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Schuldenkrise Warum darf Griechenland nicht Pleite gehen?

29.03.2010 ·  Griechenland hat eine neue Staatsanleihe begeben. Das ist dringend nötig: 226 Milliarden Euro Schulden hat das Land, 23 Milliarden davon werden bis Ende Mai fällig. Wenn es nicht gelingt, zu verkraftbaren Zinsen neue Anleihen aufzulegen, droht im Extremfall der Staatsbankrott. Wir erklären warum.

Von Christian Siedenbiedel
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Immerhin 226 Milliarden Euro Schulden hat Griechenland, 23 Milliarden davon werden bis Ende Mai fällig. Wenn es dem Land nicht gelingt, zu verkraftbaren Zinsen neue Anleihen aufzulegen, droht im Extremfall der Staatsbankrott.

Das Land bedient dann seine Schulden nicht oder zahlt zumindest keine Zinsen mehr. In dem Fall springt der Internationale Währungsfonds mit Notkrediten ein. Andere europäische Länder beteiligen sich. Im Gegenzug erhält Griechenland drastische Sparauflagen. Die Banken in vielen Ländern bekommen Probleme - allen voran die griechischen: Sie halten Staatsanleihen ihres Landes für 39 Milliarden Euro, das entspricht der Höhe ihres gesamten Eigenkapitals.

Auch deutsche Banken betroffen

Aber auch die deutschen Banken dürften schlucken. Griechenland (einschließlich griechischer Unternehmen) schuldet ihnen rund 32 Milliarden Euro. So kaufte die Katastrophenbank HRE für zehn Milliarden Euro griechische Anleihen, die Eurohypo für 3,1 Milliarden Euro, die Postbank für 1,3 Milliarden Euro.

Bei einem Staatsbankrott müssten sie die Anleihen abschreiben, denn Rating-Agenturen rechnen bei Staatsbankrotten mit bis zu 75 Prozent Wertverlust. Einige Banken würden das vermutlich nicht verkraften. Zugleich müssten andere südeuropäische Staaten wohl höhere Zinsen für Anleihen zahlen. Im Extremfall gingen weitere pleite.

Griechenland legt neue Staatsanleihe auf

Nach der Einigung auf einen EU-Notfallplan will sich Griechenland weitere Milliarden am Kapitalmarkt beschaffen. Am Montag legte die staatliche Schuldagentur eine siebenjährige Staatsanleihe auf und beauftragte fünf Banken mit der Umsetzung. Die Höhe der Anleihe, die am 20. April 2017 fällig wird, war zunächst unklar.

Das hoch verschuldete Euro-Land muss im April und Mai rund 20 Milliarden Euro Schulden refinanzieren. Insgesamt muss das Land in diesem Jahr etwa 54 Milliarden Euro an den Finanzmärkten aufnehmen. Trotz des vom EU-Gipfel beschlossenen Notfallplans kommt dies die Regierung in Athen trotz sinkender Risikoaufschläge weiter teuer: Am Montag betrug die Zinsdifferenz für zehnjährige Staatsanleihen von Griechenland und Deutschland etwa 308 Basispunkte - am Donnerstag waren es aber noch 330 Punkte gewesen.

Griechenland, das 2009 ein Staatsdefizit von 12,7 Prozent aufwies, hatte erst Anfang März erfolgreich eine zehnjährige Staatsanleihe platziert. (DAPD)

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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