An der Wall Street gilt die Großbank Goldman Sachs als „Vampirkrake“, der seinen Bluttrichter unerbittlich in alles stößt, was nach Geld riecht. Der Börsengang des Internetunternehmens Facebook verbessert das schlechte Image von Goldman nicht. Die Bank spielte wie so häufig viele Rollen bei dieser Transaktion. Goldman war an Facebook beteiligt und verkaufte beim Börsengang einen großen Teil ihrer Aktien. Dazu erhielt Goldman Gebühren für die Plazierung von Facebook-Aktien bei Kunden. Denen machten die Vertriebsleute die Aktien möglichst schmackhaft, wovon auch Goldman als Investor profitierte.
Nun kommt heraus, dass Goldman wie der Konkurrent JP Morgan nach dem Börsengang auch noch Hedgefonds geholfen haben, gegen Facebook zu wetten. Dafür kassierten die Banken ebenfalls Gebühren. Goldman&Co. betonen gern, die Interessen der Kunden stünden über allem, Interessenkonflikte müssten nur gut gemanagt werden. Das ist in diesem Fall gründlich misslungen.
Kunden, die Facebook-Aktien von Goldman und JP Morgan gekauft haben, dürfen sich verladen fühlen. Denn die Banken handelten vor allem im Interesse des eigenen Unternehmens.
War das jemals anders?
Gerhard Rinker (GerdR)
- 28.05.2012, 12:14 Uhr