http://www.faz.net/-gqe-93613

Draghi erklärt EZB-Entscheid : „Eine große Unterstützung ist weiter nötig“

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Mario Draghi Bild: dpa

Die Wirtschaft der Währungsunion erholt sich von der Krise, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Unternehmen verdienen mehr Geld: EZB-Präsident Draghi erklärt, warum er eine lockere Geldpolitik trotzdem wichtig findet.

          Zunehmend zufrieden ist EZB-Präsident Mario Draghi augenscheinlich mit der wirtschaftlichen Entwicklung in der Europäischen Währungsunion. Die Arbeitslosigkeit gehe zurück, die Unternehmen seien profitabler, die Teuerungsrate bewege sich weiter in Richtung des Zielwertes der Währungshüter. Vor allem deswegen, so der oberste Euro-Geldpolitiker, habe sich die Notenbankführung um ihn herum entschieden, die monatlichen Netto-Wertpapiere von Januar an zu halbieren – von derzeit 60 Milliarden Euro auf dann 30 Milliarden Euro.

          Zugleich machte Draghi aber auch klar, dass die EZB-Entscheider die wirtschaftliche Dynamik noch für zu gering erachten, um die geldpolitische Lockerung weiter zurück zu fahren. „Eine große geldpolitische Unterstützung ist auf mittlere Sicht weiter nötig“, sagte Draghi während der an die Notenbanker-Sitzung anschließenden Pressekonferenz.

          Er bekräftigte dabei auch, auf welchen Wegen die Geldpolitik unterstützend ausgerichtet bleiben werde: Über die Netto-Wertpapierkäufe von 30 Milliarden Euro, über die wieder angelegten Mittel aus den Tilgungen jener Wertpapiere, welche die EZB bereits erworben hat. Und schließlich durch die niedrigen Schlüsselzinssätze.

          Anleihenkäufe werden halbiert : EZB-Kurswechsel drückt Euro und schiebt Dax & Co an

          Insgesamt machte Draghi während seiner einführenden Erklärung einen rhetorischen Spagat. Einerseits stellte er auf die erfreulichere Wirtschaftsentwicklung im Euroraum ab. Andererseits aber auch darauf, dass im Falle sich wieder verschlechternder Bedingungen er und seine Kollegen darauf flexibel reagieren würden – notfalls auch mit einer Ausweitung der Instrumente. Besonders der Preisauftrieb, und da bezog sich Draghi auf den aus der Lohnentwicklung entstehenden Trend, ist für die Währungshüter weiter offenkundig nicht zufriedenstellend. Es sei eine „leichte Erhöhung“ festzustellen – aber aus sich selbst heraus trage sich diese Entwicklung noch nicht. Deswegen bedürfe es weiterer geldpolitischer Unterstützung. „Und diese stellen wir mit unseren Maßnahmen sicher.“

          Quelle: ala.

          Weitere Themen

          Donald Trump löst Wahlversprechen ein Video-Seite öffnen

          Steuerreform gebilligt : Donald Trump löst Wahlversprechen ein

          Das US-Repräsentantenhaus hat die Steuerreform von Präsident Donald Trump abgesegnet. Trumps Pläne sehen unter anderem eine Abschaffung der Erbschaftsteuer sowie eine Senkung der Körperschaftsteuer vor. Nun muss noch der Senat zustimmen.

          Topmeldungen

          Neue Verbindung: Russland baut eine Brücke über die Straße von Kertsch.

          Krim-Annexion : Abgerissene Verbindungen

          Die Krim-Bewohner und wie sie die Welt sehen – drei Jahre nach der russischen Annexion. Würden die Bewohner wieder für einen Anschluss an Russland stimmen?
          Unter dem Namen „DJ D-Sol“ legt David Solomon ungefähr einmal im Monat elektronische Musik auf.

          Manager David Solomon : Der DJ von Goldman Sachs

          David Solomon ist einer der wichtigsten Manager der amerikanischen Großbank. Daneben hat er aber noch eine ganz andere Leidenschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.