Nach offenkundig mangelhafter Aufsicht der spanischen Kreditinstitute während der Immobilienblase hat die Notenbank jetzt eine Verschärfung der Kontrollen angekündigt. Unter anderen sollen künftig Inspekteure ständig „vor Ort“ in den sechzehn größten Banken und Sparkassen eingesetzt und auch die kleineren Institute systematischer überwacht werden.
Der neue Notenbankgouverneur Luis María Linde, der nach seinem Amtsantritt im vorigen Jahr eine interne Studie des Verhaltens der Institution während der nunmehr fünf Jahre dauernden Finanzkrise in Auftrag gab, will auf diese Weise die unter seinem Vorgänger Miguel Ángel Fernández Ordónez praktizierte Laxheit korrigieren.
Bei Fehlern „weggeschaut“
Die Vereinigung der Inspekteure hatte selbst kritisiert, dass die Notenbank häufig bei entdeckten Missständen in den Kreditinstituten „weggeschaut“ habe. Zwar habe es zum Beispiel bei den beiden Großbanken Santander und BBVA immer regelmäßige Inspektionen gegeben, nicht aber bei den Sparkassen, den eigentlichen Problemfällen nach dem Platzen der Baublase. Zwei Drittel dieser Kassen mussten inzwischen fusionieren oder durch Verstaatlichungen „gerettet“ werden.
Die EU hat Spanien dafür ein Hilfspaket von maximal 100 Milliarden Euro zugesagt, wovon zum Jahreswechsel 40 Milliarden abgerufen wurden. Die angekündigten verschärften Kontrollen sind Teil der Vereinbarungen mit der Europäischen Kommission über die Bedingungen der Kreditvergabe.
Konsequenzen!
Joachim Schroeder (Pequod)
- 10.01.2013, 14:20 Uhr
Ob sich das "Fehlverhalten" der spanischen Banken und
Sparkassen geändert hat, bleibt abzuwarten
Rolf-Dirk Maehler (RDMAEHLER1)
- 09.01.2013, 18:17 Uhr
Wer überwacht die Inspekteure ?
klaus keller (klkeller)
- 09.01.2013, 17:44 Uhr
Weggeschaut
Wulf Hermann (wuhe)
- 09.01.2013, 15:27 Uhr