Home
http://www.faz.net/-gqu-74fvr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Schuldenkrise Ist „Target 2“ nur ein Sündenbock?

 ·  Der belgische Ökonom Paul De Grauwe streitet mit Hans-Werner Sinn über die gewaltigen Ungleichgewichte im Eurozahlungssystem. Deutschlands Risiken würden nur „umverpackt“, sagt De Grauwe.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (34)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

1 2  
Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 24.11.2012 14:13 Uhr

So habe ich mir das gedacht:

Nicht der Mörder ist der Täter, sondern das Opfer. Wieder ein Highlight in dem völkerverbindenden Wirken der Gemeinschaftswährung.

Empfehlen
Hans Möser

Unglaublich

Was haben die Leistungsbilanzdefizite mit der Fehlkonstruktion des Euro-systems zu tun. Das Ausland auft Waren, weil sie gut sind und verschuldet sich dafür. Das Problem ist eher das im ESZB die einzelnen Notenbanken in eigener Regie Geld ausgeben können. Es wird Zeit, so wie in den USA, dass das System arbeitstäglich glatt gestellt wird, durch Hinterlegung GUTER Wertpapiere, Staatspapiere und Goldreserven. Ansonsten sollte die Bundesbank die Forderung einfach fällig stellen.

Empfehlen
Willem Jan Van der Woude

Hausfrauen sind jetzt daran

Ab 2013 soll die Privat Sektor mitbezahlen an Schuldenlösung, die teilweise über Target2 verrechnet wird. Das hat ein klares Vorteil. Die Wahnsinn des heutigen Euro System in a 'Europa United' erreicht die Backofen.
Wie lange gelingt es einige führende Politiker Hausfrauen in Geiselnahme zu halten?

Empfehlen
Britta Litterscheidt

gewaltige Ungleichgewichte...

gewaltige Ungleichgewichte im Eurozahlungssystem...

liegen auch zwischen den Forderungen der dtschen Bundesbank an die EZB und der französischen Notenbank an die EZB - im Vergleich der größten und zweitgrößten Volkswirtschaft/ Eurozone und den Risiken, die beide "Partner" "doch eigentlich gemeinsam" schultern müssen (ohne Konjunktiv): müssen! ... nicht wahr???

Neulich schrieb eine renommierte Zeitung: Hollande will reformieren - aber nur ein bißchen.

Frankreich hat auch Forderungen a.d. EZB - aber nur ein bißchen.

31.08. 2012 Deutschland: 751,45 Mrd - Frankreich 15,37 Mrd.
Deutschland aktuell: 719,35 Mrd...
Das sind gewaltige Ungleichgewichte der Länder-Risiken, die durch Draghis angekündigte Anleihenkäufe noch immens steigen werden.

Frankreich fordert Solidarité - wir übrigens auch...

Empfehlen
Paul Banaschak

Am besten wird jeder Export einfach verboten

die Dummheit mancher "angeblicher" Ökonomen scheint wirklich grenzenlos zu sein.

Empfehlen
Heinz Keizer

Kapitalflucht

Der Target-2-Saldo besteht zum großen Teil auch aus Kapitflucht. Es erweist sich immer mehr, dass viele Ökonomen nur Interessenvertreter sind, die entweder aus Unwissenheit oder böswillig solche Thesen in den Raum stellen. Deutschland ist das einzige große Land im Euro, dass Überschüsse erwirtschaftet. Das kann auch die Bundesregierung nicht einfach unterbinden, da wir ja noch nicht den Sozialismus eingeführt und keine Exportsperren verhängt haben. Außerdem wäre Deutschland dann nicht in der Lage einen Großteil des EU-Haltshalts zu bestreiten, bei dem die Südländer überwiegend Nehmerländer sind. Es sollte doch so langsam jeden in Europa klar geworden sein, dass wir weltweit konkurrieren müssen und Deutschland das einzige größere Land im Euro ist, dass die erforderlichen Strukturreformen rechtzeitig durchgeführt hat. Das auch wir trotzdem immer noch mehr ausgeben, als wir einnehmen, ist ja schon schlimm genug.

