22.07.2012 · Spanien will mehr Hilfe von der EZB - doch die Bitte geht fehl. Wenn das Land Hilfe will, muss es unter den Rettungsschirm. Und harte Auflagen erfüllen.
Von Gerald BraunbergerRichtlinien für Lesermeinungen
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eine Alternative übersieht der Beitrag (geflissentlich?)
Mit Verlassen der Eurozone und Abwertung ließe sich das absehbare Ungemach ohne entwürdigende politische Prozeduren auch bewältigen.
Entschlossenes Handeln ist notwendig
Nur halbherzig hat man den Arbeitsmarkt reformiert. Abfindungen betragen
immer noch das 3-fache (vorher 6-fache) der deutschen Sätze,
Handwerker stellen kein Personal ein, da es die Befreiung von
Abfindungen für Kleinbetriebe in Spanien nicht gibt.
Hunderttausende von Arbeitskräften könnten von Handwerksfirmen
eingestellt werden, wenn es die deutsche Regelung gäbe.
Nach dem Motto, rette sich er kann, werden viele Kredite für die
mittelständische Wirtschaft nicht mehr verlängert mit dem
Ergebnis von massenhaften Insolvenzen und Arbeitslosen. Auch die
spanische Nationalbank, die Sparkassen zwangsweise übernahm, trifft
keine Entscheidungen mit dem gleichen Ergebnis.
Die Hilfskredite der europäischen Staaten sollten nicht den Banken
sondern der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zufließen,
damit diese Arbeitsplätze halten und wieder aufbauen können.
Wieso wird keine Bank nach dem Vorbild unsere Kreditanstalt für
Wiederaufbau gegründet und diese ausreichend kapitalisiert?
(1) Die irische Bevölkerung muß nun die Bankschulden , die auf sie abgewälzt wurden abzahlen, ja oder nein? (2) Die Auflagen in sog. "Rettungs-und Hilfsaktionen" sind alle optional, ja oder nein (dazu müssen Sie nur die MoUs lesen, die agreements...)? (3) Die Steigerungen der öffentlichen, privaten Gehälter und der Sozialausgaben Spaniens über der Steigerung in Deutschland liegt z.T. über einem Faktor 7, ja oder nein? (4) In Deutschland werden die Renten von Kinderlosen durch Kinder bezahlt, ja oder nein? (5) In Deutschland sind LV und Betriebspensionskassen gezwungen Staatsschulden zu erwerben, ja oder nein? (Tipp Nr. 1: überall ja. Tipp Nr.2: unterlassene Hilfeleistung ist ein Straftatbestand. Das gilt sicher auch gegenüber dem eigenen Volk. Denn Europa ist nur das Vehikel die Lebensumstände anzugleichen - freilich eben auf einem ex-DDR Niveau. Mehr ist nicht drin. Darüber lohnt es sich mal nachzudenken.)
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 12:40 UhrAngleichung über die Lebensumstände --
über die Angleichung der Lebens- und Denkgewohnheiten, entstanden
aus hunderten Jahren Erfahrungen, spricht allerdings keiner, aus gutem Grunde.
Nicht umsonst spricht die Psychologie von der Gewohnheit, die als solche
Blindheit erzeugt. Sie ist auch notwendig, um die Individuen zu
stabilisieren und das Leben erträglich zu gestalten. Routine eben.
Man, die Politik (und deren Wähler), hat sich also zu bescheiden,
aber sie lebt von Luftschlössern, die täglich durch die
Informationsgesellschaft wabern.
Jede Überbeanspruchung führt zum Infarkt, Hirn oder Herz.
Den, unter diesen Voraussetzungen, Ausgang der EU-Krise mag sich jeder
selber vorstellen.
Der geordnete Rückzug, zugegebenermassen die überhaupt
schwierigste Übung, wäre dringend geboten, der Makel des
vollzogenen Unrechts würde das Leben derartig überschatten,
dass eine Entwicklung nicht vorstellbar wäre. Ohne Recht gilt
nichts, ausser, der freie Fall.
zum Grusse
… „scheitert der Euro scheitert Europa“ (Sprechblase
der Kanzlerin)…bitte aufwachen: der Euro hängt „am
Tropf“ einer Hand voll finanz-und wirtschaftsstarker Länder
Europas. Die europäische Idee wird scheitern, weil mit dem
künstlich gepäppelten Euro, „Südstaaten“ und
„Nordstaaten“ ehr gegeneinander aufgebracht als
zusammengeführt werden. Will man einen Flächenbrand in Europa generieren??
