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Eurozone 7,8 Billionen Euro Staatsschulden

24.10.2011 ·  Seit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise steigt die Staatsschuldenquote im Euroraum. Für das laufende Jahr prognostiziert der Internationalen Währungsfonds ein düsteres Bild.

Von Philip Plickert
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Die öffentlichen Schulden in Europa steigen weiter mit hohem Tempo, wenngleich der Zuwachs etwas langsamer wird. Im Jahr 2010 lag das Staatshaushaltsdefizit im Durchschnitt der 17 Länder der Eurozone bei 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach dem Negativrekord von 6,4 Prozent im Vorjahr. Der Gesamtschuldenstand erhöhte sich von 7,1 auf 7,8 Billionen Euro, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Damit erhöhte sich die Staatsschuldenquote des Euroraums von 79,8 auf 85,4 Prozent. Die im Maastricht-Vertag festgeschriebenen Obergrenzen von 3 Prozent Defizit und 60 Prozent Schuldenquote sind weit überschritten. 2007, vor Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise, lag die Schuldenquote bei gut 66 Prozent.

Griechenland, Großbritannien und Portugal mit höchsten Defiziten

Die höchsten Defizite in der EU hatten im vergangenen Jahr Irland (gut 31 Prozent, bedingt durch den Sondereffekt der Bankenrettung), Griechenland (10,6 Prozent), Großbritannien (10,3 Prozent), Portugal (9,8 Prozent) und Spanien (9,3 Prozent); die niedrigste Neuverschuldung schafften Finnland (2,5 Prozent) und Dänemark (2,6 Prozent). Deutschland hatte nach EU-Berechnung ein Defizit von 4,3 Prozent, das durch die Übernahme der Verbindlichkeiten der „Bad Banks“ von HRE und West LB aufgebläht war.

In diesem Jahr wird die Neuverschuldung geringer sein. In der noch aktuellen Frühjahrsprognose erwartete die EU-Kommission ein Durchschnittsdefizit von 4,3 Prozent; die Schuldenquote werde auf 87,7 Prozent und 2012 auf 88,5 Prozent des BIP steigen. Allerdings haben sich die Aussichten für die kommenden Jahre derweil eingetrübt. Die Staatsquote - das Verhältnis von öffentlichen Ausgaben zur gesamten Wirtschaftsleistung - verringerte sich im vergangenen Jahr im Euro-Durchschnitt leicht von 51,1 auf 50,9 Prozent. Vor der Krise lag sie bei knapp 46 Prozent.

Auch dies zeigt, wie einschneidend Finanzkrise und Rezession die ökonomischen Verhältnisse verändert haben. Unsere Grafik illustriert, wie sehr sich die Verschuldungssituation seit Beginn der Währungsunion verschlechtert hat. Der Bereich links unten (unter 60 Prozent Schuldenquote, weniger als 3 Prozent Defizit) wäre der „grüne Bereich“ nach dem Maastricht-Vertrag. Zu Beginn der Währungsunion 1999 hatten sechs Staaten die Kriterien erfüllt, Deutschland lag leicht über der 60-Prozent-Schuldenquote. Die Daten für 2011 nach Prognose des Internationalen Währungsfonds zeichnen ein düsteres Bild: Fast alle Staaten sind weit in den „roten Bereich“ gerückt.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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