Empfehlen
Klaus Mayrhoefer

Warum Deutschland jetzt reagieren muß

was ebenfalls noch verschärfend hinzu kommt ist die Tatsache, dass viele Südländer hauptsächlich Einnahmen im Sommer/Herbst generieren ( Tourismus, Agrargüter ) und somit damit zu rechnen ist, dass ein weiterer starker Anstieg in den nächsten 8 Monaten erfolgt

Empfehlen
Christian Duus

Die Erpressungsbedrohung via Target 2 ist sogar noch grösser

als von Sinn befürchtet:

Einerseits handelt es sich ja um die Finanzierung unbezahlter Rechnungen aus dem Dienstleistungs- und Warenverkehr (das '''ungewollte Tollerieren''' des ueber die Verhältnisse leben), andererseits wird aber im Zuwachs des Target 2 Saldos auch die Kapitalflucht aus dem Club Med sichtbar, einzig ausgelöst aufgrund grosser Aengste bzgl. des Fortbestands der Währungsunion.

Noch klarer formuliert, der Dt. Steuerzahler wird nicht nur ''gezwungen'', die Schulden der Defizitländer zu übernehmen, sondern übernimmt auch noch die Auszahlung der Guthaben/Einlagen aus den dortigen Ländern.

So ist leicht zu prognostizieren, dass ein Ausscheiden GR aus dem Euro auch in den übrigen Club Med Ländern zu entsprechenden Aengsten führt. Eine Kapitalflucht ungeahnten Ausmass drohte. Nicht 50 Mrd €/Monat, sondern eher 10 Mrd €/Stunde. Man schaue sich nur einmal die Ersparnisse Italiens an.

Dank an Helmut Kohl und all die anderen hierfür verantwortlichen Koriphäen.

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 19:06 Uhr
Paul Banaschak

die Kapitalflucht ist von Prof. Sinn durchaus eingerechnet

lesen sie mal sein Buch, Die Targetfalle.

Empfehlen
Mathias Trinks

Klare Worte

Dieser Beitrag illustriert in geradewegs schmerzhafter Klarheit den Glaubenssatz der deutschen Politiker, dass der Euro für Deutschland vor allem Vorteile hat. Ohne Euro hätte Deutschland 700 Mrd. Euro Devisenreserven gehabt, mit Euro hat Deutschland 700 Mrd. Euro Target 2 - Forderungen, gegen ein System, das vermutlich nicht das ewige Leben haben wird.

Beim Zerfall der Euro-Zone kann die Bundesbank die Forderung bilanziell neutralisieren. Wirtschaftlich heißt das, dass viele deutsche Sparer wohl erhebliche Kaufkraftverluste ihrer mühsam angesammelten Papiergeldguthaben hinnehmen müssen. Griechische Millionäre freuen sich indes über ihre mit Euro-Schwarzgeld in Deutschland gekauften Immobilien.

Empfehlen
Winfried Weihrauch

Der "Gegenexperte", weit her geholt

Findet sich denn unter Merkels verbliebenen Parteisoldaten kein einziger Ökonom mehr, der Prof. Sinns Darlegungen zur Target-Falle in irgend einer Weise entkräften könnte? Die Zeit zum Handeln ist überfällig, der Euro ist grandios gescheitert.

Empfehlen
Carsten  Kremer

Der Fairness halber

"Problematisch an De Grauwes Argumentation ist seine Vorstellung, dass das Risiko „für Deutschland“ gleich bleibe - unabhängig davon, ob private Banken und Investoren oder die Bundesbank die Milliardenforderungen gegen die Europeripherie halten."

