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Finanzprobleme Spanischer Sommer

 ·  Spanien will mehr Hilfe von der EZB - doch die Bitte geht fehl. Wenn das Land Hilfe will, muss es unter den Rettungsschirm. Und harte Auflagen erfüllen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (17)

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Jürgen M. Backhaus

eine Alternative übersieht der Beitrag (geflissentlich?)

Mit Verlassen der Eurozone und Abwertung ließe sich das absehbare Ungemach ohne entwürdigende politische Prozeduren auch bewältigen.

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Johann Albert Fiedler

Entschlossenes Handeln ist notwendig

Nur halbherzig hat man den Arbeitsmarkt reformiert. Abfindungen betragen immer noch das 3-fache (vorher 6-fache) der deutschen Sätze, Handwerker stellen kein Personal ein, da es die Befreiung von Abfindungen für Kleinbetriebe in Spanien nicht gibt. Hunderttausende von Arbeitskräften könnten von Handwerksfirmen eingestellt werden, wenn es die deutsche Regelung gäbe.
Nach dem Motto, rette sich er kann, werden viele Kredite für die mittelständische Wirtschaft nicht mehr verlängert mit dem Ergebnis von massenhaften Insolvenzen und Arbeitslosen. Auch die spanische Nationalbank, die Sparkassen zwangsweise übernahm, trifft keine Entscheidungen mit dem gleichen Ergebnis.
Die Hilfskredite der europäischen Staaten sollten nicht den Banken sondern der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zufließen, damit diese Arbeitsplätze halten und wieder aufbauen können. Wieso wird keine Bank nach dem Vorbild unsere Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründet und diese ausreichend kapitalisiert?

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Horst Müller

Schnell nachgefragt:

(1) Die irische Bevölkerung muß nun die Bankschulden , die auf sie abgewälzt wurden abzahlen, ja oder nein? (2) Die Auflagen in sog. "Rettungs-und Hilfsaktionen" sind alle optional, ja oder nein (dazu müssen Sie nur die MoUs lesen, die agreements...)? (3) Die Steigerungen der öffentlichen, privaten Gehälter und der Sozialausgaben Spaniens über der Steigerung in Deutschland liegt z.T. über einem Faktor 7, ja oder nein? (4) In Deutschland werden die Renten von Kinderlosen durch Kinder bezahlt, ja oder nein? (5) In Deutschland sind LV und Betriebspensionskassen gezwungen Staatsschulden zu erwerben, ja oder nein? (Tipp Nr. 1: überall ja. Tipp Nr.2: unterlassene Hilfeleistung ist ein Straftatbestand. Das gilt sicher auch gegenüber dem eigenen Volk. Denn Europa ist nur das Vehikel die Lebensumstände anzugleichen - freilich eben auf einem ex-DDR Niveau. Mehr ist nicht drin. Darüber lohnt es sich mal nachzudenken.)

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.07.2012 12:40 Uhr
Thomas Philippi
Thomas Philippi (mot2) - 23.07.2012 12:40 Uhr

Angleichung über die Lebensumstände --

über die Angleichung der Lebens- und Denkgewohnheiten, entstanden aus hunderten Jahren Erfahrungen, spricht allerdings keiner, aus gutem Grunde.
Nicht umsonst spricht die Psychologie von der Gewohnheit, die als solche Blindheit erzeugt. Sie ist auch notwendig, um die Individuen zu stabilisieren und das Leben erträglich zu gestalten. Routine eben.

Man, die Politik (und deren Wähler), hat sich also zu bescheiden, aber sie lebt von Luftschlössern, die täglich durch die Informationsgesellschaft wabern.

Jede Überbeanspruchung führt zum Infarkt, Hirn oder Herz.

Den, unter diesen Voraussetzungen, Ausgang der EU-Krise mag sich jeder selber vorstellen.

Der geordnete Rückzug, zugegebenermassen die überhaupt schwierigste Übung, wäre dringend geboten, der Makel des vollzogenen Unrechts würde das Leben derartig überschatten, dass eine Entwicklung nicht vorstellbar wäre. Ohne Recht gilt nichts, ausser, der freie Fall.

zum Grusse

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Hans  Wollschläger

....aufwachen!!!

… „scheitert der Euro scheitert Europa“ (Sprechblase der Kanzlerin)…bitte aufwachen: der Euro hängt „am Tropf“ einer Hand voll finanz-und wirtschaftsstarker Länder Europas. Die europäische Idee wird scheitern, weil mit dem künstlich gepäppelten Euro, „Südstaaten“ und „Nordstaaten“ ehr gegeneinander aufgebracht als zusammengeführt werden. Will man einen Flächenbrand in Europa generieren??
Die nach 1945 entstandene Idee für einen "Kultur- Wirtschaftsraum Europa" ist grundsätzlich sehr gut…
Man kann nicht wirtschaftlich und mental sehr unterschiedliche Länder über eine gemeinsame Währung einfach mal so zusammen zwingen nur weil es den Banken gefällt und für die Großindustrie bequem ist eine gemeinsame Währung in Europa zu haben…mit dem ECU und einem Währungskorb- für die von der Wirtschaftskraft unterschiedlichen Länder - hat es von 1979 bis 1998 doch gut funktioniert…Empfehlung für die "Nordstaaten": mit einer eigenen Währung raus aus dem derzeitigen Euro...

