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Fahren & sparen Autogas ist eine echte Alternative

10.04.2008 ·  Wer Gas statt Benzin tankt, fährt günstiger, schont die Umwelt – und muss sich dafür nicht einmal ein neues Auto kaufen. Zudem fördern Versorger mit Gas betriebene Fahrzeuge über Tankgutscheine.

Von Petra Kirchhoff
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Mit den Spritpreisen und dem Umweltbewusstsein steigt das Interesse an alternativen Kraftstoffen. Die Kostenfrage ist für die meisten Autofahrer allerdings wichtiger als der Umweltaspekt. Fragt man Fachleute, mit welchen Stoffen der Verbraucher zurzeit am wirtschaftlichsten fährt, reduziert sich die Auswahl aus der Liste schnell auf zwei Stoffe: Autogas und Erdgas. Biodiesel dagegen, zunächst von der Politik gehätschelt, dann jedoch wieder fallengelassen, indem Steuervergünstigungen aufgehoben wurden, sei preislich inzwischen uninteressant, sagt etwa Ulrich Buckmann, Leiter der Fahrzeugtechnik beim ADAC Hessen-Thüringen.

Gaskraftstoffe punkten mit einer besseren Umweltbilanz und aus folgenden Gründen: Zum einen ist das Tanken deutlich günstiger als bei Benzin und Diesel. Dies liegt vor allem daran, dass beide Typen bis 2018 steuerlich begünstigt sind. Zum anderen stimmt im Vergleich zu anderen Optionen wie Elektro oder Biodiesel das Tankstellennetz. Tanken ist damit kein Abenteuer mehr, wenngleich das Gastankstellennetz bei weitem nicht so dicht ist wie das für Benzin und Diesel.

Autogas auch im Ausland verbreiteter

Autogas hat in diesem Punkt mit bundesweit 3500 Verkaufsstellen die Nase vorn – auch in europäischen Nachbarländern wie Italien und Frankreich. Denn dort kommt deutlich öfter Flüssiggas in den Tank als in Deutschland. Das Tankstellen-Netz für Erdgas ist dagegen deutlich dünner. In Frankfurt etwa gibt es der Recherche auf entsprechenden Internet-Seiten zufolge zehn Verkaufsstellen für Autogas, aber nur fünf für Erdgas. Auf die grüne Wiese muss der Gas-Tanker in Frankfurt aber nicht fahren. Autogas gibt es auch bei der Esso-Station an der Spessartstraße in Bornheim, Erdgas bei der Total-Station an der Adickesallee.

Bevor es ans Sparen geht, muss der Autofahrer jedoch erst einmal investieren. Beim Gasantrieb hat er die Wahl zwischen einem Neukauf und dem nachträglichen Umbau seines Fahrzeuges. Den Aufpreis beim Neukauf beziffert der ADAC mit 2500 bis 3000 Euro. Die Kosten für die nachträgliche Umrüstung auf Autogas liegen demnach zwischen 1800 und 3500 Euro, die auf Erdgas-Antrieb bei 2500 bis 4000 Euro. Allerdings fördern viele Versorger Erdgasautos mit Tankgutscheinen. Das Frankfurter Energieunternehmen Mainova etwa spendiert 500 Euro für die Neuanschaffung, der südhessische Versorger Entega ebenfalls 500 Euro für Neuwagen oder die Umrüstung von Gebrauchtwagen, die nicht älter als drei Jahre sind. In der Regel kommt der Tank an die Stelle des Reserverades, so dass der Platz im Kofferraum nicht beschränkt wird. Adressen zertifizierter Werkstätten, die Autos umrüsten, finden Interessenten im Internet, etwa unter www.iek-deutschland.de oder www.autogastanken.de.

Warnungen vor „Trauerspielen“

Verbraucherschützer wie Fachbetriebe warnen vor Billigheimern unter den Ausrüstern, denn mit den Fremdeinbauern erlischt in der Regel die Herstellergarantie. Rainer Häusler, Subaru-Händler im Frankfurter Osten, der inzwischen nahezu jeden Neuwagen mit Autogas-Antrieb ausliefert, hat schon so manches „Trauerspiel“ in seiner Werkstatt erlebt.

Nicht jedes Auto sei für Autogas geeignet, betont der Händler. Für Turbolader etwa komme der Gasantrieb nicht in Frage. Häusler warnt vor vorschnellen Entscheidungen, vor allem bei älteren Autos. Für diese lohne sich die Investition oft nicht. Vor dem Vertragsabschluss sollte der Autobesitzer darauf achten, dass ein Abgasgutachten für die Anlage vorliege, die eingebaut werden solle. „Sonst gibt es keinen Tüv.“

Wie sich Gas-Fahren rechnet

Grundsätzlich lohnt sich ein Gasantrieb für Vielfahrer. Laut Häusler macht sich die Investition nach 30.000 bis 40.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr bezahlbar. Beim Rechnen hilft auch das Internet: www.armotisationsrechner.de. Die Formel für die Berechnung der Fahrtstrecke bis zur Amortisation lautet wie folgt: Aufpreis oder Umrüstungkosten mal 100 geteilt durch das Ergebnis des durchschnittlichen Benzin-Verbrauchs auf 100 Kilometer mal aktuellem Literpreis minus Erdgasverbrauch mal Kilogrammpreis.

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