Die Worte, die de Grauwe verwendet, sind nicht "gleich" sondern "very similar". Bei einem Auseinanderbrechen der Währungsunion, so de Grauwe, sei abzusehen, dass der deutsche Steuerzahler auch dann in erheblicher Weise gehaftet hätte, wären die Kredite in den Bilanzen der privaten Akteure verblieben. Denn diese hätten einen solch massiven Forderungsausfall kaum ohne staatliche Hilfe bewältigt können.

Empfehlen
Klaus Mayrhoefer

2 Beispiele

Dank "Target 2" kann so z.B. ein marodes Spanisches Bauunternehmen den größten deutschen Baukonzern ( Hochtief ) übernehmen um ihn dann auszuplündern und zu zerschlagen

Dank "Target 2"-Gelder und "Euro-Unterstützung" können sich spanische Vereine ( die keine bzw. niederige Steuer- und Abgabezahlungen leisten ) teuere Spieler leisten, die verhindern, dass deutsche Clubs im internat. Sport ( Fussball, Handball, Basketball ) erfolg haben.

Und wir Deutschen sind wieder einmal die Schuldigen. Tolle Logik.

Empfehlen
Burkhardt Brinkmann

Target-Risiken: Szenarien unterscheiden!

In der Target2-Debatte wird selten klar zwischen -2- Risikoszenarien f. d. Gläubiger (also u. a. Dtld.) unterschieden:
1) Risiken bei Erhalt der EWU und
2) Risiken bei Zerfall oder Austritt (einzelner Schuldner- bzw. Gläubigerländer)
Diese Fragestellung habe ich in meinem Blog untersucht (z. B. im Eintrag "Sinnsuche in den Schluchten des Euro: Target-Fallen, Transferfallen, Denkfallen, Trägheits-Fallen"

Bei Erhalt der EWU tragen wir via EZB/Bundesbank anteilig (ca. 27%) das Insolvenzrisiko derjenigen Banken, die v. d. EZB bzw. nationalen Notenbank mit Krediten versorgt werden. Das ist nicht gering, weil die EZB vermutlich rechtswidrig wohl nicht nur illiquide Banken versorgt (also "Bank Runs" ausgleicht, was auch ihre Aufgabe ist), sondern auch überschuldete Banken füttert.
Bei Zerfall müssten die Target-Überschüsse (einvernehmlich) als Devisenreserven behandelt werden, in der neuen Währg. d. Schuldnerländer (also z. B. Drachmen). Risiko dann: Wechselkursverluste.

Empfehlen
Jürgen Hohmann
Jürgen Hohmann (JuHoh) - 19.11.2012 11:57 Uhr

Die bösen Deutschen

Was machen die bösen Deutschen aber auch? Diese Erbärmlinge stehen doch tatsächlich jeden Morgen auf (außer am Wochenende - jedenfalls nicht alle) und gehen zur Arbeit. Da schrauben sie so schlimme Dinge wie Autos und Maschinen zusammen und das solange, bis sie mit 67 einen krummen Rücken haben und nicht mehr schrauben dürfen.
Dann kommt ja noch der Oberkracher, diese Wahnsinnigen stellen diese Sachen auch noch im Ausland hinter große Fenster und verführen so in schänlichster weise die armen Südländer dazu, dieses kapitalistische Zeugs zu kaufen. Und weil nun die Armen dazu gezwungen wurden, akzeptieren diese halsabschneiderischen Deutschen einen Finanzierungskauf.
Klar wussten die Käufer das sie die Raten auf Dauer nicht zahlen können, aber man kann ja vieleicht noch mehr Geld leihen, schließlich will ja der Statt (also die Anderen meine ich), dass es den Wählern gut geht.

Ich schäme mich ein Deutscher zu sein, arbeiten zu gehen, Steuern zu zahlen, so besser Herr De Grauwe?

Empfehlen
Hubert Matig
Hubert Matig (humatik) - 19.11.2012 11:54 Uhr

De Grauwe widerspricht Sinn?

