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Falscher Uni-Abschluss Yahoo-Chef Thompson frisierte seinen Lebenslauf

 ·  Einfach nur peinlich: Der frühere Ebay-Manager Scott Thompson ist als Hoffnungsträger zu Yahoo gekommen. Nun aber musste der Internet-Konzern zugeben, dass der neue Vorstandsvorsitzende seinen offiziellen Lebenslauf mit akademischen Ehren garnierte, die er nie erworben hatte.

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Zu den geschäftlichen Turbulenzen von Yahoo kommt jetzt auch noch ein Problem an der Spitze hinzu. Der Internet-Konzern musste zugeben, dass sein neuer Vorstandsvorsitzender Scott Thompson entgegen bisherigen Angaben keinen Bachelor-Titel in Computerwissenschaften hat. Die falsche Information sei ein „unbeabsichtigter Fehler“ gewesen, erklärte Yahoo dem Blog „All Things Digital“ am späten Donnerstagabend.

Der Konzern stärkte Thompson in einer ersten Stellungnahme ausdrücklich den Rücken. Der falsche Titel ändere nichts an der Tatsache, dass Thompson ein hochqualifizierter Manager sei. Unter seiner Führung sei Yahoo auf dem Weg zu weiterem Wachstum und mehr Wert für die Anteilseigner.

Zeit zur Korrektur blieb ungenutzt

Für Yahoo könnte die Angelegenheit schwere Folgen haben. Es ist unklar, ob sich Aktionäre und Aufseher mit der knappen Erklärung zufriedengeben. Amerikanische Medien wiesen darauf hin, dass der falsche Titel schon zu Thompsons Zeit bei der Handelsplattform Ebay in seinen offiziellen Lebensläufen auftauchte. Entsprechend viel Zeit hatte der Manager, den Fehler zu korrigieren. In Wirklichkeit hatte er lediglich einen Abschluss in Buchhaltung gemacht, den er ebenfalls angegeben hatte.

Aufgedeckt hatte die Ungereimtheiten in der offiziellen Biografie Thompsons zuerst der Investor Dan Loeb, der mit der Yahoo-Führung im Clinch liegt. Loeb wies in einem süffisant formulierten Brief darauf hin, dass Thompsons Stonehill College erst vier Jahre nach dessen Abschluss 1979 überhaupt angefangen habe, Titel in Computerwissenschaften zu vergeben.

Peinlich für den Verwaltungsrat

Thompson kam Anfang des Jahres als großer Hoffnungsträger zu Yahoo. Der Internet-Pionier lebt von Online-Werbeeinnahmen, doch das Geschäft läuft derzeit schlecht, denn Konkurrenten wie Google und Facebook sind zu stark geworden. Der neue Vorstandsvorsitzende leitete einen strikten Sparkurs mit drastischem Stellenabbau ein. Vor seinem Antritt war Yahoo monatelang führungslos, nachdem die vorherige Chefin Carol Bartz nach zwei Jahren gefeuert worden war. Sie erhielt vor Kurzem eine stattliche Abfindung von knapp 16 Millionen Dollar.

Der nicht korrigierte falsche Titel Thompsons wirft auch einen Schatten auf Verwaltungsrats-Mitglied Patti Hart, die mit der Chefsuche betraut worden war. Schlimmer noch: Loeb behauptete in seinem Brief, Hart habe auch ihren eigenen Abschluss in Betriebswirtschaft für einen in Ökonomie und Marketing ausgegeben. Yahoo erklärte dazu, Hart habe tatsächlich einen Betriebswirtschafts-Abschluss, aber mit einer Spezialisierung auf Ökonomie und Marketing.

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