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Thomas Philippi
Thomas Philippi (mot2) - 23.07.2012 04:58 Uhr

Spanische Fliege -- Starkes Reizgift

mit Nebenwirkungen, auch Spanischer Beton genannt, führt unter anderem bei Überdosierung zu Nierenversagen und Amnesie bis zum Tode.

zum Grusse

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Andreas Donath
Andreas Donath (adoc) - 23.07.2012 00:41 Uhr

Es muss nun endlich Schluss sein mit dem gesamten Rettungs-Irrsinn!

Retten, retten, retten ... Welch ein Irrsinn! Jeder ist sich selbst der nächste, wer rettet die Bürger und Steuerzahler unseres Landes, wenn diese - trotz harter Arbeit - nicht mehr Luft holen können und Existenzängste haben müssen? Bestimmt nicht die, deren Zocker-Banken wir pausenlos unser gutes Geld hinterher werfen, angeblich um sie zu "retten" - doch das gelingt natürlich nicht, es wird nur gutes Geld in die Tonne geklopft und mit unserer Zukunft gnadenlos gepokert. Schon diese dusslige Überheblichkeit, die Welt bzw. zumindest den Kontinent retten zu wollen - typisch deutsch und schrecklich unsinnig. Damit macht man sich - zusätzlich zum eigenen Bankrott - nämlich nur Feinde und spalter die Völker Europas. Schluss mit dem Unfug: Wir brauchen niemanden zu "retten", dann müssen auch wir nicht eines nicht allzu fernen Tages "gerettet" werden. Gegen die Zwangs-Kollektivierung in der Eurokraten EU - für ein freies Europa der Vaterländer und der freien, selbstbestimmten Völker!

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Wolfgang Richter

Guter Artikel

Die FAZ ist fast die einzige Zeitung, in der man unabhängige und kompetente Artikel über das Thema lesen kann. In diversen anderen "Qualitätsmedien" finden sich nur noch tendenziöse, vor 1984-würdigen Newspeak-Begriffen strotzende Propagandaartikel.
Wie soll sich Spanien angesichts der harten globalen Konkurrenz "neu erfinden", damit die "Rettungs"versuche überhaupt eine schmale Chance haben?

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Bea Meister

Das Diaro de Mallorca

sieht folgende Sparmassnahmen für Spanien: Das Königshaus auflösen, die Armee verkleinern, keine Auslandeinsätze mehr, Regierung, Staatssekretäre usw. 1000 Euro im Monat weniger. Einsparungen bis 2015: 100 Milliarden Euro.

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Burkhardt Brinkmann

Spanien retten???

Die Vorstellung, dass Spanien finanziell zu retten wäre, dürfte eine Illusion sein. Vgl. dazu den auf umfangreiches Datenmaterial gestützten Blog-Artikel von Steffen Bogs in "Querschüsse" v. 9.7.12: "Paukenschlag: Target2 Saldo Spaniens bei -408,420 Mrd. Euro!!" Auszug:
"Diese Daten und diesen Chart sollte sich JEDER vor Augen führen, wenn bei Politikern die Rede von Bankenunion und Bankenrettungen ist, denn anscheinend begreifen diese nicht im Ansatz wovon sie überhaupt reden! Spanien und seine Banken sind unrettbar!"
Finanziell wird das ein zweites Griechenland für uns. Nur viel, viel teurer.
Armes Deutschland, du wirst verraten und verkauft!

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Marie Louise

"Kollegen in Lissabon und Dublin zeigen, wie man solche Programme ...

ohne Jammern und Klagen durchzieht"
Von Irland zumindest hörte man dieses Jahr, dass es seine Bankenhilfe erst in 10 Jahren zurückzahlen wird. Stimmt, nach Jammern und Klagen hört sich das nicht an sondern nach bestimmtem Handeln und was daraus geworden ist, habe ich auch nicht gefunden.
Ich begrüße es sehr, wenn es noch europäische Länder gibt, die selbständig bleiben wollen, denn ich möchte nicht bis zum Ende meines Lebens in der Presse lesen, wie brav sich jetzt endlich jedes einzelne Land alles, von der Rente über die Glühbirne bis zur Bananenkrümmung von einer Überregierung diktieren läßt, die für den Bürger so greifbar ist, wie Aliens, nicht wählbar oder abwählbar, unantastbar, übermächtig und kein Mensch weiß, woher sie kamen.
Die Spanier wollen nicht jammern, die wollen raushandeln, was geht, recht haben sie, hoffentlich bleiben sie dabei.