Es wäre schön, wenn jemand Herrn Sinn überzeugend widerlegen könnte. Leider bestätigt dieser De Grauwe Sinn: Deutschland trägt ein enormes Risiko aus den Target 2-Salden und kann sich daher einen Zusammenbruch des Euro kaum leisten. Ergo: Deutschland ist erpreßbar. Deutsche Exporte in die Eurozone sind also im Prinzip Geschenke für die Abnehmer dort, denn bezahlen tun dafür offensichtlich die deutschen Steuerzahler - also wir alle.

Empfehlen
Günter Weber

Target2-Salden sind unerheblich

Die Fakten: Zunächst waren aus Sicht der Südländer die Produkte aus den Nordländern, allen voran Deutschland, attraktiver als die heimische Produktion, nun kommt auch noch die größere Sicherheit von Geldanlagen im norden hinzu. Da es keinerlei Schranken für Kapital- und Warenströme innerhalb der Eurozone gibt, wandert massiv Kapital nach Deutschland. Der Unterschied zu Zeit vor 2008 liegt darin, dass diese Wanderung nicht mehr durch Kredite von privaten Investoren gegenfinanziert werden sondern durch das EZB-System. Notenbank sind aber unbeschränkt dazu in der Lage Verluste zu verkraften. Im Gegensatz zu Geschäftsbanken und Versicherungen, die dann im Zweifel vom Steuerzahler gerettet werden müssen. Die Bundesbank hingegen könnte mit einem Mausklick problemlos eine Fantastrilliarde in ihrer Bilanz erzeugen, die die Target2-Forderungen der nächsten 100 Jahre ausgleicht. Fertig. Das eigentliche Risiko ist Anhäufung von investitionswilligem Kapital in Deutschland -> Preisblasen!

Empfehlen
Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 20:59 Uhr
Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 19.11.2012 20:59 Uhr

@Safarowsky: Die Target2-Salden sind im Kern statistische Zahlen, die aussagen, wo

Zentralbankgeld hingewandert ist. Konkret sind also über 700 Mrd. irgendwoanders frisch gedruckt worden und dann hierher gewandert, aus welchen Gründen auch immer im Detail.
Das Problem damit ist folgendes: Dieses Gelddrucken führt zu Geldentwertung und damit zur Teuerung und Inflation. Es werden also Arbeitsfrüchte umverteilt, weg von den Bürgern und hin zu denen, die das frisch gedruckte Geld erhalten, genau wie bei der Falschmünzerei.
Kommt es nicht kurzfristig zur Umkehrung, d.h., Geldvernichtung und Reduktion der Preise, sind die Bürger Deutschlands und der Eurozone bestohlen worden. Deshalb kann man die Salden auch nicht einfach auf 0 stellen, sondern die Leute, die das Geld erhalten haben (als Kredit) müssen es auch zurückzahlen, damit es wieder vernichtet wird. Stichworte dazu sind Geldschöpfung aus dem Nichts sowie Inflationssteuer. Siehe auch "Die ESM-Bank: Das Stehlen soll zum Fundament der EU gemacht werden".

Empfehlen
Oliver Safarowsky

Hallo Herr Weber

wenn ich Sie richtig verstehe sind das gar keine echten Forderungen seitens der BuBa.
Wenn die Nullstellung der Salden keine Auswirkungen hat, kann auch die existierende "Forderung" keine Auswirkung haben.
Warum werden sie dann nicht auf Null gestellt, sondern mit durch die Bilanzen geschleppt?

