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Expansive Geldpolitik : Wie die EZB den Ausstieg aus den Anleihekäufen vorbereitet

  • Aktualisiert am

EZB-Präsident Mario Draghi wird wohl im Oktober Details zum Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm bekanntgeben. Bild: dpa

Die Europäische Zentralbank muss bald mit dem Ausstieg aus ihrer expansiven Geldpolitik beginnen. Die Protokolle der vergangenen Ratssitzung zeigen, wie das passieren könnte.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer jüngsten Zinssitzung bereits mögliche Wege für eine künftige Verringerung ihrer umstrittenen Anleihenkäufe im kommenden Jahr ausgelotet. Der EZB-Rat habe verschiedene Szenarien für eine künftige Neukalibrierung der Käufe diskutiert, hieß es in den Protokollen der Zinssitzung am 7. September, die die Notenbank am Donnerstag veröffentlichte.

          Die Euro-Wächter klopften dabei die Vorschläge vor allem hinsichtlich der Stellschrauben Laufzeit und monatliches Kaufvolumen ab, wie aus der Mitschrift hervorgeht. Das billionenschwere Kaufprogramm ist aktuell die schärfste Waffe der Euro-Wächter im Kampf gegen eine aus ihrer Sicht zu schwache Inflation.

          Auf dem Zinstreffen im September hatte die EZB wegen der kräftigen Aufwertung des Euro die Füße noch still gehalten. Die Protokolle geben wieder, wie besorgt die Ratsmitglieder über den Kursanstieg waren. EZB-Präsident Mario Draghi hatte aber signalisiert, dass nun der Großteil der Entscheidungen wahrscheinlich auf dem geldpolitischen Ratstreffen in diesem Monat getroffen wird. Die nächste Zinssitzung ist am 26. Oktober.

          Aktuell erwerben die Währungshüter Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro. Das Programm läuft aber nur noch bis Ende des Jahres. Früheren Angaben von Insidern zufolge wurden bereits Szenarien für eine Reduzierung der Monatskäufe ab Januar auf 40 oder 20 Milliarden Euro besprochen. Die Optionen hätten zudem eine Verlängerung der Transaktionen um sechs oder um neun Monate enthalten.

          „Eine vorsichtige Geschwindigkeitsverringerung“

          Nach Einschätzung ihres Ratsmitglieds Ewald Nowotny wird die EZB wohl ab Anfang 2018 von ihrer ultralockeren Geldpolitik abrücken. „Ich gehe davon aus, dass wir mit Beginn des kommenden Jahres in eine vorsichtige Geschwindigkeitsverringerung übergehen“, sagte Nowotny dem Magazin „Trend“ laut Vorab-Bericht. Mit Bundesbankchef Jens Weidmann stimme er darin überein, dass es nicht darum gehe, -abrupt zu bremsen. „Das wäre gefährlich.“ Vielmehr müsse überlegt werden, wie der Fuß vom Gaspedal genommen werde.

          Nowotny sieht in dem Kaufprogramm den Erwerb bestimmter Unternehmensanleihen - darunter von großen Glücksspielkonzernen, Ölfirmen und Industriegiganten - kritisch. Der Ankauf solcher Anleihen könne tatsächlich verzerrende Effekte haben, sagte er. „Ich bin dafür, dass wir diesen Bereich künftig nicht mehr ins Programm aufnehmen“. Eine gewisse Problematik sieht er darin, dass in Folge der langewährenden ultralockeren Geldpolitik Pensionskassen, Versicherungen und Private-Equity-Firmen auf der Suche nach Renditen zu hohe Risiken eingehen könnten.

          Dass die Politik des billigen Geldes Verwerfungen am Markt erzeugen und damit zur nächsten Blase führen könnte, sei etwas, worauf man aufpassen müsse. „In den Vereinigten Staaten sehen wir am Aktienmarkt Anzeichen von sehr hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen und damit eine erhöhte Gefahr für abrupte Abstürze“. In Europa sei eine generelle Überbewertung der Aktienmärkte hingegen noch nicht zu sehen.

          Quelle: jet./Reuters

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