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wolf haupricht

Warum hört man nicht auf Fachleute....

wie z.B. den Bundesbankpräsidenten, der Reformen und nochmals Reformen zu Recht einfordert. Der IWF denkt und handelt ebenso, wenn er um Hilfe gebeten wird.
Wenn hier Eitelkeit von Land und Volk dazu kommen, wird es ganz schlimm, aus diesem Anlass Nachsicht walten zu lassen. Da hier eine selbstverschuldete Immo-Krise ursächlich ist, müssen die Verursacher wie Banken, Investoren und auch der Staat einspringen, um die gröbsten Löcher zu stopfen. Die EZB und die anderen Länder sind dafür nicht zuständig und dürfen nicht einspringen.

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Closed via SSO
Jochen Wegener (Malchik) - 22.07.2012 20:08 Uhr

Ein Land unter den Rettungsschirm

bringen ist schon mal sprachlich eine höchst unglückliche Lösung, ökonomisch aber eine katastrophale: Gut, Auflagen aller Art, Sparen bis es quitscht, die Arbeitslosigkeit in den Himmel treiben und damit die soziale Hölle riskieren. Und dann? Wird damit eine ökonomische Basis der Wettbewerbsfähigkeit (womit, wodurch und - wozu?) erstellt oder auch nur wieder hergestellt? Nein. Existierte Spanien vor dem Euro auch schon? Ja. Ging es dem Land damals schon so schlecht wie heute? Nein. Kann also der Euro die Ursache sein? Ja und nicht nur kann, er ist die Ursache. Also Milliarden rausschmeißen, die Reichen mästen nur damit Spanien im Euro bleibt? Nein. Deshalb den Euro abschaffen, Spanien wieder souverän agieren und abwerten lassen. Alles andere ist Voodoo-Ökonomie vom Typ schwäbische Hausfrau.

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Closed via SSO
Zoufal Johann (Johanik) - 22.07.2012 19:59 Uhr

Runter mit dem Lebensstandard

So wie Griechenland muß sich auch Spanien mit einem Lebensstandard begnügen, der der Wirtschaftskraft entspricht. Also: runter damit und mehr Bescheidenheit. Das gilt natürlich auch für Deutschland, das sich seinen Lebensstandard auf Kosten zukünftiger Generationen angemaßt hat. Und damit fällt die ganze Herrlichkeit in sich zusammen und in China, Indien und Brasilien lästern sie über die europäischen betrügerischen Maulhelden.

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Carlos Anton

Ein Blick nach Estland hilft

Leider werden in den Medien immer nur die negativen Beispiele vorgeführt, in denen die Konsolidierung nicht gelingen will. Man schaue sich das Beispiel Estland oder auch Lettland an. Bei Staaten waren vor wenigen Jahren hochverschuldet und haben sich mit Disziplin konsolidiert. Heute können sie Wachstum und Überschüsse vorweisen. Es gibt keinen Grund, warum das in Spanien nicht funktionieren sollte, wenn man es denn ernsthaft will. Es ist natürlich bequemer andere zahlen zu lassen.

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Salome Dietrich

Ja - und wie schaun die "harten" Auflagen aus?

Darf ich raten: "Promise them anything!"Das wird genügen.

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Martin Geier

Schauen Sie sich Spanien doch an! Das Land kann nicht mehr und befindet sich im Schuldenstrudel.

Spanien hat bereits mehrere austerity Programme hinter sich. Ein mehr als das geht angesichts der 25% Arbeitslosigkeit und der unkontrollierbaren Schulden der Banken&Regionen nicht. Die steigenden Sozialkosten fressen alle eingesparten Mia. auf. Man kann in D gerne über weitere 'Einsparungen' nachdenken. Aber; der heutige Rettungsschirm wird gerade mal so reichen und wenn sich die Krise weiterfrisst, ist auch der obsolet. Bei einem default(oder auch nur einem haircut) stehen viele deutsche Institute schwer im Regen. Der IWF zieht sich aus Europa zurück; damit ist die Troika wohl Geschichte. Es geht um die schiere Existenz des € und nicht um die sadistische Durchsetzung von Sparmaßnahmen gegenüber einem Land wo 51% der Jungen Leute keine Arbeit mehr haben. Kommt es im Herbst angesichts der Nichtfinanzierbarkeit des Spanischen(und Italienischen) Schuldenbergs(privat, der Banken und des Staates) zum highnoon, was dann?
Es werden Entscheidungen kommen; mehr als jene Ende Juni und folgend.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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