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Stresstest belegt Kapitalschwäche Irischen Banken fehlen 24 Milliarden Euro

31.03.2011 ·  Die irischen Banken brauchen nach Angaben der Zentralbank in den kommenden Monaten weitere 24 Milliarden Euro, um ihre Stabilität zu sichern. Vier Finanzinstitute brauchen Unterstützung.

Von Marcus Theurer und Stefan Ruhkamp
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Die ums Überleben kämpfenden irischen Banken brauchen zusätzliche 24 Milliarden Euro vom Staat, um befürchtete weitere Verluste verkraften zu können. Das ergab eine Risikoprüfung der vier wichtigsten Kreditinstitute im Land durch die irische Notenbank. Die bisherigen Gesamtkosten für die Bankenrettung in Irland steigen damit – sobald der Staat das Geld überweist – auf 70 Milliarden Euro. Die Summe entspricht rund 45 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung Irlands.

Vorausgegangen waren Stresstests bei vier Banken. So benötigten die Allied Irish Banks 13,3 Milliarden Euro zusätzliches Kapital, die Bank of Ireland 5,2 Milliarden, Irish Life & Permanent vier Milliarden und die Bausparkasse EBS 1,5 Milliarden.

Das Kapital für die irischen Banken steht bereit: Im November haben die anderen Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds ein Rettungspaket im Wert von 85 Milliarden Euro für Irland geschnürt, von dem 35 Milliarden Euro als „Kapitalpuffer“ für die Banken reserviert sind.

Der fünfte Anlauf

Diese Reserve wird nun zu großen Teilen in Anspruch genommen, weil den irischen Banken weitere hohe Abschreibungen vor allem auf Immobiliendarlehen drohen. Die bevorstehende abermalige Rekapitalisierung ist binnen drei Jahren der fünfte Versuch, die irischen Banken zu stabilisieren. Zuletzt war im Sommer 2010 ein Stresstest durchgeführt worden, dessen Ergebnis aber schon im Herbst Makulatur war.

Die Aktien der beiden größten irischen Banken, Bank of Ireland (BOI) und Allied Irish Banks (AIB), waren wegen der bevorstehenden Veröffentlichung des Stresstests am Donnerstag vom Handel ausgesetzt. Die AIB war auch nicht in die Prüfung einbezogen worden. Irlands Finanzminister Noonan begründete das damit, dass sie abgewickelt werde. (Siehe auch: Irlands Finanzminister: Wir können uns keine halben Sachen mehr leisten) Irische Staatsanleihen verloren an Wert.

Axel Weber: Irische Banken nicht systemrelevant

Die bevorstehende abermalige Rekapitalisierung ist binnen drei Jahren der fünfte Versuch, die irischen Banken zu stabilisieren. Zuletzt war im Sommer 2010 ein Stresstest durchgeführt worden, dessen Ergebnis aber schon im Herbst Makulatur war. Finanzminister Noonan verteidigt die Neuauflage: Die Prüfung sei „strenger und intensiver“, als dies 2010 möglich gewesen sei. Auch Notenbankchef Patrick Honohan sagte, die neuen Berechnungen seien „außergewöhnlich konservativ“.

Noonan kündigte an, der Marktführer Bank of Ireland (BOI) und AIB sollten künftig „die zwei Säulen“ des Bankensystems bilden. Unter anderem soll der Baufinanzierer EBS auf die weitgehend verstaatlichte AIB fusioniert werden. Die Regierung hat außerdem angekündigt, die Anleihegläubiger der Geldhäuser stärker als bisher an den Kosten der Bankenmisere zu beteiligen. Dies stößt aber auf den Widerstand der Europäischen Zentralbank (EZB) und der anderen Euro-Länder, die eine weitere Zuspitzung der Krise in der Währungsunion befürchten.

Der scheidende Bundesbank-Präsident Axel Weber, der dem Rat der EZB angehört, lehnt dagegen eine umfassende Rettung der angeschlagenen irischen Banken mit dem Geld der Steuerzahler ab. Es dürfe keine Blankogarantien für Banken und die gesamte Bankbilanz geben, sagte Weber beim Deutschen Bankentag. Ein Bankenzusammenbruch dürfe kein Tabu sein, irische Banken seien nicht systemrelevant. Zugleich unterstützt Weber die irischen Überlegungen für eine stärkere Kostenbeteiligung privater Gläubiger. In Irland solle erwogen werden, die privaten Gläubiger an den Problemen der dortigen Banken zu beteiligen. Es gebe aber die Tendenz, immer den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und die Lasten beim Steuerzahler zu belassen. Grundsätzlich dürfe jedoch auch ein Zusammenbruch von Banken nicht ausgeschlossen werden, sagte Weber.

Die EZB unterließ es entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer, den Stresstest mit einem neuen Liquiditätsprogramm zu flankieren. Der Kapitalbedarf könne bequem mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gedeckt werden, kommentierten die EU-Kommission, die EZB und der Internationale Währungsfonds (IWF) am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Stresstests und die umfassenden Informationen durch die irischen Behörden seien ein bedeutender Schritt hin zur Wiederherstellung des irischen Bankensystems, hieß es.

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