucherzahlen waren so niedrig wie zuletzt vor mehr als 15 Jahren. Erfolgreichster Titel des Jahres in Amerika und auch weltweit war der letzte Teil aus der "Harry Potter"-Filmreihe. Allgemein wurde das Geschäft in Hollywood so stark von Fortsetzungsfilmen bestimmt wie seit langem nicht mehr.

Schlechter als die Erwartungen

Insgesamt wurden in amerikanischen Kinos nach Angaben des Branchendienstes Boxofficemojo.com im vergangenen Jahr 10,2 Milliarden Dollar eingespielt. Das war ein Minus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Noch trüber ist das Bild, wenn man alleine die Besucherzahlen betrachtet und somit der Effekt höherer Eintrittspreise wegfällt: Die Zahl der verkauften Kinotickets fiel um 5 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden. Der Besucherschwund ist keine ganz neue Erscheinung: Auch 2010 gab es ein Minus von 5 Prozent, allgemein gehen die Ticketverkäufe in Amerika schon seit einigen Jahren zurück, die Branche gleicht dies bei den Umsätzen zum Teil mit höheren Preisen aus. Aber 2011 war das Bild besonders schlecht: Weniger Besucher als im vergangenen Jahr wurden zuletzt 1995 gezählt.

Das schwache Abschneiden ist umso enttäuschender, weil die Branche meinte, 2011 ein zugkräftiges Programm an Filmen zu haben. Aber etliche Titel blieben hinter den Erwartungen zurück. Auch eines der verlässlichsten Segmente der vergangenen Jahre - Zeichentrickfilme und andere familienorientierte Produktionen - brachte nicht die gewohnten Zuschauerzahlen. Der teure Animationsfilm "Milo und Mars" von Walt Disney war einer der Flops des Jahres, selbst das zu Disney gehörende Studio Pixar erlebte einen Dämpfer mit den für seine Verhältnisse schwachen Einspielergebnissen von "Cars 2".

Grundsätzlicher Bedeutungsverlust?

Branchenbeobachter nennen eine Reihe möglicher Erklärungen für den Besucherrückgang. Dazu gehören Überdruss beim Kinopublikum mit Blick auf die vielen Fortsetzungen und die immer mehr verbreiteten Filme in dreidimensionaler Technik (3D), für die höhere Eintrittspreise verlangt werden. Auch allgemeine Konsumzurückhaltung wird angeführt. Für viele Experten erlebt der Kinobesuch aber auch einen grundsätzlichen Bedeutungsverlust gegenüber anderen Arten der Freizeitbeschäftigung, von sozialen Netzwerken bis zu Videospielen.

Auch wenn über die Fortsetzungswut in Hollywood geklagt wird: Etablierte Filmreihen entpuppten sich im vergangenen Jahr als die größten Publikumsmagneten. Die sieben umsatzstärksten Filme in Amerika waren diesmal Fortsetzungen - anders als 2009 und 2010, als neue Produktionen wie die Science-Fiction-Abenteuer "Avatar" und "Inception" es unter die größten Kassenschlager schafften. Spitzenreiter des vergangenen Jahres war "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 2", der in Amerika laut Boxofficeomojo 381 Millionen Dollar einspielte und weltweit 1,3 Milliarden Dollar. Dahinter rangierte der Actionfilm "Transformers 3" mit 353 Millionen Dollar in Amerika und 1,1 Milliarden Dollar auf der ganzen Welt.

Die Superhelden sollen’s richten

Auch in den letzten Wochen des Jahres kamen die guten Nachrichten von etablierten Filmreihen: So verlief das üblicherweise in den amerikanischen Kinos sehr umsatzstarke Geschäft um Weihnachten herum diesmal enttäuschend. Ein Lichtblick war der vierte Teil in der Action-Reihe "Mission: Impossible" mit Tom Cruise, der seit dem Start kurz vor Weihnachten mehr als 130 Millionen Dollar eingebracht hat. Mit Blick auf das neue Jahr setzt die Branche ihre größten Hoffnungen ebenfalls auf bekannte Stoffe - und dabei vor allem auf Superhelden-Geschichten: So kommen zum Beispiel ein neuer Teil aus der "Batman"-Reihe mit dem Titel "The Dark Knight Rises" und eine weitere Fortsetzung der "Spider-Man"-Serie.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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