Die nach 1945 entstandene Idee für einen "Kultur-
Wirtschaftsraum Europa" ist grundsätzlich sehr gut…
Man kann nicht wirtschaftlich und mental sehr unterschiedliche
Länder über eine gemeinsame Währung einfach mal so
zusammen zwingen nur weil es den Banken gefällt und für die
Großindustrie bequem ist eine gemeinsame Währung in Europa zu
haben…mit dem ECU und einem Währungskorb- für die von
der Wirtschaftskraft unterschiedlichen Länder - hat es von 1979 bis
1998 doch gut funktioniert…Empfehlung für die
"Nordstaaten": mit einer eigenen Währung raus aus dem
derzeitigen Euro...
Spanische Fliege -- Starkes Reizgift
mit Nebenwirkungen, auch Spanischer Beton genannt, führt unter
anderem bei Überdosierung zu Nierenversagen und Amnesie bis zum Tode.
zum Grusse
Es muss nun endlich Schluss sein mit dem gesamten Rettungs-Irrsinn!
Retten, retten, retten ... Welch ein Irrsinn! Jeder ist sich selbst der nächste, wer rettet die Bürger und Steuerzahler unseres Landes, wenn diese - trotz harter Arbeit - nicht mehr Luft holen können und Existenzängste haben müssen? Bestimmt nicht die, deren Zocker-Banken wir pausenlos unser gutes Geld hinterher werfen, angeblich um sie zu "retten" - doch das gelingt natürlich nicht, es wird nur gutes Geld in die Tonne geklopft und mit unserer Zukunft gnadenlos gepokert. Schon diese dusslige Überheblichkeit, die Welt bzw. zumindest den Kontinent retten zu wollen - typisch deutsch und schrecklich unsinnig. Damit macht man sich - zusätzlich zum eigenen Bankrott - nämlich nur Feinde und spalter die Völker Europas. Schluss mit dem Unfug: Wir brauchen niemanden zu "retten", dann müssen auch wir nicht eines nicht allzu fernen Tages "gerettet" werden. Gegen die Zwangs-Kollektivierung in der Eurokraten EU - für ein freies Europa der Vaterländer und der freien, selbstbestimmten Völker!
Die FAZ ist fast die einzige Zeitung, in der man unabhängige und
kompetente Artikel über das Thema lesen kann. In diversen anderen
"Qualitätsmedien" finden sich nur noch tendenziöse,
vor 1984-würdigen Newspeak-Begriffen strotzende Propagandaartikel.
Wie soll sich Spanien angesichts der harten globalen Konkurrenz
"neu erfinden", damit die "Rettungs"versuche
überhaupt eine schmale Chance haben?
sieht folgende Sparmassnahmen für Spanien: Das Königshaus
auflösen, die Armee verkleinern, keine Auslandeinsätze mehr,
Regierung, Staatssekretäre usw. 1000 Euro im Monat weniger.
Einsparungen bis 2015: 100 Milliarden Euro.
Die Vorstellung, dass Spanien finanziell zu retten wäre,
dürfte eine Illusion sein. Vgl. dazu den auf umfangreiches
Datenmaterial gestützten Blog-Artikel von Steffen Bogs in
"Querschüsse" v. 9.7.12: "Paukenschlag: Target2
Saldo Spaniens bei -408,420 Mrd. Euro!!" Auszug:
"Diese Daten und diesen Chart sollte sich JEDER vor Augen
führen, wenn bei Politikern die Rede von Bankenunion und
Bankenrettungen ist, denn anscheinend begreifen diese nicht im Ansatz
wovon sie überhaupt reden! Spanien und seine Banken sind unrettbar!"
Finanziell wird das ein zweites Griechenland für uns. Nur viel,
viel teurer.
Armes Deutschland, du wirst verraten und verkauft!
"Kollegen in Lissabon und Dublin zeigen, wie man solche Programme ...
ohne Jammern und Klagen durchzieht"
Von Irland zumindest hörte man dieses Jahr, dass es seine
Bankenhilfe erst in 10 Jahren zurückzahlen wird. Stimmt, nach
Jammern und Klagen hört sich das nicht an sondern nach bestimmtem
Handeln und was daraus geworden ist, habe ich auch nicht gefunden.
Ich begrüße es sehr, wenn es noch europäische
Länder gibt, die selbständig bleiben wollen, denn ich
möchte nicht bis zum Ende meines Lebens in der Presse lesen, wie
brav sich jetzt endlich jedes einzelne Land alles, von der Rente
über die Glühbirne bis zur Bananenkrümmung von einer
Überregierung diktieren läßt, die für den
Bürger so greifbar ist, wie Aliens, nicht wählbar oder
abwählbar, unantastbar, übermächtig und kein Mensch
weiß, woher sie kamen.
