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Travis Kalanick : Ehemaliger Uber-Chef versucht sich als Investor

  • Aktualisiert am

Travis Kalanick Bild: AP

Bei Uber spielt er nur noch eine Nebenrolle. Jetzt hat sich der umstrittene ehemalige Chef des Unternehmens eine neue Aufgabe gesucht.

          Der umstrittene ehemalige Chef von Uber, Travis Kalanick, hat eine neue Beschäftigung als Start-up-Investor gefunden. Der 41-Jährige gab in der Nacht zum Donnerstag die Gründung seines Fonds mit dem Namen 10100 bekannt. Schwerpunkte seiner Geldanlagen werde die „Schaffung von Jobs in großem Maßstab“ sein, mit Investitionen in Immobilien, Online-Handel und Innovationen und China und Indien, schrieb Kalanick bei Twitter. Mit dem Fonds wolle er neben auf Profit ausgerichteten Investments auch Bildung und die zukünftige Entwicklung von Städten unterstützen.

          Der Mitgründer und langjährige Chef des Fahrdienst-Vermittlers galt als die treibende Kraft hinter der aggressiven globalen Expansion von Uber. Nach einer Serie von Krisen und Skandalen wurde er aber auch für eine Unternehmenskultur voller Sexismus und schlechtem Management verantwortlich gemacht. Unzufriedene Uber-Geldgeber drängten ihn aus dem Chefsessel. Kalanick sitzt zwar nach wie vor im Verwaltungsrat von Uber, sein Einfluss wurde aber beim Einstieg des japanischen Technologiekonzerns Softbank stark reduziert.

          Kalanick hatte Anfang Januar für etwa 1,4 Milliarden Dollar fast ein Drittel seines Anteils von Uber verkauft. Käufer war ein Konsortium um Softbank. Kalanick habe zunächst sogar angeboten, die Hälfte seines Anteils von insgesamt zehn Prozent abzugeben. Softbank habe dies aber abgelehnt, hieß es weiter. Auch andere Investoren hätten nicht so viele Anteile verkaufen können wie angestrebt.

          Das Konsortium übernahm insgesamt einen Anteil von 17,5 Prozent an dem Mitfahrdienst von Angestellten und Investoren. Das Unternehmen strebt 2019 einen Börsengang an. Softbank wiederum hat sich in jüngster Zeit einen Namen als Geldgeber für Technologieunternehmen gemacht und ist unter anderem am Uber-Konkurrenten Didi und der indischen Taxi-App Ola beteiligt.

          Nach Kalanicks Abberufung als Unternehmenschef im Sommer vergangenen Jahres hatte es im Verwaltungsrat einen Machtkampf gegeben. Der Ende Dezember festgezurrte Großeinstieg von Softbank galt daher auch als Befreiungsschlag, mit dem sich das skandalgeschüttelte Start-up aus dem Schatten des umstrittenen Mitgründers und ehemaligen Chefs lösen wollte.

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