Empfehlen
Günter Weber

Das (nachgedruckte) Geld ist doch schon hier

Lieber Bryan Heyes,
die Kapitalflüsse, welche mittels des Target2-Systems gedeckt werden, sind doch schon da. In deutschen Ballungsgebieten wurden damit Immobilien gekauft, bei deutschen Banken wird dieses Geld für winzige Zinsen geparkt, deutsche Staatsanleihen wurden damit unter die 0% Zinsschwelle gedrückt. Die steigenden Target2-Salden sind lediglich ein Indikator dafür, dass diesen Geldflüssen keine entsprechenden Rücktransfers gegenüberstehen. Das "Geldabheben" im Süden wird also durch die dortigen Notenbanken finanziert - und das wird innerhalb des Target2-Systems als Forderung der Nord-Notenbanken gegenüber ihren südlichen Schwestern ANGEZEIGT. Mehr als ein Indikator ist es aber nicht. Es würde sich für keinen Menschen etwas ändern, wenn diese Forderungen morgen früh auf Null gesetzt würden. Veränderungen/Probleme ergeben sich dadurch, dass das Geld jetzt und heute schon hier ist und im Süden fehlt.

Empfehlen
Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 19.11.2012 12:41 Uhr

Sie übersehen, dass das Gelddrucken des Euro-Notenbanksystems Inflation produziert

Diese Geldentwertung ist es, die den Bürgern die Arbeitsfrüchte stiehlt (Stichwort Inflationssteuer) und eben diese Arbeitsfrüchte zu denjenigen umverteilt, die das frisch gedruckte Geld erhalten. Diese Umverteilung macht z.Z. ca. 1/2 Billion Euro pro Jahr in der Euro-Zone aus.
Zu de Grauwe siehe übrigens "Kriminelle Forderung: EZB soll unbeschränkt Geld drucken", dort wird dieser freche Agitator der Parteikader und der Finanzbranche richtig eingeordnet als das, was er ist.

Empfehlen
Joachim Schroeder

Irrtümer!

Paul De Grauwe vertritt das sozialistische Prinzip, daß man die Vor-
teile des Eurosystems nutzen will, aber nicht die Regeln einzuhalten
hat!
Mit anderen Worten, das Unangenehme an einem Kredit ist immer,
daß man ihn zurückzahlen muß!
Somit haben Kapitalismus und Sozialismus immer noch dieses ge-
meinsame Gesetz, wobei man beim Sozialismus weiterhin dem
Irrtum unterliegt, dem Regenbogen nachjagen zu können.
So meint man immer noch, daß sich schon jemand finden wird,
der das Ganze finanziert, wie im Falle BRD - Griechenland, was sich
auf lange Sicht als der große Irrtum, mit dem Konkurs der BRD her-
ausstellen wird, wie bereits mit dem Zusammenbruch der lat. Münz-
union, verursacht von GR, gehabt!
Target II, ELA, ESM, OTM bedeutet nur eine Streckung der Schulden
und das Kaufen von eigentlich schon abgelaufener Zeit durch eine
Irrsinnspolitik unserer Bundesregierung mit der Beauftragung von
Goldman-Sachs in der EZB, welches mit dem Verlust des Deutschen
Volksvermögens enden wird!

Empfehlen
Walter Naggl
Walter Naggl (juhui) - 19.11.2012 11:06 Uhr

Politikmache mit windigen Argumenten verbrämt

Volkswirte wie de Grauwe solllten sich schämen solchen Unsinn zu verbreiten. Überall auf der Welt werden Leistungsbilanzüberschüsse mit Devisen bezahlt, die in Gold, TBills, Tbonds usw. angelegt werden können. So hat Japan Nettoauslandsforderungen in Höhe von 50% des BIP und diese Forderungen sind sicher angelegt. Das gleiche gilt für China, die Schweiz, Norwegen usw. Nur Deutschland und mit ihm einige andere Kernländer der Eurozone müssen zum Freundschaftszinssatz von 0.75% anschreiben lassen. Target2-Forderungen entstehen auch nicht nur aus Leistungsbilanzüberschüssen, sondern auch aus den Kapitalumschichtungen weg von Griechenland und Spanien, weil die Bürger dieser Länder ihr Kapital lieber in Deutschland anlegen. De Grauwe’s Argumente sind zwar nicht stichhaltig, bilden aber die Basis für planwirtschaftliche Regulierung des Aussenhandels.
Aber es gibt eine gute Nachricht. In wenigen Jahren werden die deutschen Exporte in die Schwellenländer die Exporte in die Eurozone übertreffen

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 15:56 Uhr
Eckbert Reinhardt

Na, und noch immer Spaß am Jobwunder Deutschlands?

