22.04.2005 · Bundesumweltminister Trittin: Grüne Aufkleber für saubere Diesel, blaue für Benziner. Fahrzeuge, die die von der EU festgesetzten Feinstaub-Grenzwerte einhalten, können dadurch leichter von Fahrverboten ausgenommen werden.
Benzinautos und saubere Dieselfahrzeuge sollen künftig durch leuchtende Plaketten gekennzeichnet werden. Fahrzeuge, die die von der EU festgesetzten Feinstaub-Grenzwerte einhalten, können dadurch leichter identifiziert und von Fahrverboten ausgenommen werden. Das sieht ein Entwurf der von den Länderverkehrsministern angeregten Kennzeichnungsverordnung vor, den Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) derzeit mit seinen Kabinettskollegen abstimmt. Autos ohne Plakette dürften dann in den von den Länderbehörden gesperrten Straßen nicht fahren. Die Verordnung muß außer von der Bundesregierung auch vom Bundesrat gebilligt werden. Ob die Länder, denen die Entscheidung über Fahrverbote obliegt, der Verordnung zustimmen, ist offen.
Nach den Vorstellungen des Bundesumweltministeriums sollen künftig alle Lastwagen, Personenwagen und leichten Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor, die schon heute die künftigen strengeren Abgasgrenzwerte der Europäischen Union erfüllen, eine leuchtend grüne Plakette erhalten. Dieselautos, die zumindest die bestehenden Emissionsgrenzwerte einhalten, soll eine gelbe Plakette schmücken, schmutzige Diesel gehen leer aus.
Für Autos mit Otto-Motor, die eigentlich noch nicht gekennzeichnet werden müßten, weil sie keine Rußpartikel ausstoßen, sind im Vorgriff auf in der Zukunft erwartete Vorschriften über den Stickoxyd-Ausstoß andere Farben vorgesehen. Lastwagen, Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge mit geregeltem Katalysator sollen eine blaue, Benziner ohne Katalysator eine schwarze Plakette erhalten.
Erste Fahrverbote in Dortmund
Um eine grüne Plakette tragen zu dürfen, müssen Personenwagen die geplante Abgasnorm Euro5 (weniger als 5Milligramm Dieselrußpartikel je Kilometer) einhalten. Der gelben Gruppe entspricht die Abgasstufe Euro3, also ein Partikelgrenzwert von weniger als 50Milligramm je Kilometer. Die schlechteste Gruppe ohne Plakette umfaßt alle Personenwagen mit einem Ausstoß von mehr als 50Milligramm je Kilometer (Euro2 oder schlechter).
Lastwagen werden in die beste Emissionsklasse eingestuft, wenn sie die Normen Euro4 oder Euro5 erfüllen (weniger als 20Milligramm je Kilowattstunde). Die zweitbeste Klasse reicht bis zu einem Grenzwert von 100Milligramm je Kilowattstunde (Euro3), die schlechteste Emissionsklasse umfaßt alle Lastwagen, die mehr als 100Milligramm ausstoßen (Euro0, Euro1 und Euro2). Die Anforderungen an leichte Nutzfahrzeuge entsprechen denen für Lastwagen und Personenwagen - je nach der Art der Zulassung.
Um die Belastung durch Feinstaub zu verringern, hat die Stadt Dortmund am Freitag in der besonders belasteten Brakeler Straße das angekündigte Durchfahrtverbot für Lastwagen über 7,5 Tonnen in Kraft gesetzt. Insgesamt wurden neun Schilder aufgestellt, die den Lastern die Fahrt in Richtung Stadtmitte untersagen. In der vergangenen Woche war schon eine Ampelschaltung geändert worden, um den Verkehr flüssiger zu machen. An der Meßstation ist der zulässige Tagesmittelwert in diesem Jahr schon an 41 Tagen überschritten worden. Erlaubt sind nur 35 Überschreitungstage.
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
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