Die Spanier wollen nicht jammern, die wollen raushandeln, was geht,
recht haben sie, hoffentlich bleiben sie dabei.
Warum hört man nicht auf Fachleute....
wie z.B. den Bundesbankpräsidenten, der Reformen und nochmals
Reformen zu Recht einfordert. Der IWF denkt und handelt ebenso, wenn er
um Hilfe gebeten wird.
Wenn hier Eitelkeit von Land und Volk dazu kommen, wird es ganz schlimm,
aus diesem Anlass Nachsicht walten zu lassen. Da hier eine
selbstverschuldete Immo-Krise ursächlich ist, müssen die
Verursacher wie Banken, Investoren und auch der Staat einspringen, um
die gröbsten Löcher zu stopfen. Die EZB und die anderen
Länder sind dafür nicht zuständig und dürfen nicht einspringen.
Ein Land unter den Rettungsschirm
bringen ist schon mal sprachlich eine höchst unglückliche Lösung, ökonomisch aber eine katastrophale: Gut, Auflagen aller Art, Sparen bis es quitscht, die Arbeitslosigkeit in den Himmel treiben und damit die soziale Hölle riskieren. Und dann? Wird damit eine ökonomische Basis der Wettbewerbsfähigkeit (womit, wodurch und - wozu?) erstellt oder auch nur wieder hergestellt? Nein. Existierte Spanien vor dem Euro auch schon? Ja. Ging es dem Land damals schon so schlecht wie heute? Nein. Kann also der Euro die Ursache sein? Ja und nicht nur kann, er ist die Ursache. Also Milliarden rausschmeißen, die Reichen mästen nur damit Spanien im Euro bleibt? Nein. Deshalb den Euro abschaffen, Spanien wieder souverän agieren und abwerten lassen. Alles andere ist Voodoo-Ökonomie vom Typ schwäbische Hausfrau.
So wie Griechenland muß sich auch Spanien mit einem Lebensstandard begnügen, der der Wirtschaftskraft entspricht. Also: runter damit und mehr Bescheidenheit. Das gilt natürlich auch für Deutschland, das sich seinen Lebensstandard auf Kosten zukünftiger Generationen angemaßt hat. Und damit fällt die ganze Herrlichkeit in sich zusammen und in China, Indien und Brasilien lästern sie über die europäischen betrügerischen Maulhelden.
Leider werden in den Medien immer nur die negativen Beispiele vorgeführt, in denen die Konsolidierung nicht gelingen will. Man schaue sich das Beispiel Estland oder auch Lettland an. Bei Staaten waren vor wenigen Jahren hochverschuldet und haben sich mit Disziplin konsolidiert. Heute können sie Wachstum und Überschüsse vorweisen. Es gibt keinen Grund, warum das in Spanien nicht funktionieren sollte, wenn man es denn ernsthaft will. Es ist natürlich bequemer andere zahlen zu lassen.
Ja - und wie schaun die "harten" Auflagen aus?
Darf ich raten: "Promise them anything!"Das wird genügen.
Schauen Sie sich Spanien doch an! Das Land kann nicht mehr und befindet sich im Schuldenstrudel.
Spanien hat bereits mehrere austerity Programme hinter sich. Ein mehr
als das geht angesichts der 25% Arbeitslosigkeit und der
unkontrollierbaren Schulden der Banken&Regionen nicht. Die
steigenden Sozialkosten fressen alle eingesparten Mia. auf. Man kann in
D gerne über weitere 'Einsparungen' nachdenken. Aber; der heutige
Rettungsschirm wird gerade mal so reichen und wenn sich die Krise
weiterfrisst, ist auch der obsolet. Bei einem default(oder auch nur
einem haircut) stehen viele deutsche Institute schwer im Regen. Der IWF
zieht sich aus Europa zurück; damit ist die Troika wohl Geschichte.
Es geht um die schiere Existenz des € und nicht um die sadistische
Durchsetzung von Sparmaßnahmen gegenüber einem Land wo 51%
der Jungen Leute keine Arbeit mehr haben. Kommt es im Herbst angesichts
der Nichtfinanzierbarkeit des Spanischen(und Italienischen)
Schuldenbergs(privat, der Banken und des Staates) zum highnoon, was dann?
Es werden Entscheidungen kommen; mehr als jene Ende Juni und folgend.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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