Das amerikanische Internetunternehmen Facebook will einen weiteren Anlauf nehmen, um seine Anzeigeneinnahmen zu erhöhen. Deshalb hat Facebook angekündigt, seine Anzeigenplattform mit einem neuen Auktionssystem für Werbekunden interessanter zu machen. Neu an dem Angebot ist vor allem, dass die Werbung mit dem Verhalten der Nutzer außerhalb des Facebook-Netzwerks verknüpft werden kann.
Wenn zum Beispiel ein Internetnutzer sich bei einem beliebigen Online-Händler über bestimmte Bücher informiert, könnte er später entsprechende Werbung auch innerhalb von Facebook angezeigt bekommen. Die Basis dafür sind die sogenannten Cookies, also Softwaredateien, die von den jeweils besuchten Websites im Internetzugangsprogramm (Browser) der Nutzer abgelegt werden. Die auf diesem Weg neu entstehenden Werbeplätze sollen mit Hilfe von Werbenetzwerken im Auftrag von Facebook versteigert werden. Der Dienst mit dem Namen „Facebook Exchange“ soll innerhalb der kommenden vier Wochen in Betrieb genommen werden.
Drei Milliarden Dollar Werbeumsatz - zu wenig
Ein Schub bei den Werbeeinnahmen könnte helfen, den Kurs der Facebook-Aktie wieder etwas zu beleben. Das Papier hat seit dem Börsengang Mitte Mai mehr als ein Viertel seines Wertes verloren und notiert seit einigen Tagen recht stabil zu Werten um 27 Dollar. Die Werbeeinnahmen sind die wichtigste Erlösquelle von Facebook. Das größte Onlinenetzwerk hat mehr als 900 Millionen Mitglieder.
Der Werbeumsatz lag im vergangenen Jahr zwar bei mehr als 3 Milliarden Dollar. Aus Sicht der Investoren war das jedoch zu wenig, um den ursprünglich aufgerufenen Unternehmenswert von mehr als 100 Milliarden Dollar nach dem Börsengang zu rechtfertigen. Die größte technische Herausforderung für Facebook sind die fast 500 Millionen Nutzer, die von internetfähigen Smartphones und Tabletcomputern auf Facebook zugreifen. Sie bekamen bisher keine Werbung zu sehen. Auch die neue Auktionsplattform ist nicht für Werbung auf mobilen Geräten gedacht. Die Nutzer haben zudem die Möglichkeit, der Nutzung ihrer Daten zum Surfverhalten für Werbezwecke auf der Facebook-Seite grundsätzlich zu widersprechen.
Eine große Blase?
Klaudia Güsten (klgu)
- 15.06.2012, 09:05 Uhr