Während hier immer mehr Menschen von ihren Billiglöhnen nicht mehr ohne zusätzliche staatliche Transferleistungen ihren Lebensunterhalt bestreiten können, die Ersparnisse der Mittelklasse stetig an Wert verliert durch Inflation, fährt die Exportindustre Traumrenditen ein, bezahlt vom Steuerzahler durch Target2 - und wenn sie dazu noch energie-uneffizient sind kriegen sie zusätzlich Förderung durch die gesetzliche Befreiung der EEG-Abgaben, und alle anderen bezahlen die Zukunftsenergie-Lasten und wenn sie ein Multinationaler Konzern sind zahlen sie weder Gewerbe- noch sonstige Steuern, weil bereits Gerd Schröder mit Hans Eichel dafür gesorgt hat, das sie ihre Gewinne ins Steuerparadies-Land verlagern können und hier nur ihre Subventionen kassieren. Nur mal so: Starbucks bezahlte in Deutschland 2011 1,4% Steuern, jeder Kaffeehausbesitzer ohne Konzernzentrale in X-Land bezahlt 30% - bei soviel Mißwirtschaft kann man keinen Ausrutscher mehr annehmen, das ist alles Vorsatz - Umverteilung!

Empfehlen
Christian Helmreich
Christian Helmreich (Vult) - 19.11.2012 11:01 Uhr

Kritisiert Sinn nun die Exportüberschüsse oder die Abwälzung privater Risiken auf die Gesamtheit ?

Bei seiner mit großem Tamtam sog. Target2-Salden-Entdeckung hat Herr Sinn im Grunde genommen entdeckt, daß Deutschland einen riesigen Exportüberschuß besitzt. War ja niemandem aufgefallen.

Folge ich nun den Ausgührungen von Herrn Plickert am Ende des Artikels, so soll Herr Sinn nur kritisiert haben, daß die Risiken, die mit diesem Exportüberschuß verbunden sind, auf die Bundesbank abgewälzt wird, dh letztendlich erleben wir wieder eine Sozialisierung privater Risiken: dies drückt Herr Plickert sehr schön aus, war bei Sinn so aber niemals deutlich zu lesen. Würde Sinn dies gesagt haben, so hätte er in der Tat recht.
Aber die Sozialisierung priv. Schulden ist das Schema, das seit fünf Jahren zur Bewältigung der Krise ganz allgemein benutzt wurde, und Sinn hätte früher schon sich aufregen müssen, daß in diesem unseren System eine erstaunliche Umverteilung stattfindet : 1% streichen den Gewinn ein, und 99% die Verluste aus den Risiken des für die 1% einträglichen Gewinngeschäfts. Bravo

Empfehlen
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.11.2012 20:35 Uhr
Rudolf März
Rudolf März (maerkur) - 19.11.2012 20:35 Uhr

genau deswegen wurde auf Sinn so eingehackt , weil er

nicht nur als erster, sondern auch am vehementesten die Entkoppelung von Gewinnchancen und Verlustrisiken kritisiert hat, dass sich die (Finanz-)Anleger sicher sein können, dass der Steuerzahler schon zahlt wenn´s schief geht.
Und das hat er im Lauf der Zeit immer verständlicher erklärt, so dass es sogar meine 80-jährige Mutter verstanden hat.

Empfehlen
Oliver Safarowsky

Das ist doch...

ein Witz den dieser Grauwe da macht.

Diese Schuldzuweisung an D ist eine Frechheit - es wurde gekauft obwohl man es sich nicht leisten konnte und obwohl klar war, dass dieser TARGET-Mechanismus fehlerhaft ist.

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

Jüngste Beiträge